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04.09.2009
 

Finnland

Frauenfeindliche Sprüche kosten Audi-Manager den Job

Frauen und Technik - manche Männer glauben immer noch, dass sich das Thema trefflich eignet, um die Überlegenheit des eigenen Geschlechts zu belegen. Ein Trugschluss, wie sich jetzt in Finnland herausstellte. Dort sorgte ein Audi-Manager mit frauenfeindlichen Sprüchen für Empörung.

Stockholm - Testosteron-Überschuss oder völlig verunglückte Ironie - eine plausible Erklärung für seine Entgleisung hatte der Verkaufschef von Audi Finnland, Esko Kiesi, am Ende selbst nicht. "Meine undurchdachten Äußerungen und der Schaden, den ich angerichtet habe, tun mir leid", teilte Kiesi in einer öffentlichen Erklärung mit. Sein Versuch, die Macho-Sprüche als lustigen Unernst hinzustellen, hatten zuvor die Empörung noch angeheizt.

Stein des Anstoßes war ein Interview in einer Sondernummer der finnischen Frauenzeitschrift "Anna", in dem Kiesi munter drauflos geplappert hatte: Der Spruch "Technische Jobs können Frauen ohne die Hilfe eines Mannes ohnehin nicht bewältigen" war dabei eine der moderaten Aussagen. Doch damit ließ es Kiesi nicht bewenden. "Das Aussehen eines Autos hängt stark von den Rädern und der Aufhängung ab. Bei einer Frau sind es die Schuhe", erklärte der Audi-Manager den verdutzten Journalistinnen.

Der Manager gab auch seine Überzeugung zum Besten, dass eine Frau ihre Form verliere, "wenn die Absätze unter sieben Zentimetern" seien. Und die Qualität einer Beziehung zwischen Frau und Mann lässt sich laut Kiesi leicht ermitteln: "Weigert sich eine Frau, zu bügeln und sauberzumachen, wird der Beziehung bald die Luft ausgehen."

Auch sonst scheint der Manager eher vom alten Schlag zu sein. Das Portal Finnland on Line zitierte ihn mit der Aussage, ein Frauenratgeber von 1948 liefere die einzig wahre Antwort darauf, welches das perfekte Alter einer Frau sei: das Alter des Mannes geteilt durch zwei plus sieben. "Eine geeignete Frau für Kiesi, der 59 Jahre alt ist, wäre demnach 36 bis 37 Jahre alt", rechnet das Portal süffisant vor.

Audi geht auf Distanz

Dass dann nach Kiesis Auffassung Frauen wegen ihrer zu starken Emotionalität nicht für Führungspositionen geeignet seien, war schließlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Ein Sturm der Entrüstung brach los, vor allem im Internet schäumten Leserinnen und Leser ob des "Chauvinismus".

Am Donnerstag schließlich beugte sich Kiesi dem öffentlichen Druck und gab seinen Posten auf. Ein Audi-Sprecher bemühte sich, die Distanz klarzustellen: Solche Aussagen spiegelten ganz und gar nicht das Verhältnis des Herstellers zu Frauen wieder und seien eine persönliche Meinung von Herrn Kiesi. Audi Finnland ist ein eigenständiger Importeur, der nicht zum Ingolstädter Konzern, sondern zur VW-Gruppe gehört.

Ob sein Rücktritt ganz freiwillig oder mit Nachhilfe der obersten Spitze der VW-Tochter erfolgte, wurde nicht bekannt. Pekka Lahti, Chef von VW-Auto, erklärte nur, dass die Äußerungen von Kiesi dem Ansehen der Marke Audi geschadet haben. Auch Kultusminister Stefan Wallin kommentierte den Rücktritt mit Genugtuung: "Das zeigt, dass so etwas in Finnland nicht länger toleriert wird."

Es ist nicht das erste Mal in Finnland, dass Entscheidungsträger wegen Macho-Verhaltens ihren Job verlieren: Der frühere Außenminister Ilkka Kanerva musste zurücktreten, nachdem herauskam, dass er einer Striptease-Tänzerin mehrere hundert eindeutige SMS geschickt hatte. Auch der jetzige Regierungschef Matti Vanhanen geriet in die Schlagzeilen, da er mehrere Frauen über das Internet kontaktiert hatte und Affären mit ihnen begann.

mik

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insgesamt 93 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
17.02.2010 von bauern-cop:

Definitiv NEIN! Solange in Deutschland "Frauenförderpläne", Frauen-Quotenregelungen u.s.v.m. nicht abgeschafft werden, ist von einer "Gleichberechtigung" nichts zu sehen - wohl aber von deutlicher [...] mehr...

17.02.2010 von grauer kater:

Wer sollte denen dann eine Existenz verschaffen, wenn es nur ca. 3 bis 4 % gibt, die "andersrum" sich orientieren. Die Zahl der Frauen, die die Männerquote materiell absichern könnten, ist auch begrenzt, denn so viel [...] mehr...

17.02.2010 von DonCarlos: Nicht vergessen...

Nicht vergessen, es gibt auch Überstunden, Erfahrung, Dauer der Betriebszugehörigkeit und ... Keine Studie konnte bisher belegen, dass der geringere Verdienst auf das Geschlecht zurück geführt werden kann. mehr...

17.02.2010 von rieberger:

Nun geht es strategisch nur noch darum, vermeintliche Nachteile zu zementieren und die Opferrolle zu politisieren. Und schon mutiert ein vermeintlicher Nachteil zu einem handfesten Vorteil. mehr...

16.02.2010 von sosonaja: Versteh ich nicht

Genau das ist der Grund, warum ich keine von diesen tollen, Superweibern, Powerfrauen, ... einstelle. Ein Studium ist heutzutage wahrlich nichts besonderes mehr, nur für die Frauen ist es ein 'hartes' Studium. Ich habe 2 komplette [...] mehr...

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