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Arbeitszeiten Wie die Deutschen für ihr Geld schuften müssen

9. Teil: Der Unternehmer: Den ersten Urlaub gab es nach sechs, sieben Jahren"

Edwin Kohl, 59, Inhaber eines Pharmaunternehmens

Edwin Kohl, 59, Inhaber eines Pharmaunternehmens

"Um sechs Uhr morgens mache ich mir eine Tasse Tee und lese meine E-Mails. Wenn ich fit bin, schwimme ich danach. Ich habe ein Becken im Haus, das ist großer Komfort. Bin ich zu müde zum Sport, lese ich gleich meine Zeitungen. Dann erledige ich dringende Anrufe, anschließend geht's ins Büro. Der Rest des Tages vergeht mit Besprechungen und Meetings.

Wir bringen gerade ein neues Arzneimittel-Versorgungskonzept auf den Markt - die Technologie ermöglicht, individuelle Medikamentenpackungen zu erstellen. Chronisch Kranke und Ältere, die viel unterschiedliche Arzneimittel einnehmen müssen, erhalten so in ihrer Apotheke regelmäßig ihre individuell zusammengestellte Wochenpackung. Jetzt, in der Einführungsphase, haben wir Hochbetrieb. Es kommen etwa Vertreter von Krankenkassen, bei denen ich für das System werbe.

Trotzdem mache ich normalerweise um 18 Uhr Schluss. Ich will belastbar bleiben. Das bin ich auch meiner Familie schuldig. Schon weil ich will, dass meine Söhne meinem Beispiel einmal folgen und das Unternehmen übernehmen.

Ich habe vor 30 Jahren als One-Man-Show angefangen. In einer ehemaligen Zwergschule, die ich gemietet habe. Von dort aus habe ich medizinische Wegwerfartikel aus den USA vertrieben. Die erste Urlaubswoche gab es nach sechs, sieben Jahren. Heute fahre ich ins Oberengadin oder nach Frankreich, wo ich Ferienwohnungen habe. Lange bleibe ich nie, schließlich muss ich ein 1500-Mann-Unternehmen führen.

Ein Leben in einem Großkonzern kann ich mir nicht vorstellen. Wir sind ein Familienbetrieb, in dem eine bestimmte Ethik herrscht. Wir sägen uns nicht gegenseitig an den Stühlen."

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insgesamt 892 Beiträge
ronghua 31.07.2009
Geradezu eine Lachnummer fuer mich. Es hat nie eine 41,2 Stundenwoche gegeben fuer mich. Norm 48-60 Stunden. Bin bereits im 69-zigsten und noch voll im Einsatz, trotz 45-zig Jahre Diabetes Typ1. Macht Euch nicht laecherlich mit [...]
Zitat von sysopDie Deutschen haben immer noch den Ruf fleißiger Arbeiter. Laut einer Studie nicht zu Unrecht: durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Arbetnehmer und damit deutlich länger als die meisten Kollegen in anderen EU-Ländern. Finden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Geradezu eine Lachnummer fuer mich. Es hat nie eine 41,2 Stundenwoche gegeben fuer mich. Norm 48-60 Stunden. Bin bereits im 69-zigsten und noch voll im Einsatz, trotz 45-zig Jahre Diabetes Typ1. Macht Euch nicht laecherlich mit dieser Frage. Gruss aus China.
Notausgang 31.07.2009
Gibt es wirklich Leute, die glauben, die Arbeitsmenge ist ein großer statischer Kuchen und wenn man die Stücke nur klein genug schneidet, dann bekommt jeder was ab? Nein, wenn die Anzahl der Stücken größer und damit teurer [...]
Gibt es wirklich Leute, die glauben, die Arbeitsmenge ist ein großer statischer Kuchen und wenn man die Stücke nur klein genug schneidet, dann bekommt jeder was ab? Nein, wenn die Anzahl der Stücken größer und damit teurer wird, gibts halt für keinen mehr was zu essen. Dann wird eben woanders der Kuchen verteilt. Insgesamt glaube ich schon, dass die Deutschen sehr fleissig arbeiten und das auch effektiv. Das können andere Menschen auch. Die Arbeitnehmer haben das erkannt..
silenced 31.07.2009
Die arbeiten eher viel zu Wenig. 104 Tage Wochenende + 30 Tage Urlaub = 134 Tage "frei" im Jahr. Nehmen wir jetzt noch die Feiertage dazu und Brückentage usw., ja, dann kommt man auf bald 150 Tage frei. Zumindest [...]
Zitat von sysopFinden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Die arbeiten eher viel zu Wenig. 104 Tage Wochenende + 30 Tage Urlaub = 134 Tage "frei" im Jahr. Nehmen wir jetzt noch die Feiertage dazu und Brückentage usw., ja, dann kommt man auf bald 150 Tage frei. Zumindest für die, welche Mo - Fr arbeiten und sowieso keinen Plan von nichts haben, und sehr gern vergessen wo die wirkliche Leistung erbracht wird, nämlich bei jenen die 24/7 verfügbar sein "müssen" und in Schichten arbeiten.
Case Study 31.07.2009
Vor allen Dingen ist für die Deutschen Arbeit alles, was es gibt. Ohne Arbeit ist alles sinnlos. Und die sind dann auch noch stolz darauf, dass sie 60 Stunden in der Woche rackern. Wozu eigentlich? Geld? Gesellschaftliches [...]
Vor allen Dingen ist für die Deutschen Arbeit alles, was es gibt. Ohne Arbeit ist alles sinnlos. Und die sind dann auch noch stolz darauf, dass sie 60 Stunden in der Woche rackern. Wozu eigentlich? Geld? Gesellschaftliches Ansehen? Und auf dem Grabstein steht dann irgendwann:"Er war immer fleissig und hat gearbeitet". Toll! Vielleicht sollten alle mal weniger arbeiten und ich mehr auf andere Dinge konzentrieren.
pj-hh 31.07.2009
Was ein Unfug: 41,2 Stunden pro Woche in D, gegenüber 38,4 Stunden pro Woche in F, eine Differenz von 2,8 Stunden, und die soll "Das schadet dem Familienleben und beeinträchtigt langfristig möglicherweise auch die [...]
Zitat von sysopDie Deutschen haben immer noch den Ruf fleißiger Arbeiter. Laut einer Studie nicht zu Unrecht: durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Arbetnehmer und damit deutlich länger als die meisten Kollegen in anderen EU-Ländern. Finden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Was ein Unfug: 41,2 Stunden pro Woche in D, gegenüber 38,4 Stunden pro Woche in F, eine Differenz von 2,8 Stunden, und die soll "Das schadet dem Familienleben und beeinträchtigt langfristig möglicherweise auch die Gesundheit". Ein bekannter Franzose hätte dazu gesagt: "Die spinnen, die Gewerkschaften." Aber klar, die Arbeit auf mehr Personen aufteilen, dann kann man ja auch schön pro Betrieb mehr freigestellte Betriebsräte (die sog. Drückebergerkompanie) durchsetzen. Daß das teurer wird, als weniger Leute eine normale Zeit arbeiten zu lassen, ist ja wohl klar. Von Dingen wie Rüstzeiten u.ä. will ich hier gar nicht reden.
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