Infografik der Woche Deutsche brauchen immer mehr Platz

Rund 41 Millionen Wohnungen gibt es in Deutschland - und es werden stetig mehr. Auch die Wohnfläche pro Person nimmt zu. Aktuelle Zahlen zu diesen Trends zeigt unsere Infografik der Woche.

Häuser in Berlin-Friedrichshain (Archivbild): 41 Millionen Wohnungen in Deutschland
DPA

Häuser in Berlin-Friedrichshain (Archivbild): 41 Millionen Wohnungen in Deutschland


statista, SPIEGEL ONLINE

Der Bestand der Wohnungen in Deutschland steigt und steigt. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die jetzt das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat.

Den neuen Daten zufolge gab es Ende 2014 in Deutschland genau 39.407.726 Wohnungen in klassischen Wohngebäuden. Hinzu kommen noch 426.307 Wohnungen in Wohnheimen (etwa für Studenten oder Senioren) sowie mehr als eine Million Wohnungen in Nichtwohngebäuden. Insgesamt verzeichneten die Statistiker in Deutschland 2014 also gut 41 Millionen Wohnungen.

Damit ist die Zahl der Wohnungen in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich gestiegen, wie die Infografik der Woche von Statista und SPIEGEL ONLINE zeigt. Dies gilt jedoch vor allem für einzelne Wohnungen in einem Gebäude - also das klassische Einfamilienhaus - und für Einheiten mit vielen Wohnungen. Dass ein Gebäude in genau zwei Wohnungen aufgeteilt ist - beispielsweise in Doppelhaushälften oder Häusern mit Einliegerwohnung -, kommt mittlerweile seltener vor als vor zehn Jahren.

Auch die Wohnfläche in Quadratmetern je Einwohner ist stetig gewachsen. Hatte jeder Einwohner 1991 im Durchschnitt noch 34,9 Quadratmeter zur Verfügung, waren es 2002 erstmals mehr als 40 Quadratmeter. Ende vergangenen Jahres stieg der Wert sogar auf 46,5 Quadratmeter pro Person.

Die Fläche, die damit heute im Durchschnitt jede Einzelperson in Deutschland für sich beansprucht, hätte im Nachkriegswohnungsbau noch der einer einfachen Familienwohnung entsprochen.

Bei den Wohnflächen pro Person sind die Werte zwischen den Bundesländern durchaus unterschiedlich. In den eher ländlich geprägten Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz liegt der Durchschnitt bei 53,4 Quadratmetern beziehungsweise 53,2 Quadratmetern Fläche pro Einwohner, während es in den Stadtstaaten deutlich weniger sind. Durch den höheren Anteil am Geschosswohnungsbau in den Städten kommt Hamburg beispielsweise auf durchschnittlich 39,9 Quadratmeter, Berlin auf 40 Quadratmeter und Bremen auf 42,9 Quadratmeter pro Person.

Auch knapp 25 Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt ein Blick auf die Karte noch einen klaren Unterschied zwischen Ost und West. In den ostdeutschen Bundesländern gab es zwar nach der Wiedervereinigung einen wahren Boom im Bau von Einfamilienhäusern - die sogenannte nachgeholte Suburbanisierung. Doch auch heute noch weisen die ostdeutschen Bundesländer eine geringere Wohnfläche pro Einwohner auf: Den niedrigsten Durchschnittswert der Bundesländer - abgesehen von den Stadtstaaten - verzeichnete im Jahr 2014 mit 43,3 Quadratmetern pro Person das Land Sachsen.


Mehr Infografiken der Woche finden Sie auf unserer Themenseite.

Andreas Grieß (Statista)/pst

insgesamt 65 Beiträge
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licorne 21.08.2015
1. Wenn die Menschen immer älter werden
und soweit wie möglich das Altersheim vermeiden, dann sind eben auch viele mehr oder wenig große Wohnungen von verwitweten Einzelpersonen genutzt. Das lässt den Durchschnitt sicher ansteigen.
swnf 21.08.2015
2. Schuldig im Sinne der Anklage
Tja, da bin ich wohl mitschuldig - ich wohne alleine auf ca. 100qm...und finde es toll! :)
the_master 21.08.2015
3. also wir wohnen zu dritt (3 Erwachsene)
Auf 43 m2 zur Miete. Aber auch alles von selbst erarbeitetem Geld, nichts geerbt.
wanderer777 21.08.2015
4. Wohnraum oft auf Kosten der Natur
Natur wird immer knapper in Deutschland. Gerade wer in ländlichen Gebieten baut, nimmt uns allen damit wertvolle Natur. Wohnen in der Stadt ist ökologisch sinnvoller, da Fläche hier meist dreidimensional genutzt wird. Auch Gewerbegebiete tragen zum Naturschwund bei, da hierfür viel Fläche für wenig Nutzen verschwendet wird.
KarlRad 21.08.2015
5. Alterstruktur, Singlehaushalte
Wäre tatsächlich interessant, wie sich diese sich die Kennziffer (Wohnraum/Kopf) bezüglich des Alters verhält. Wir leben in der Stadt und haben weniger als 20m²/Kopf. Und können uns auch nicht mehr leisten. Unsere Großeltern auf dem Land haben bestimmt mehr als 60m²/Kopf. Den Grund sehe ich daher auch ganz klar in der Altersstruktur in Deutschland. Viele ältere Leute und Single-Haushalte.
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