Software-Branche Oracle übernimmt Sun für 7,4 Milliarden Dollar

Rettung für Sun Microsystems: Der US-Software-Konzern Oracle will das Unternehmen für 7,4 Milliarden Dollar übernehmen. An der Börse stieg der Kurs der Sun-Aktie zeitweise um mehr als 27 Prozent.


New York - Die beiden Unternehmen haben sich nach eigenen Angaben auf einen Barpreis pro Sun-Aktie von 9,50 Dollar geeinigt. Das sind 42 Prozent mehr als das Papier am Freitag gekostet hatte. Oracle erwarte durch den Zukauf einen Zuwachs beim Betriebsgewinn auf Non-Gaap-Basis um 1,5 Milliarden Dollar, teilte der nach "Fortune"-Angaben weltweit zweitgrößte Software-Konzern am Montag mit.

Oracle-Chef Larry Ellison: Neue Übernahme
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Oracle-Chef Larry Ellison: Neue Übernahme

Die Oracle Chart zeigen-Aktie gab nach Bekanntgabe der Übernahmepläne vorbörslich nach. Die Anteilsscheine von Sun Microsystems Chart zeigen sprangen dagegen bis knapp unter die Marke von neun Dollar, danach bröckelten die Gewinne aber schnell wieder ab und die Papiere verloren im vorbörslichen Handel sogar 1,49 Prozent auf 6,59 Dollar. Die Papiere von Oracle rutschten zeitgleich um 4,77 Prozent auf 18,15 (19,06) Dollar.

Erst am vergangenen Donnerstag war bekanntgeworden, dass Sun sich um die Wiederaufnahme der milliardenschweren Fusionsgespräche mit IBM Chart zeigen bemüht. Wenn IBM sich stärker für einen erfolgreichen Abschluss einsetze, sei eine Rückkehr an den Verhandlungstisch denkbar, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg da unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Sun hatte zuvor wochenlang mit IBM über eine Fusion verhandelt. Zuletzt hatte der Kaufpreis rund sieben Milliarden Dollar betragen sollen. Dann aber brach der Sun-Verwaltungsrat die Verhandlungen ab, weil ihm der Preis als zu niedrig erschien. Auch fehlende Garantien für den Fall, dass es Schwierigkeiten mit den Wettbewerbshütern geben sollte, habe Sun moniert.

Für Sun bedeutet die Übernahme durch Oracle jetzt eine Wende zum Guten. Nach Erhebungen der Marktforscher von IDC war der Markt für Server, der über die Hälfte des Geschäfts für Sun ausmacht, im vierten Quartal 2008 um 14 Prozent zurückgegangen.

Unmittelbar nach den ersten Gerüchten um eine eventuelle Übernahme durch IBM war die Sun-Aktie auf Höhenflug gegangen. Nach dem Platzen der Gespräche stürzte das Papier an der New Yorker Börse am Montag drastisch um fast ein Viertel auf etwa 6,50 Dollar ab.

Oracle-Chef Larry Ellison, der sein Unternehmen mit zahlreichen Übernahmen zum zweitgrößten Software-Hersteller gemacht hat, rechnet damit, dass die Übernahme bereits im ersten Jahr den Gewinn steigern wird. Oracle ist bekannt für seine Datenbank-Software und gilt als einer der wichtigsten Wettbewerber der deutschen Software-Schmiede SAP Chart zeigenund der amerikanischen IBM. Sun Microsystems ist auf den Bau von Großrechnern (Server) spezialisiert.

mik/jul/AP/Reuters



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