Private Vorsorge Boom bei Zahnzusatzversicherungen

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr rund 400.000 Zusatzversicherungen für Zahnbehandlungen abgeschlossen. Nicht immer sind solche Policen sinnvoll.

Zahnarzt
DPA

Zahnarzt


Zahnzusatzversicherungen sind in Deutschland hochgradig beliebt. Allein im vergangenen Jahr seien rund 400.000 neue Versicherungen für Zahnbehandlungen abgeschlossen worden, schreiben die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Zahlen der privaten Krankenversicherung (PKV).

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Zusatzversicherungen dem Bericht zufolge fast verdoppelt. Ende Oktober vergangenen Jahres hätten 15,3 Millionen Menschen eine solche Versicherung gehabt.

Als Grund für diese Entwicklung werden die steigenden Kosten genannt, mit denen sich Kassenpatienten beim Zahnarzt konfrontiert sehen. So sei der Eigenanteil der Patienten, den sie für Zahnersatz leisten müssen, zuletzt deutlich gestiegen.

Die Preise für eine Zahnzusatzversicherung schwanken zwischen etwa 5 und 50 Euro pro Monat. Die Leistungen, die man dafür bekommt, unterscheiden sich allerdings gewaltig. Verbraucherschützer weisen zudem darauf hin, dass Zusatztarife reine Risikoverträge sind: Die Versicherung zahlt nur im Schadensfall. Wird der Vertrag gekündigt, ist das bis dahin eingezahlte Geld weg.

Auch sollten sich Verbraucher immer überlegen, wie hoch ihr privates Risiko für teuren Zahnersatz wirklich ist. Wer in jungen Jahren eine Zusatzversicherung abschließt, kann bis an sein Lebensende mehr als 20.000 Euro in diese einzahlen. Hat man bis ins hohe Alter weitgehend gesunde Zähne, gibt man viel Geld für nichts aus.

ssu/dpa-AFX



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.