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Arbeitszeiten Wie die Deutschen für ihr Geld schuften müssen

10. Teil: Der Zeitarbeiter: "Meine Arbeit ist fast moderne Sklaverei"

Der Zeitarbeiter* (46)

"Für die Frühschicht muss ich nachts um drei raus. Um fünf fängt die Arbeit an, und ich muss 50 Kilometer hinfahren. Gleich als erstes heißt es dann: Steine und Betonsäcke aus den Lkw hieven.

Ich arbeite in einem Baumarkt im Abhollager für Baustoffe. Das heißt: Eigentlich arbeite ich für eine Zeitarbeitsfirma, die mich an den Baumarkt vermittelt hat. Ich bin gelernter Maurer, früher war ich Vorarbeiter bei einer Tiefbaufirma. Dort habe ich bis zu 2500 Euro netto verdient, bin aber irgendwann wegrationalisiert worden. Jetzt bin ich froh über die Stelle bei der Zeitarbeitsfirma. Auch wenn das fast moderne Sklaverei ist. Ich kriege sieben Euro in der Stunde, dazu zehn Euro Fahrgeld am Tag. Netto komme ich auf 1100 Euro im Monat.

Das reicht nicht. Ich muss 340 Euro Miete zahlen, Strom, Versicherung, das Auto, ohne das es nicht geht. Deshalb mache ich oft mehrere Wochen hintereinander Frühschicht - damit ich danach auf meinen Baustellen arbeiten kann. Schwarz.

So komme ich oft erst um 22 Uhr nach Hause. Aber trotzdem: Ich gehe in meiner Arbeit auf. Im Baumarkt stell ich den Leuten ja nicht nur Säcke hin - ich berate auch. Wenn einer eine Schaukel einbetonieren will, sag ich ihm, wie das geht. Ich kann gut mit den Leuten, werde immer nur gelobt.

Auch von meinen Privatkunden. Die meisten kennen mich durch Mund-zu-Mund-Werbung. Ich lege Kellerwerke trocken, pflastere Einfahrten, verputze Mauern. Und immer alles sorgfältig. Wegen der Schwarzarbeit schäme ich mich nicht. Wie soll ich sonst existieren? Dicke habe ich es auch so nicht. Wenn's gut läuft, komm ich auf 2000 Euro im Monat."

*Name der Redaktion bekannt

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insgesamt 892 Beiträge
ronghua 31.07.2009
Geradezu eine Lachnummer fuer mich. Es hat nie eine 41,2 Stundenwoche gegeben fuer mich. Norm 48-60 Stunden. Bin bereits im 69-zigsten und noch voll im Einsatz, trotz 45-zig Jahre Diabetes Typ1. Macht Euch nicht laecherlich mit [...]
Zitat von sysopDie Deutschen haben immer noch den Ruf fleißiger Arbeiter. Laut einer Studie nicht zu Unrecht: durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Arbetnehmer und damit deutlich länger als die meisten Kollegen in anderen EU-Ländern. Finden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Geradezu eine Lachnummer fuer mich. Es hat nie eine 41,2 Stundenwoche gegeben fuer mich. Norm 48-60 Stunden. Bin bereits im 69-zigsten und noch voll im Einsatz, trotz 45-zig Jahre Diabetes Typ1. Macht Euch nicht laecherlich mit dieser Frage. Gruss aus China.
Notausgang 31.07.2009
Gibt es wirklich Leute, die glauben, die Arbeitsmenge ist ein großer statischer Kuchen und wenn man die Stücke nur klein genug schneidet, dann bekommt jeder was ab? Nein, wenn die Anzahl der Stücken größer und damit teurer [...]
Gibt es wirklich Leute, die glauben, die Arbeitsmenge ist ein großer statischer Kuchen und wenn man die Stücke nur klein genug schneidet, dann bekommt jeder was ab? Nein, wenn die Anzahl der Stücken größer und damit teurer wird, gibts halt für keinen mehr was zu essen. Dann wird eben woanders der Kuchen verteilt. Insgesamt glaube ich schon, dass die Deutschen sehr fleissig arbeiten und das auch effektiv. Das können andere Menschen auch. Die Arbeitnehmer haben das erkannt..
silenced 31.07.2009
Die arbeiten eher viel zu Wenig. 104 Tage Wochenende + 30 Tage Urlaub = 134 Tage "frei" im Jahr. Nehmen wir jetzt noch die Feiertage dazu und Brückentage usw., ja, dann kommt man auf bald 150 Tage frei. Zumindest [...]
Zitat von sysopFinden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Die arbeiten eher viel zu Wenig. 104 Tage Wochenende + 30 Tage Urlaub = 134 Tage "frei" im Jahr. Nehmen wir jetzt noch die Feiertage dazu und Brückentage usw., ja, dann kommt man auf bald 150 Tage frei. Zumindest für die, welche Mo - Fr arbeiten und sowieso keinen Plan von nichts haben, und sehr gern vergessen wo die wirkliche Leistung erbracht wird, nämlich bei jenen die 24/7 verfügbar sein "müssen" und in Schichten arbeiten.
Case Study 31.07.2009
Vor allen Dingen ist für die Deutschen Arbeit alles, was es gibt. Ohne Arbeit ist alles sinnlos. Und die sind dann auch noch stolz darauf, dass sie 60 Stunden in der Woche rackern. Wozu eigentlich? Geld? Gesellschaftliches [...]
Vor allen Dingen ist für die Deutschen Arbeit alles, was es gibt. Ohne Arbeit ist alles sinnlos. Und die sind dann auch noch stolz darauf, dass sie 60 Stunden in der Woche rackern. Wozu eigentlich? Geld? Gesellschaftliches Ansehen? Und auf dem Grabstein steht dann irgendwann:"Er war immer fleissig und hat gearbeitet". Toll! Vielleicht sollten alle mal weniger arbeiten und ich mehr auf andere Dinge konzentrieren.
pj-hh 31.07.2009
Was ein Unfug: 41,2 Stunden pro Woche in D, gegenüber 38,4 Stunden pro Woche in F, eine Differenz von 2,8 Stunden, und die soll "Das schadet dem Familienleben und beeinträchtigt langfristig möglicherweise auch die [...]
Zitat von sysopDie Deutschen haben immer noch den Ruf fleißiger Arbeiter. Laut einer Studie nicht zu Unrecht: durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Arbetnehmer und damit deutlich länger als die meisten Kollegen in anderen EU-Ländern. Finden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Was ein Unfug: 41,2 Stunden pro Woche in D, gegenüber 38,4 Stunden pro Woche in F, eine Differenz von 2,8 Stunden, und die soll "Das schadet dem Familienleben und beeinträchtigt langfristig möglicherweise auch die Gesundheit". Ein bekannter Franzose hätte dazu gesagt: "Die spinnen, die Gewerkschaften." Aber klar, die Arbeit auf mehr Personen aufteilen, dann kann man ja auch schön pro Betrieb mehr freigestellte Betriebsräte (die sog. Drückebergerkompanie) durchsetzen. Daß das teurer wird, als weniger Leute eine normale Zeit arbeiten zu lassen, ist ja wohl klar. Von Dingen wie Rüstzeiten u.ä. will ich hier gar nicht reden.
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