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Versicherungen: Ergo droht 120.000 Kunden mit Kündigung

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: "Gefahr unnötiger Auseinandersetzungen im Schadensfall" Zur Großansicht
DPA

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: "Gefahr unnötiger Auseinandersetzungen im Schadensfall"

Tausende Hausbesitzer bekommen Ärger mit der Ergo. Der Versicherer droht den Kunden mit der Kündigung ihrer Gebäudeversicherung. Das Unternehmen will neue Policen verkaufen - die sind aber deutlich teurer.

Hamburg - Rund 120.000 Ergo-Versicherte haben in den vergangenen Monaten Post bekommen. Die Kunden sollen eine neue Wohngebäudeversicherung abschließen. Wer das Angebot nicht annimmt, dem droht das Unternehmen mit der Kündigung des bestehenden Vertrags. Darüber berichtete zunächst die "Süddeutsche Zeitung", auf Nachfrage bestätigte eine Ergo-Sprecherin die Informationen. Die neuen Policen sind im Schnitt rund 14 Prozent teurer. Der Versicherer will mit der Aktion seine Gebäudesparte wieder in die Gewinnzone bringen. 2012 machte die Sparte einen Verlust von knapp 40 Millionen Euro.

Wehren können sich die Kunden nicht. Der Versicherer kann Verträge nach einem Schaden oder mit einer dreimonatigen Frist zum Ende des Versicherungsjahrs kündigen. Einfach die Beiträge in den alten Policen erhöhen kann Ergo dagegen nicht. Eine entsprechende Klausel fehlt in den alten Verträgen.

Laut dem Bund der Versicherten (BdV) kündigen auch andere Gesellschaften Wohngebäudeversicherungen, die sich als unattraktiv herausgestellt haben. So rabiat wie die Ergo gehe aber kein anderes Unternehmen vor, sagte Bianca Boss vom BdV der Zeitung. "Ergo hat hier schon eine Vorreiterrolle."

Die Ergo-Sprecherin verteidigte das Vorgehen. Die Kunden würden rechtzeitig informiert. Sie hätten also die Gelegenheit, auch selbst zu kündigen, wenn sie keinen neuen Vertrag wollten. Viele der Altverträge hätten zudem Konditionen, die von Verbraucherschützern heute als unzureichend eingestuft werden. Man biete den Kunden daher an, "auf die aktuellen Konditionen umzusteigen". Nur wenn dies nicht gelinge, "werden wir die Verträge kündigen, um im Schadensfall nicht in die Gefahr unnötiger Auseinandersetzungen zu laufen".

cte

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insgesamt 173 Beiträge
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1. Marktwirtschaft
ksail 29.05.2013
Das Empörungspotential dieses Vorgang leuchtet mir nicht ganz ein. Es ist doch ein völlig alltäglicher Vorgang, wenn ein Vertragspartner einen für ihn ungünstig gewordenen Vertrag kündigt. Die Versicherungsnehmer hätten das umgekehrt doch genauso gemacht, nehme ich an.
2. Ja? Und?
fgranna 29.05.2013
Vorweg: Ich halte von den meisten "Machenschaften" der Versicherungswirtschaft nicht viel, aber in diesem Fall: Wo ist das Problem? Wenn die Kosten nicht gedeckt werden können, dann mus erhöht werden. Wenn das in den Altverträgen nicht geht dann werden die eben gekündigt. Und es kann sich doch jeder "Betroffene" nun selber umschauen ob es bei einem anderen Anbieter nicht ggf. sogar günstiger wird. Und der Makrt für Gebäudeversicherungen ist groß genug!
3. re
ansgard 29.05.2013
Zitat: Nur wenn dies nicht gelinge, "werden wir die Verträge kündigen, um im Schadensfall nicht in die Gefahr unnötiger Auseinandersetzungen zu laufen". Das ist wirklich Frech. Da droht sogar eine Sprecherin offen damit, dass die ERGO Kunden im Schadensfall an den Karren fahren will. Nicht, dass das ungewöhnlich wäre - aber so offen gibt es sonst niemand zu. Unfassbar.
4. Ergo?
gatsue 29.05.2013
Kann nur schlechte Erfahrungen berichten.
5. diese Versicherungsgesellschaft....
fritzfrie 29.05.2013
...treibt ein schlimmes Spiel mit der Dummheit der Menschen. Es dieses wieder ein Beispiel, wohin die gezielte Volksverblödungskampagane "Konsumieren ohne Nachzudenken" mittlerweile führt. Meine Frau hatte vor Jahren einmal eine Versicherung (Sterbegeldversicherung) bei dem Unternehmen abgeschlossen. Als ich Rentner wurde, habe ich dann die Versicherungen überprüft. Es war unglaublich, wir hätten mehr eingezahlt, als wir jemals herausbekommen hätten. Seitdem mache ich mir einen Spaß daraus, die Versicherungsangebote dieses Unternehmens (auch oder gerade die aus der Fernsehwerbung mit dem Chef des Ladens) zu überprüfen. Ich kann an dieser Stelle nur dringend warnen. Wer noch dazu in der Lage ist, sollte mal durchrechnen, was ihm da für "Angebote" gemacht werden.
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