New York - Angela Merkel dürfte dankbar sein für die willkommene Wahlkampfhilfe. Denn der erste Platz auf der "Forbes"-Liste bedeutet einen üppigen Image-Bonus. Die Liste der 100 mächtigsten Frauen, die das US-Magazin in der Nacht zum Donnerstag veröffentlichte, wird ansonsten von Konzern- und Bankchefinnen dominiert, die weniger als die Kanzlerin in der Öffentlichkeit stehen.
Den zweiten Platz auf der am Mittwoch veröffentlichten neuen "Forbes"-Liste nimmt wie schon 2008 die Chefin des US-Einlagensicherungsfonds FDIC, Sheila Bair, ein. Sie hat im Zuge der Rezession in den USA an Prominenz gewonnen. Sie musste angesichts der Finanzkrise in diesem Jahr bereits über die Schließung von 77 US-Banken wachen, wie die US-Zeitschrift auf ihrer Internetseite berichtet.
Auch auf dem dritten Rang gab es mit der PepsiCo
-Konzernchefin Indra Nooyi keine Veränderung zum Vorjahr. Die Vorstandsvorsitzende des britischen Bergbaukonzerns Anglo American
, Cynthia Carroll, und die Chefin von Singapurs Staatsfonds Temasek, Ho Ching, schafften es ebenfalls in die Top Ten.
Eine der populärsten Neueinsteigerinnen ist US-First-Lady Michelle Obama, die auf dem 40. Platz landete. Neu aufgenommen wurden außerdem die Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay (Platz 63), die isländische Regierungschefin Jóhanna Sigurdardóttir (74) und die Ministerpräsidentin von Bangladesch, Hasina Wajed (78).
Bei der Zusammenstellung der Liste berücksichtigt "Forbes" die Medienpräsenz der Kandidatinnen, die Macht ihres Amtes sowie Größe und Wichtigkeit der Staaten, Firmen oder Organisationen, die von ihnen gelenkt werden. Auf den vorderen Plätzen finden sich auch die Chefinnen von Konzernen Anglo American, Kraft Foods
und Dupont.
Hillary Clinton ist nach dem Scheitern ihrer Bewerbung um das Präsidentenamt von Rang 28 auf 36 und damit hinter die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, abgerutscht. Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey und die britische Queen Elizabeth II. rangieren auf den hinteren Rängen.
mik/dpa/Reuters/dpa-AFX
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