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Thüringen, Sachsen & Co. Deutsche Bank attestiert Osten robuste Wirtschaft

Größtes deutsches Solarkraftwerk in Brandenburg: Im Osten geht die Sonne aufZur Großansicht
dpa

Größtes deutsches Solarkraftwerk in Brandenburg: Im Osten geht die Sonne auf

Die Bilanz von 20 Jahren Aufbau Ost scheint bescheiden: Die Wirtschaftsstruktur ist demnach noch immer schwach, die Arbeitslosigkeit hoch und die Löhne niedrig. Doch laut einer Deutsche-Bank-Studie täuscht der Eindruck. Die ostdeutschen Länder haben sich zuletzt besser entwickelt als erwartet.

Berlin - Noch unterscheiden sich die Lebensverhältnisse zwischen Ost und West gewaltig. Doch die blühenden Landschaften in den neuen Ländern, die der einstige Kanzler Helmut Kohl kurz nach der Wende versprach, sind 20 Jahre später tatsächlich vielerorts Realität geworden. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie von DB Research, der Denkfabrik der Deutschen Bank.

"Die ostdeutschen Bundesländer haben sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt", sagt Studienautor Klaus-Günter Deutsch. Auch was die Zukunftsperspektiven angeht, ist er optimistisch. Selbst wenn die Folgen der globalen Wirtschaftskrise im Einzelnen noch nicht absehbar seien, stehe die ostdeutsche Wirtschaft heute viel robuster da als noch vor fünf Jahren: "Inzwischen gibt es deutlich mehr Licht als Schatten." Damit sind die Deutschbanker wesentlich zuversichtlicher als ihre Forscherkollegen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Der Grund für den Optimismus: Gerade in der jüngeren Vergangenheit haben sich in den ostdeutschen Bundesländern viele mittelständische Firmen angesiedelt oder wurden neu gegründet, die eben nicht nur Callcenter-Jobs mit Dumpinglöhnen, sondern oftmals auch qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen haben. Dies gilt bei weitem nicht nur für traditionelle Branchen wie die Chemieindustrie oder den Maschinenbau. Weil die ostdeutschen Bundesländer früh auf Zukunftstechnologien wie erneuerbare Energien gesetzt haben, profitieren sie heute entsprechend davon. Nicht umsonst steht die größte Solaranlage der Republik in Brandenburg.

"Meck Pomm" gilt als Inkarnation aller Ossi-Tristesse

Fast alle neuen Länder haben Schwerpunkte in ihren Wirtschaftsstrukturen, sogenannte Cluster, geschaffen, die - erfreulicher Nebeneffekt - nicht so anfällig für Konjunkturschwankungen sind wie zum Beispiel die Automobilindustrie und der Maschinenbau. So spielt die Gesundheitsindustrie in Berlin eine wichtige Rolle, und der Tourismus ist ein zentraler Beschäftigungsmotor für Mecklenburg-Vorpommern.

Das Küstenland zeigt besonders deutlich, wie sehr sich das öffentliche Bild über die vermeintliche Situation im Osten der Republik von der tatsächlichen unterscheidet, gilt "Meck Pomm" doch gemeinhin als Inkarnation aller nur denkbaren Ossi-Tristesse. Dabei hat sich das bevölkerungsarme Mecklenburg-Vorpommern seit der Wende wirtschaftlich nicht signifikant schlechter entwickelt als die anderen neuen Bundesländer.

Trotz guter Entwicklungen gibt es noch viele Probleme

Dass insgesamt wenig von den Erfolgen zu hören ist, dürfte vor allem daran liegen, dass die Firmen in Ostdeutschland im Schnitt deutlich kleiner sind als im Westen. Große Mittelständler mit Milliardenumsätzen, wie es sie in Baden-Württemberg zuhauf gibt, sucht man in Sachsen-Anhalt, Thüringen & Co. vergeblich. Mittelständische Firmen, die hier neu gegründet werden, haben im Schnitt nur rund 80 Mitarbeiter. Was aber im Umkehrschluss auch bedeutet: Die ostdeutsche Wirtschaft hat inzwischen weit mehr zu bieten als Dönerbuden und Nagelstudios.

Zumal die Unternehmen längst nicht mehr nur in regionalen Kategorien, sondern zunehmend auch global denken. So liegt in Thüringen die Exportquote am Bruttoinlandsprodukt schon bei fast einem Viertel - Mitte der neunziger Jahre waren es nur rund fünf Prozent.

Herausbildung eines Mittelstandes, Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze, Exportorientierung - trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es natürlich weiterhin unübersehbare Probleme in Ostdeutschland: Noch immer fehlen weit mehr als 1,5 Millionen Arbeitsplätze, pendeln Hunderttausende zur Arbeit in die alten Bundesländer und verdienen die Menschen, die einen Job haben, im Schnitt ein Drittel weniger als ihre westdeutschen Kollegen.

Doch die gute Nachricht ist: Der Osten hat nicht nur beim Bruttoinlandsprodukt aufgeholt, sondern ähnelt dem Westen auch in seinen Wirtschaftsstrukturen immer mehr.

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insgesamt 4376 Beiträge
DJ Doena 27.08.2009
Die Frage ist, ob das je ganz passieren wird. Großbritannien ist technisch gesehen auch ein Land, dennoch gibt es da die Waliser, die Schotten und eben die Engländer.
Die Frage ist, ob das je ganz passieren wird. Großbritannien ist technisch gesehen auch ein Land, dennoch gibt es da die Waliser, die Schotten und eben die Engländer.
CMH 27.08.2009
Wäre toll, wenn der sysop das anhand einer Quelle belegen könnte. Ich bin mir ziemlich sicher, letzte Woche in der FAZ einen Bericht gelesen zu haben, der das Gegenteil darstellte.
Zitat von sysopDie ökonomische Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland vergrößert sich wieder. Was ist nach der Wiedervereinigung schief gelaufen?
Wäre toll, wenn der sysop das anhand einer Quelle belegen könnte. Ich bin mir ziemlich sicher, letzte Woche in der FAZ einen Bericht gelesen zu haben, der das Gegenteil darstellte.
sysop 27.08.2009
Kommt gleich.
Kommt gleich.
Reziprozität 27.08.2009
Hmm, Tostedt zum Beispiel. Liegt aber suedlich der Elbe....
Zitat von ecuaJa, das ist so, in Hamburg sagen wir, alles was südlich der Elbe liegt ist feindliches Ausland ;-) Der Osten hat fasst keine Ausländer, kein Wunder, ist ja auch Ausländerfeindlich. Der Westen hat viele Ausländer und Wunder, kaum Ausländerfeindlichkeit. Leider gibt es immer wieder Ausnahmen, die die Regel bestätigen.
Hmm, Tostedt zum Beispiel. Liegt aber suedlich der Elbe....
DJ Doena 27.08.2009
Alles nördlich des Mains gehört ja auch zu Südschweden. ;-)
Zitat von ecuaJa, das ist so, in Hamburg sagen wir, alles was südlich der Elbe liegt ist feindliches Ausland ;-)
Alles nördlich des Mains gehört ja auch zu Südschweden. ;-)
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