Nordkorea Industriekomplex Kaesong wiedereröffnet

Fünf Monate lang standen die Fabriken still, jetzt ist der Industriekomplex Kaesong in Nordkorea wiedereröffnet worden. Am frühen Montagmorgen überquerten Manager, Autos und Lastwagen aus Südkorea die Grenze und kehrten an ihre Arbeit in dem Business-Park zurück.

Südkoreanische Soldaten nahe Kaesong: Sonderwirtschaftszone wiedereröffnet
DPA

Südkoreanische Soldaten nahe Kaesong: Sonderwirtschaftszone wiedereröffnet


Seoul - Der Industriekomplex Kaesong in Nordkorea ist nach rund fünf Monaten wiedereröffnet worden. 821 Südkoreaner sollen im Laufe des Montags die Grenze überqueren. Mehr als die Hälfte der in Nordkorea produzierenden südkoreanischen Unternehmen hätten ihre nordkoreanischen Arbeiter in die Fabriken beordert, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Zunächst ist ein Testbetrieb geplant. Wann der Regelbetrieb wieder beginnt, "hängt von den Unternehmen selbst ab", erklärte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul.

Die Regierung in Pjöngjang hatte im April angesichts zunehmender Spannungen zwischen beiden Ländern alle 53.000 Nordkoreaner aus dem Komplex abgezogen, die dort in mehr als 120 südkoreanischen Fabriken gearbeitet hatten. Vor allem Billigprodukte werden in dem Areal hergestellt, darunter viel Kleidung.

Parallel zur Wiedereröffnung am Montag begannen in Kaesong erneut Verhandlungen des gemeinsamen Verwaltungskomitees. Das Komitee setzt sich gleichberechtigt aus Vertretern Nord- und Südkoreas zusammen. Details zur Sicherheit des südkoreanischen Personals, der Kommunikationsinfrastruktur und der Zollabfertigung seien nach wie vor ungeklärt, meldeten südkoreanische Medien.

Die südkoreanische Seite konnte bei den Verhandlungen einige Bedingungen durchsetzen. So soll der Industriepark für ausländische Investoren geöffnet werden. Dafür müssen allerdings erst die Voraussetzungen geschaffen werden. Bisher unterliegen Produkte aus Kaesong in vielen Ländern Importrestriktionen für nordkoreanische Waren.

Die Regierung in Seoul erhofft sich davon, dass der Norden nicht erneut zu derart drastischen Maßnahmen wie einer Schließung greifen wird. Bislang sind in Kaesong 123 südkoreanische Firmen vertreten. Rund 820 Manager und Angestellte sollten am Montag aus Südkorea nach Kaesong fahren, gut die Hälfte soll dort auch über Nacht bleiben.

nck/AFP/dpa

insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
robert.haube 16.09.2013
1. Weiter so !
Ein weiterer und symbolträchtiger Schritt neben der Wieder-Inbetriebnahme von Kaesong ist - wie die südkoreanische yonhap heute berichtet: Auf einem in Pyongyang gegenwärtig stattfindenden Gewichtheber-Wettkampf durfte gestern zum ersten mal in der koreanischen Nachkriegsgeschichte beim Sieg zweier südkoreanischer Sportler die südkoreanische Hymne gespielt und ihre Flagge aufgezogen werden. Es riecht nach weiterer Entspannung.
rainer_daeschler 16.09.2013
2. Nationalhymne von Südkorea spielen
Zitat von robert.haubeEin weiterer und symbolträchtiger Schritt neben der Wieder-Inbetriebnahme von Kaesong ist - wie die südkoreanische yonhap heute berichtet: Auf einem in Pyongyang gegenwärtig stattfindenden Gewichtheber-Wettkampf durfte gestern zum ersten mal in der koreanischen Nachkriegsgeschichte beim Sieg zweier südkoreanischer Sportler die südkoreanische Hymne gespielt und ihre Flagge aufgezogen werden. Es riecht nach weiterer Entspannung.
Hatten Sie denn eine Wahl? Wer zu internationalen Wettkämpfen einlädt, muss auch die Nationalhymne des Siegerlandes spielen, ob es ihm passt, oder nicht.
ithox 16.09.2013
3. Nordkorea, regiert von Partisanen-Familien?
Zitat von robert.haubeEin weiterer und symbolträchtiger Schritt neben der Wieder-Inbetriebnahme von Kaesong ist - wie die südkoreanische yonhap heute berichtet: Auf einem in Pyongyang gegenwärtig stattfindenden Gewichtheber-Wettkampf durfte gestern zum ersten mal in der koreanischen Nachkriegsgeschichte beim Sieg zweier südkoreanischer Sportler die südkoreanische Hymne gespielt und ihre Flagge aufgezogen werden. Es riecht nach weiterer Entspannung.
Ich freue mich auch, wenn ich lese, dass sich Nordkorea nicht ganz von der Welt abschottet. Sie hat zwar Verbindungen zu China und Russland, aber von Menschenrechtsfreundlichkeit kann man im Falle von Nordkorea nicht reden. Da Ihre Beiträge ständig einen Optimismus ausstrahlen, das Regime lobend, habe ich mir die Mühe gegeben, einige von Ihren Beiträgen durchzulesen. " Pyongyang scheint außerordentlich aufgeräumt zu sein und gar nicht unmordern. Vielleicht doch mal ein Reiseziel ?" oder "Nordkorea ist derart "gestopft" mit Bodenschätzen, dass sein Land ohne eine demütigende Auftragsfertigung für südkoreanische Firmen entwickeln könnte." Was bedeutet hier "demütigende Auftragsfertigung" ? oder "Kim, der bekanntlich u.a. auf einem Schweizer Internat ausgebildet wurde, hatte drei Schwerpunkte gesetzt: ... 2. Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung und 3. Verbesserung der Beziehung zu allen Ländern, die Nord-Korea ohne Feindschaft begegnen. " oder "Das Bild, das von vielen Medien von Nord-Korea verbreitet wird, relativiert sich doch sehr stark, wenn man einmal im Netz die Reiseberichte auf youtube der vergangenen zwei Jahre anschaut. In Pyongyang z.B. gibt es mittlerweile sogar recht ordentlichen Autoverkehr. " ? Die Reiseberichte habe ich mir angeschaut, von wegen... ;) "In Nord-Korea übt eine Oligarchie von etwa 50 sogenannter Partisanen-Familien die Macht aus. Diese Familien hatten im Befreiungskampf gegen die japanische Okkupation eine herausragende Rolle gespielt. Der neue junge Chef wurde von diesen Familien abgesegnet." In Nordkorea herrschen also die "Befreier", die eine herausragende Rolle gespielt haben? ;) Das erinnert mich an einige Youtube Berichte, aber die nordkoreanischen ;) Jetzt herrscht der "junge Chef" ;) ja, klar.
ichbinschlau 16.09.2013
4. Los gehts
liebe Arbeitssklaven fürs Vaterland. Es werden Devisen benötigt.
hanji 16.09.2013
5. Kaesong nicht unterschätzen
Ich denke, man sollte das Kaesong Projekt nicht zu schnell abwerten oder als Devisenbringer für ein diktatorisches Regime anklagen. Für die Wirtschaft des Südens mag es nur eine Petitesse sein, aber für die Entspannungspolitik war und ist es wieder enorm wichtig. Und immerhin haben so 53.000 Nordkoreaner von Montag bis Freitag einen sauberen, sicheren und im Winter warmen Abeitsplatz mit normalen Chefs (nicht Parteibonzen), und erleben dadurch an der Informatonskontrolle vorbei, wie im Süden gearbeitet und gedacht wird.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.