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22.09.2009
 

Arbeitsmarkt

Mindestlohn wird zum Wahlkampf-Schlager

Von Yasmin El-Sharif und Julian Trauthig

Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten für Niedriglöhne, die oft nicht zum Leben reichen. Vor der Bundestagswahl werben die linken Parteien deshalb massiv für einen gesetzlichen Mindestlohn - die Konservativen lehnen ihn ab. Was denken die Bürger? SPIEGEL ONLINE hat nachgefragt.

Hamburg - Deutschland steht vor der Wahl - für oder gegen einen Mindestlohn. Denn nie zuvor haben sich die Parteien in einem Bundestagswahlkampf so klar positioniert: Die Union und die FDP lehnen eine allgemeine gesetzliche Lohnuntergrenze vehement ab, die SPD, die Grünen und die Linken dagegen sind dafür. Und so könnte man bei den Wahlkampfveranstaltungen in diesen Tagen fast den Eindruck gewinnen, dass es nun um alles oder nichts geht - um mehr Wohlstand, eine bessere Verteilung von Geld und mehr Gerechtigkeit für Niedriglohn-Jobber.

Fakt ist: In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen für Niedriglöhne. Laut einer kürzlich vorgelegten Untersuchung des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg arbeiten derzeit 6,5 Millionen Arbeitnehmer für einen geringen Lohn. Damit ist die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten seit 1995 um 2,1 Millionen gestiegen. Ihr Stundenlohn liegt unterhalb der Schwelle von 9,62 Euro in Westdeutschland und 7,18 Euro in Ostdeutschland. Das ist die wissenschaftlich anerkannte Niedriglohngrenze, die die Wirtschaftsorganisation OECD festgelegt hat. Viele der Niedriglohn-Jobber arbeiten in Vollzeit - und können trotzdem nicht von ihrem Lohn leben.

Für die Union und die FDP ist eine schlecht bezahlte Arbeit trotzdem immer noch besser, als ohne Job dazustehen. Die linken Parteien sind da anderer Meinung. Sie fordern, dass der Lohn zum Leben reichen müsse. Und das geht ihrer Auffassung nach nur mit einem Mindestlohn.

Doch was denkt Deutschland über einen gesetzlichen Mindestlohn? SPIEGEL ONLINE hat verschiedene Menschen gefragt, warum sie sich für oder gegen eine Lohnuntergenze aussprechen. Die Ansichten könnten unterschiedlicher nicht sein. Da ist der Unternehmer, der sich keine Löhne vom Staat diktieren lassen will, oder der Ingenieur, der es für menschenunwürdig hält, wenn man neben dem Vollzeitjob noch Geld vom Staat braucht. Und nicht zuletzt die zwei Wissenschaftler - der eine sieht in einem Mindestlohn die Lösung vieler wirtschaftlicher Probleme, der andere glaubt, dass eine gesetzliche Lohnuntergrenze Probleme erst schafft.

Lesen Sie, wie die unterschiedlichen Meinungen ausfallen.

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Die neuesten Beiträge:
13.01.2010 von Kleinlok: Schluss mit der Ausbeute!

Wir brauchen unbedingt einen Mindestlohn, es geht nicht mehr anders. Reallöhne fallen im freien Fall nach unten und die ungenierte Ausbeutung greift um sich: Kurz vor Weihnachten habe ich an der Frankfurter Uni 1 Beispiel [...] mehr...

13.01.2010 von nr6527: ausgebeutet

Die Regierung ist nicht nur anderer Ansicht als die Bevölkerungsmehrheit, nein, sie ignoriert auch auf dem G20 erhobene Forderungen. ---Zitat--- ...forderten die USA von den Exportländern, ihrerseits die Binnennachfrage [...] mehr...

13.01.2010 von Pilchard:

Ich arbeite im sozialen Bereich und dort ist bei den Gehältern eine Abwärtsspirale im Gange. Sobald ein Arbeitgeber den "Trend" nach unten setzt, sehen andere Arbeitgeber zu diesem Trend zu folgen. Denn wenn die AWO [...] mehr...

12.01.2010 von Tolotos: Bananenrepublikanische Demokratie

Das ist ein Unsinn, der von der an Lohndumping interessierten Lobby allerdings gerne als Argument gegen einen Mindestlohn verbreitet wird. Mindestlohn ist die _untere_ Grenze, und man würde dafür auch nur die untere Qualität [...] mehr...

12.01.2010 von Pilchard:

Und wenn man jetzt bedenkt, dass mancher noch eine Familie hat und diese auch ernährt werden muss, dann sind wir schon wieder bei Aufstockern. Die ganze Aufstockerei ruiniert unser Land und muss ein Ende finden. Diese Politik [...] mehr...

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