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14.09.2009
 

Bruttoinlandsprodukt

Sarkozy will Glück als ökonomische Messgröße

Frankreichs Präsident Sarkozy mit seiner Frau: Traditionelle Messung reicht nicht mehr ausZur Großansicht
dpa

Frankreichs Präsident Sarkozy mit seiner Frau: Traditionelle Messung reicht nicht mehr aus

Nicolas Sarkozy will die Konjunkturmessung revolutionieren - und das Bruttoinlandsprodukt abschaffen. Nach Plänen des französischen Präsidenten sollen künftig auch Glück und Umweltschutz den Wohlstand eines Staates ausdrücken - nicht nur in Frankreich.

Paris - Was ist Wirtschaftswachstum? Für den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ist es mehr als ein Plus im Bruttoinlandsprodukt. Sarkozy fordert deshalb vor dem G-20-Gipfel im US-amerikanischen Pittsburgh am 24. und 25. September ein weltweites Umdenken. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe ausgedient und müsste ergänzt werden etwa um die Qualität von Umweltschutz, Sozialleistungen, Glück und öffentliche Dienstleistungen, mahnte der französische Präsident am Montag.

Zuvor hatten die von Sarkozy beauftragten Nobelpreisträger, US-Ökonom Joseph Stiglitz und der indische Wirtschaftsphilosoph Amartya Sen, ihren Vorschlag vorgestellt, wie das Wachstum künftig umfassender erhoben und abgebildet werden könne. Die beiden fordern, das Befinden der Menschen und seine Nachhaltigkeit als zusätzliche Faktoren zu erheben.

OECD sagt Unterstützung zu

Den Vorstoß für die "Wachstumsrevolution" machte Sarkozy bereits in seiner ersten Neujahrsansprache als Präsident vor gut anderthalb Jahren. Sein persönliches Wohlbefinden damals war offenkundig hoch, war er doch frisch verliebt in seine heutige Frau Carla Bruni.

Gerade wegen der aktuellen Wirtschaftskrise, in der Frankreich mit vielen Problemen wie etwa steigenden Arbeitslosenzahlen zu kämpfen hat, scheint Sarkozy sein Vorhaben zu forcieren. Die Wirtschafts- und Finanzkrise habe sehr deutlich gemacht, dass die traditionellen Wege der Wachstumsmessung nicht mehr ausreichten, sagte er. Frankreich werde seine statistischen Methoden entsprechend anpassen. Und darauf will es der Staatspräsident nicht beruhen lassen. "Frankreich wird dafür kämpfen, dass alle internationalen Organisationen folgen und ihr System verändern." Europa müsse dabei den Weg vorgeben. "Was wäre das für eine Innovation!", sagte Sarkozy.

Möglicherweise wird der Präsident sogar Erfolg haben: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sagte zumindest bereits ihre Unterstützung für eine solche Reform zu.

yes/AP/dpa

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