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Umfrage zur Geldanlage: Mini-Zinsen bringen Sparer nicht zum Umdenken

Sparbuch (Archivbild): Lieblingsanlage der Deutschen Zur Großansicht
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Sparbuch (Archivbild): Lieblingsanlage der Deutschen

Zwei Drittel der Sparer sind laut einer Umfrage genervt von geringen Erträgen. Doch trotz Mini-Zinsen setzen viele Anleger weiter auf Sparbuch und Tagesgeld - und scheuen Aktien.

Berlin - Die Zinsen sind im Keller und deutsche Sparer frustriert. In einer Umfrage sagten 66 Prozent der Teilnehmer, sie seien mit der Wertentwicklung ihrer Geldanlagen in diesem Jahr unzufrieden. 2012 seien es lediglich 48 Prozent gewesen, teilte der Bundesverband deutscher Banken mit, der die Umfrage vom Marktforschungsunternehmen GfK durchführen ließ.

Doch trotz der niedrigen Zinsen setzen viele Privatanleger demnach weiter auf Sparbuch und Tagesgeld. Die bevorzugte Anlageform ist aktuell bei 24 Prozent der Befragten das Sparkonto, gefolgt von Tagesgeld (19 Prozent) und Festgeld (16 Prozent) sowie Fondsanteilen (17 Prozent).

Zwölf Prozent gaben an, vornehmlich in Aktien investiert zu haben. Immobilien standen bei 15 Prozent der Anleger auf der Kaufliste. Festverzinsliche Wertpapiere und Gold spielten mit jeweils sechs Prozent kaum eine Rolle.

Auch mit Blick auf 2015 beabsichtigt fast jeder zweite Deutsche (45 Prozent), Geld auf Tages- oder Festgeldkonten anzulegen. 38 Prozent würden eine Immobilie bevorzugen, wenn sie einen größeren Geldbetrag zur Verfügung hätten.

Deutsche Sparer fürchten das Risiko

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer, appellierte an die Verbraucher, ihre Anlagestrategie angesichts der Niedrigzinsen zu überprüfen. "Wenn die Deutschen weiterhin den größten Teil ihres Geldvermögens auf Giro-, Tages- oder Sparkonten parken beziehungsweise in Form von Bargeld halten, verpassen sie die Chance auf eine höhere und auch nach Abzug der Inflationsrate positive Rendite", sagte er. Die Aktienkultur in Deutschland sei "wenig ausgeprägt". Dies sei auch im Hinblick auf die Altersvorsorge problematisch.

Vorerst werden aber wohl viele Bürger bei ihrer bisherigen Strategie bleiben: Neun von zehn Umfrageteilnehmern gaben an, sie könnten sich auch künftig nicht vorstellen, für größere Renditechancen ein höheres Risiko bei der Geldanlage einzugehen.

Die GfK hatte Anfang Dezember bundesweit 946 Bürger ab 18 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland.

mmq/dpa/AFP

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insgesamt 98 Beiträge
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1. spekulationsfrist
thorsten.brandt.et 29.12.2014
vielleicht einfach mal wieder die spekulationsfrist von 1 jahr für private anleger einführen - dann könnte es auch mit der investmentkultur in D wieder klappen ... aber wo findet sich noch so eine randbemerkung in der presse - geschweige denn im politischen diskurs ... wer jahrelang die bedingungen verschlechtert, darf sich über die folgen nicht wundern.
2. tragisch
les2005 29.12.2014
Man muß sich fragen, wieviel noch geschehen müßte bis die Deutschen sich wieder an Aktien wagen würden - Strafzinsen? Wahrscheinlich nicht mal dann. Dabei ist es doch ganz einfach - Deutschland hat eine der stabilsten und erfolgreichsten Volkswirtschaften weltweit - wer da in einen gesunden Mix investiert kann auf Sicht von ein paar Jahren gar nicht verlieren. Aktien wie Münchner Rückversicherung, wahrlich nicht pleiteverdächtig, bieten beim gegenwärtigen Kurs eine Dividendenrendite von über 4%. Dazu kommt die Aussicht auf Kursgewinne und eine im Lauf der Jahre stetig wachsende Dividende, historisch betrachtet. Viel sicherer geht Geldanlage heutzutage nicht!
3. Ganz recht haben sie,
sarkosy 29.12.2014
diese "Angsthasen"!Seit die Banken direkten Zugang zur Börse haben,machen die Banken kraft ihrer finanziellen ,kaum begrenzten Möglichkeiten,die Kurse unter sich aus!Das sollte jeder wissen,der an die Börse will.Fondsverwalter usw sind fast immer vertraglich an eine Bank gebunden und im Zweifelsfall steht bei einer Arbitrage das Interesse des Arbeit-und Brötchengebers ganz vorne in der Prioritätenliste.Kleinanleger -unter 10Millionen Spielgeld- sind immer die ersten und dicksten Verlierer.Aber die Kommissionen und Spesen fallen trotzdem an,vom Fiskus ganz zu schweigen.
4.
Bob Hund 29.12.2014
Man könnte auch den lächerlich geringen Steuerfreibetrag von 801€ mal erhöhen und den anderen europäischen Ländern angleichen oder zu mindestens Verluste den Gewinnen anrechenbar machen.
5. Der Großteil der Menschen sieht nur den nominalen Wert.
Big_Jim 29.12.2014
Die Reduzierung der Kaufkraft ignoriert man weil sie einfach zu abstrakt ist. Ich habe schon Antworten bekommen wie: "Aber ich verliere doch kein Geld durch die Inflationsrate.'. Da kann man reden wie man will. Da haben sind viele Menschen irgendwie total taub.
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