Sicherheitsprobleme Bahn muss ICE-Achsen austauschen

Aus einer Normalisierung des ICE-Fahrplans noch im Februar wird nichts: Die Bahn muss bei einem Teil ihrer Flotte die Achsen austauschen. Bahn-Chef Mehdorn sieht nun die Industrie - "allen voran Siemens" - in der Pflicht, schnell die Reparatur zu organisieren.


Hamburg - Die Sicherheitsprobleme mit ihrer ICE-Flotte zwingen die Deutsche Bahn zu einem Austausch von Achsen bei zahlreichen Fahrzeugen. Wie Bahnchef Hartmut Mehdorn der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte, müssen bei einem Teil der ICE-Züge in großem Stil Achsen gegen solche aus anderem Stahl ausgetauscht werden. Damit werden die ICE-Züge entgegen den Ankündigungen in diesem Monat noch nicht wieder im normalen Fahrplan verkehren.

ICE-Züge: Normalisierung des Fahrplans nicht vor Juni
DDP

ICE-Züge: Normalisierung des Fahrplans nicht vor Juni

"Aus meiner Sicht steht fest: Bei Teilen der ICE-Flotte müssen Achsen ausgetauscht werden", sagte Mehdorn, "die Industrie - allen voran Siemens - ist jetzt gefordert, möglichst rasch ein Austauschprogramm zu erarbeiten."

Betroffen sind offenbar nicht alle Züge und nicht alle Achsen, trotzdem dürften nach Schätzungen von Bahnexperten Kosten im mehrstelligen Millionenbereich entstehen. Ein Bahnsprecher sagte der Zeitung, mit einer Normalisierung des Fahrplans sei nicht vor Juni zu rechnen. Ursprünglich hatte die Bahn angekündigt, zum Februar würden neue Untersuchungsgeräte für ICE-Achsen angeschafft und die Einschränkungen im Fahrplan zurückgenommen.

Kritik an der Sicherheit der ICE-Züge war aufgekommen, als im vorigen Sommer in Köln am Hauptbahnhof ein Zug nach einem Achsbruch entgleist war. Techniker der Bahn hatten danach auch an anderen Zügen feine Risse an Achsen festgestellt. Das Eisenbahnbundesamt hatte daraufhin als Aufsichtsbehörde angeordnet, die Züge alle 30.000 statt alle 240.000 Kilometer in den Werkstätten untersuchen zu lassen.

kaz



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