Wirtschaft



ThemaArbeitszeitRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
01.09.2009
 

Arbeitszeiten

Wie die Deutschen für ihr Geld schuften müssen

Von Yasmin El-Sharif, Anne Seith und Julian Trauthig

3. Teil: Die Lehrerin: "Vieles ist ganz anders, als ich es mir je vorgestellt hatte"

Kirsten Müßen, 33, Lehrerin

Kirsten Müßen, 33, Lehrerin

"Früher, als ich noch keine Lehrerin war, hätte ich nie gedacht, dass man in diesem Beruf so viel am eigenen Schreibtisch sitzt. Inzwischen unterrichte ich seit vier Jahren und vieles ist ganz anders, als ich es mir je vorgestellt hatte. Das heißt aber nicht, dass es mir nicht gefällt. Ganz im Gegenteil.

Ich bin Englisch- und Französisch-Lehrerin an einem Gymnasium in einer Kleinstadt, die etwa 45 Kilometer von meinem Wohnort entfernt liegt. Das heißt, dass ich jeden morgen um circa halb sechs aus dem Bett muss, um pünktlich zur Schule zu kommen.

Die große Pause am Vormittag nutze ich fast immer, um mich im Lehrerzimmer mit anderen Kollegen abzustimmen oder Änderungen im Stundenplan nachzusehen. Eine Pause im eigentlichen Sinn ist das daher nicht. Manchmal schaffe ich es vielleicht, ein halbes Butterbrot zu essen. Eine richtige Pause habe ich erst, wenn ich nach Schulschluss gegen zwei nach Hause komme.

Ab 14.30 Uhr beginnt die zweite Hälfte meines Arbeitstags - an meinem eigenen Schreibtisch. Ich bereite den Unterricht für den nächsten Tag vor oder korrigiere Klausuren. Unter der Woche endet mein Arbeitstag daher in der Regel nicht vor 18.30 Uhr. An Samstagen und Sonntagen korrigiere ich jeweils noch einmal vier bis fünf Stunden.

Uns Lehrern wird ja immer wieder vorgehalten, dass wir so viele Ferienwochen im Jahr haben. Richtig Freizeit habe ich aber auch nur im Sommer. Um Ostern oder Weihnachten herum habe ich nämlich meistens zu tun, weil vor den Ferien noch Klausuren geschrieben werden, die ich dann in der freien Zeit korrigiere.

Allerdings weiß ich auch, dass ich im Vergleich mit anderen Berufstätigen in vielerlei Hinsicht mehr Freiheiten habe. Wenn ich unter der Woche mal einen freien Nachmittag brauche, dann arbeite ich halt am Wochenende länger. Außerdem bin ich froh, dass ich als Beamtin einen sicheren Job habe und eine tolle Bezahlung, die mir und meiner Familie Sicherheit gibt. Klar, ich trage viel Verantwortung. Aber wir Lehrer können wirklich zufrieden sein. Und die Arbeit mit Kindern macht großen Spaß."

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 892 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
10.09.2009 von Kim: Danke für die Info!

Danke, das beantwortet meine Frage! mehr...

10.09.2009 von Kim:

Jaja, aber wehe er wäre mal allein gelassen in einem Raum mit einem Kind mit vollgesch... Windel. ;-) mehr...

10.09.2009 von aloa5:

Das ist nicht richtig. Sie verbrauchen jederzeit (außer während der Arbeit) die Arbeitskraft anderer. Beim Essen, beim wohnen, beim benutzen der Straße, beim Arzt usw.. Es gibt da etwas, was nachweisbar tief in uns verankert [...] mehr...

10.09.2009 von gbartkowiak:

In der Welt in der ich lebe wird Arbeit die keinen Zweck erfüllt aber trotzdem bezahlt werden muss gestrichen, da unproduktiv und Ressourcenverschwendung. mehr...

10.09.2009 von bine_38:

In unserem Garten wachsen neben den Tomaten im Moment auch neue Schuhe für unseren Sohn, und die T-Shirts für meinen Mann sollten nun auch bald reif sein. Der Samen für die neue Waschmaschine, die wir letztes Jahr eigentlich [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Arbeitszeit

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP