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Simbabwe: Deutsche Firma soll kein Banknotenpapier mehr liefern

Kein Geld für Simbabwe: Die Bundesregierung will nicht dulden, dass deutsche Firmen Geschäfte mit Präsident Mugabe machen. Deshalb soll eine Münchner Firma aufhören, Papier für Geldscheine in das Land zu liefern.

Berlin/München - Viel mehr kann die Bundesregierung offenbar nicht tun: Sie will an das Geld des autoritären Herrscher Robert Mugabe in Simbabwe. Deshalb hat Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) das Münchner Unternehmen Giesecke&Devrient in einem Brief gebeten, nicht mehr nach Simbabwe zu liefern. Dort herrscht derzeit eine Hyper-Inflation, der Bedarf an Banknoten ist hoch.

Demonstranten vor dem Firmensitz von Gieseke&Devrient: "System stabilisieren"
DPA

Demonstranten vor dem Firmensitz von Gieseke&Devrient: "System stabilisieren"

Die Sorge ist groß, "dass das System in Simbabwe noch zusätzlich stabilisiert wird", sagte ein Sprecher des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit am Freitag. Ein Unternehmenssprecher von Giesecke&Devrient bestätigte, dass das Schreiben am Freitagmorgen eingegangen sei. "Wir müssen die Lage neu bewerten", sagte er.

Simbabwe erhält von der deutschen Firma seit Jahren das Papier für die Herstellung von Banknoten. Die Geldscheine werden dann vor Ort gedruckt. Für das Verfahren gelten die üblichen internationalen Standards, die Belieferung erfolgt aufgrund einer Zulassung bei der Weltbank. Giesecke&Devrient liefert nach eigenen Angaben in über 100 Länder und setzte im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Euro um.

Die Regierung in Simbabwe steht derzeit international in der Kritik. Der 84-jährige Staatschef Mugabe unterdrückt die Opposition, weil er sich im Amt bestätigen lassen will. Am Freitag fand in dem afrikanischen Land der zweite Durchgang der Präsidentschaftswahlen statt. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hatte nach Angriffen auf seine Anhänger auf die Teilnahme an der Wahl verzichtet, so dass Mugabe der Sieg sicher ist.

cvk/AFP/Reuters/dpa

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