UBS-Ranking Die teuerste Stadt der Welt ist Zürich

Nirgends auf der Erde ist das Leben so kostspielig wie in Zürich. Zumindest im direkten Städtevergleich. Für die Bewohner selbst ist die Metropole sogar recht günstig.

Bloomberg via Getty Images

Zürich bleibt nach einer neuen Rangliste der Schweizer Bank UBS die teuerste Stadt der Welt, gefolgt von Genf, Oslo, Kopenhagen und New York. In Deutschland ist das Leben vergleichsweise günstig: München liegt auf Platz 23, Frankfurt auf Platz 27 und Berlin auf Platz 30, wie die UBS mitteilte. Das Geldinstitut wertete die Preise von 128 Waren und Dienstleistungen aus.

Vor drei Jahren lagen die deutschen Städte noch weiter zurück: Frankfurt auf Platz 30, München auf 31 und Berlin auf 38. Da die Preise auf Basis von US-Dollar erhoben werden, schlug hier vor allem die starke Aufwertung des Euro zu Buche.

Zürich mag zwar sehr teuer sein, aber dort verdienen die Bewohner auch gut. Deshalb liegt die Stadt trotzdem in der zweiten Rangliste, die vergleicht, wie weit Einwohner mit ihren Einkommen kommen, auch ziemlich weit oben. Nur in der kalifornischen Großstadt Los Angeles bleibt den Menschen bei durchschnittlichem Verdienst am Ende des Monats noch mehr übrig, wie die UBS schreibt. Auf den Plätzen drei und vier folgen Miami und Genf. München, Frankfurt und Berlin belegen die Plätze 11, 12 und 15.

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Die UBS hat Mieten ausgeklammert, etwa weil die Bandbreite so groß ist. Manche Städter seien Eigentümer, andere pendeln aus billigeren Randgebieten. Die UBS erstellt den Index zum 17. Mal.

Wie groß die Kaufkraftunterschiede sind, zeigen die Autoren an einem Friseurbesuch: In Zürich ist ein Frauenhaarschnitt zwar mit durchschnittlich 94,32 Dollar (etwa 73 Euro) ziemlich teuer. In Kiew kostet er 22,60 Dollar und in Kairo 7,50 Dollar. Aber um das Geld dafür zu verdienen, müsse eine Züricherin nur gut drei Stunden arbeiten, eine Kairoerin gut sechs und eine Frau in Kiew gut zwölf Stunden.

ssu/dpa-AFX



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ansv 29.05.2018
1. Welche Aussagekraft hat diese Statistik denn?
Also Zürich ist teuer für jemanden, der sein Geld anderswo verdient und dann - ja was - seinen Monatslohn für diese 128 willkürlich gewählten Waren und Dienstleistungen ausgibt. Nicht überraschend, oder? Nicht teuer ist es für jemanden, der sein Gehalt dort bezieht. Kein Wunder, muss er ja sein Geld nicht umtauschen. Dann der Satz "Deshalb liegt die Stadt trotzdem in der zweiten Rangliste, die vergleicht, wie weit Einwohner mit ihren Einkommen kommen, auch ziemlich weit oben." Wie bitte wird ermittelt, wie weit man mit einem Einkommen kommt, wenn Mieten doch ausgeklammert sind?
jomai 29.05.2018
2. Datenmüll
Wem bitte nützt diese Rangliste? Für mich als Expat ist die völlig nutzlos. Was soll ich mit einer Rangliste die lokales Konsumverhalten, Mieten und Einkommen vergleicht. Da bleibe ich lieber bei den Ranglisten die Mercer erstellt. Da weiss ich dann wenigstens dass ich in Shanghai aktuell in einer der teuersten Städte für Ausländer lebe. Wobei ich dafür keine Rangliste brauche, denn das sehe ich jeden Tag an den Rechnungen. :-)
helmut.alt 29.05.2018
3. Der Steuersatz im jeweiligen Land
spielt eine ganz wichtige Rolle und wird hier offenbar nicht einbezogen. Wenn man in Deutschland 100000.-/Jahr vedient, dann vereinnahmt der Fiskus von einem Ledigen fast 50%, in der Schweiz, je nach Kanton, sind es nicht einmal 20%. Das ist der Hauptgrund dafür, dass man in der teueren Schweiz gut zurecht kommt.
epicentre 29.05.2018
4. Gefühlt jeden Monat...
... erscheint auf SPON ein Artikel mit irgendeinem Ranking, welche Stadt nun die teuerste oder lebenswerteste ist. Und natürlich sind diese Rankings jedesmal anders. Mal ist es auf USD Basis, mal auf Euro Basis, mal auf PPP oder was auch immer. Je nachdem, was das entsprechende Institut gerade misst. Journalistisch ist das ganze komplett sinnlos. In Wirklichkeit ist das doch alles nix anderes als Aufmerksamkeitserhasche irgendeiner Bank, Consulting Firma, oder Immobilienmanager. Also im Prinzip alles indirekte Werbung. Es wäre schön, wenn SPON, statt diese Pressemitteilungen alle durchzureichen, einfach mal zu sammeln und vllt am Jahresende (oder wann auch immer) einen echten Artikel zu schreiben der diese ganzen Studien aggregiert und bewertet. Das wäre dann mal wertiger Journalismus. Dann schalte ich auch meinen ad-blocker aus...
gersois 29.05.2018
5. So wird es gemacht
Zürich zeigt, wie es gemacht werden sollte: Sehr gute Gehälter, hohe Konsumausgaben, guter ÖPNV. Das kostet nicht nur viel Geld, das bringt auch viel Geld in die Kassen. Deutschland sollte mal über seine Lohn- und Steuerpolitik nachdenken.
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