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Miet- und Kaufpreise: Wo Wohnen kaum mehr erschwinglich ist

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Freiburg im Breisgau: Höchster Wohnkostenanteil in Deutschland

Wer in Großstädten und Metropolregionen lebt, gibt bis zu 30 Prozent seines Einkommens für Wohnkosten aus. Am höchsten ist der Anteil in Freiburg.

Ein Großteil ihres Einkommens geht für's Wohnen drauf? Dann leben Sie sehr wahrscheinlich dort, wo fast alle leben wollen. In Großstädten und Metropolregionen wie München, Regensburg oder Heidelberg geben Menschen monatlich zwischen 23 und 28 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Dabei geht es um die kalten Immobilienkosten ohne Betriebs- und Nebenkosten. Das geht aus dem aktuellen Erschwinglichkeitsindex EIMX des Internetportals Immobilienscout24 hervor.

Der Index analysiert das regionale Verhältnis von Kaufkraft pro Haushalt und Wohnkosten. Am höchsten ist der Anteil demnach in Freiburg im Breisgau. 29,3 Prozent des monatlichen Nettohaushaltseinkommens gehen dort allein für die kalten Wohnkosten drauf. In der Stadt im Schwarzwald sei der Immobilienmarkt sehr dynamisch: Das bedeute eine hohe Nachfrage, kurze Vermarktungszeiten und konstant steigende Preise, heißt es.

Auch Frankfurt am Main, Hamburg und Berlin belegen Plätze unter den Top Ten. Zwar sind die Quadratmeterpreise in der Hauptstadt mit 7,73 Euro noch vergleichsweise niedrig. Die Immobilienpreise passten sich jedoch zunehmend dem Niveau anderer deutscher Großstädte an - und das bei vergleichsweise geringen Einkommen.

Wohnkostenanteil - Die teuersten Städte Deutschlands
Rang Stadt Wohnkostenanteil an der Kaufkraft je Haushalt (2014) in % Miete (2014) in €/m² Kaufpreis (2014) in €/m²
1 Freiburg im Breisgau 29,3 9,92 3037
2 München 27,1 12,98 4316
3 Regensburg 23,2 8,36 2743
4 Heidelberg 23,1 9,54 2517
5 Würzburg 22,5 8,11 2216
6 Frankfurt am Main 22,5 10,43 2797
7 Hamburg 21,9 9,28 2810
8 Trier 21,9 7,58 1883
9 Stuttgart 21,5 10,04 2787
10 Berlin 21,4 7,73 2058
Quelle: ImmobilienScout24
Wesentlich günstiger ist es hingegen in bestimmten Städten Sachsens, Niedersachsens, in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Mit 10,5 Prozent des Nettoeinkommens ist der Wohnkostenanteil in Salzgitter bundesweit am niedrigsten. In Pirmasens, Delmenhorst und Zweibrücken sind es zwischen 11,0 und 11,2 Prozent des Nettohaushaltseinkommens.

"In diesen Städten ist die wirtschaftliche Dynamik gering und der demografische Wandel hat zum Teil bereits eingesetzt", sagt Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei Immobilienscout24. Die Nachfrage auf den Immobilienmärkten sinke und führe zu einer Preisstagnation oder zu einem Preisrückgang.

Wohnkostenanteil - Die günstigsten Städte Deutschlands
Rang Stadt Wohnkostenanteil an der Kaufkraft je Haushalt (2014) in % Miete (2014) in €/m² Kaufpreis (2014) in €/m²
1 Salzgitter 10,5 5,23 826
2 Pirmasens 11,0 4,78 996
3 Delmenhorst 11,1 5,27 974
4 Zweibrücken 11,2 5,68 1018
5 Hof 11,4 4,95 906
6 Remscheid 11,8 6,07 1214
7 Plauen 12,0 4,77 790
8 Hamm 12,0 5,48 1161
9 Wilhelmshaven 12,2 5,21 920
10 Zwickau 12,3 5,24 793
Quelle: ImmobilienScout24
Abschreckend wirken die in vielen Städten hohen Wohnkosten offenbar nicht: "Der Trend, in die Stadt zu ziehen, ist ungebrochen hoch", sagt Hebecker. Die gestiegene Nachfrage treibe die Mieten und Kaufpreise weiter in die Höhe. Mit vier Prozent nahm der Wohnkostenanteil zwischen 2011 und 2014 am stärksten in München zu. Normalverdiener könnten sich dort den Innenstadtbereich kaum mehr leisten, schreiben die Autoren.


Für den aktuellen Erschwinglichkeitsindex EIMX hat Immobilienscout24 das regionale Verhältnis von Kaufkraft pro Haushalt und Wohnkosten analysiert. Die ausgewerteten Daten stammen aus dem Jahr 2014.

brk

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insgesamt 147 Beiträge
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1.
hopenhauer 02.11.2015
Verunglückte und in der Folge inhaltlich falsche Formulierung, denn es gibt sicherlich Menschen, die mehr als 30% ausgeben - was im Artikel gemeint ist, wird vielmehr der Durchschnittswert verschiedener Städte sein.
2. Gerührt nicht Geschüttelt!
spon_3055608 02.11.2015
"In ... München, Regensburg oder Heidelberg geben Menschen monatlich zwischen 23 und 28 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aus." Das zeigt nur wieder mal den Unsinn von Durchschnittswerten. Ich kenne genug Paare, Familien, Einzelpersonen, die deutlich mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Wohnung aufwenden m ü s s e n. Eigentlich ist das die Normalität. Die 23% kommen zustande, wenn man den Loft- mietenden Manager, mit 200'000€ monatlich mit der alleinerziehenden Sozialhilfeempfängerin in eine Topf wirft und gut schüttelt. Was rauskommt ist irreal.
3. Das überrascht mich echt
junge39 02.11.2015
Wer da was anderes erwartet hat der war blauäugig. Die Mieten steigen seit Jahren, der Staat hat nichts dagegen unternommen. Wohngesellschaften werden immer grösser. Die Städte und Gemeinden haben zum Schuldenabbau ihren Wohnungsbestand massiv verringert, Altstadtlagen wurden saniert und in Highsociety Viertel verwandelt und der normale Bürger bleibt außen vor. Das ist halt so wie immer! Dem Reichen wird gegeben und dem Armen genommen! Prost Deutschland. Frei nach Angie " Wir schaffen die schon"
4. Es fehlt eine wichtige Information.
Grafensteiner 02.11.2015
Dazu gehört auch die Information, dass viele mehr als 30 % ihres Einkommens für ihr Auto ausgeben. Wohnen ist in Deutschland noch relativ preiswert. Bedingt durch die frühere Ideologie der Sozialwohnungen, die u.a. in den 70-er Jahren deshalb aufgegeben wurde, weil viele der Sozialmieter sich durch die niedrigen Mieten ein Auto leisteten und die Parkplatzfrage die grösste Not in Deutschland wurde. Das waren noch Zeiten. Da war der Staat noch für die Bevölkerung da. Heute ist es umgekehrt.
5. institutionalisierte Lüge
aqua-vitae 02.11.2015
"Die gestiegene Nachfrage treibe die Mieten weiter in die Höhe." Da Spiegel online wie auch alle anderen Qualitätsmedien wieder mal nur unwidersprochen dem Kapitalismus nach dem Mund redet, muss sich die Wahrheit erneut im Kommentarforum verstecken: Die steigende Nachfrage ist NICHT der Grund für die immer weiter steigenden Mieten. Vielmehr ist es die ungebremste Gier der Wohnungsunternehmen nach steigender Rendite. Wachstum ist die treibende Kraft unseres Wirtschaftssystems, und Vermieter können nur durch immer weiter und immer schneller steigende Mieten so wachsen, dass eine für sie interessante Rendite dabei heraus springt. Wohnen muss endlich zum Menschenrecht erklärt werden, die Erzielung von Rendite mit Wohnraum verboten werden, und Menschenrechte über Unternehmensrechte gestellt werden!
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