Von Susanne Amann
Hamburg - Am kommenden Freitag werden sie sich wieder treffen, die Großen der Welt: Die Staatschefs aus Europa, Asien, Amerika und Afrika kommen zum dritten Weltfinanzgipfel in Pittsburgh zusammen, um über die Zukunft des globalen Wirtschaftssystems zu beraten. Denn rund ein Jahr nach dem Crash der Finanzmärkte steht nicht mehr die Rettung einzelner Banken und die Stabilisierung der Weltmärkte im Vordergrund. Jetzt geht es darum, künftige Krisen ähnlichen Ausmaßes zu verhindern.
Die Kernfrage der Staats- und Regierungschefs wird deshalb sein: Welche Regulierungen sind in Zukunft notwendig, und wer soll diese entwickeln?
Zwar sind sich die Teilnehmer einig, dass es keine Rückkehr zu den Zuständen vor dem Zusammenbruch der US-Investment-Bank Lehman Brothers geben darf. Dass keine unkontrollierten Spekulationen und kein Handel mit hochkomplizierten Finanzkonstrukten mehr stattfinden sollen - dass aber gleichzeitig der globale Konjunkturaufschwung gesichert und verstärkt werden muss.
Genau in diesen Punkten aber sind die Mächtigen der Welt zerstritten - denn sie berühren im Kern die Frage, wie eine neue Finanzordnung und damit auch eine neue Wirtschaftsordnung aussehen soll. Und da gehen die Interessen genauso auseinander wie in den Jahren davor.
"Deutschland 2014 - wie geht's weiter?"
Nur eines ist allen Beteiligten klar: Die größte Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg hat das Wirtschaftssystem in seinen Grundfesten erschüttert und lang gepredigte Wahrheiten wie die bedingungslose Liberalisierung der Märkte diskreditiert. In einem nie für möglich gehaltenen Ausmaß haben sich in den vergangenen Monaten Regierungen in die Organisation ihrer Volkswirtschaften eingemischt - und das ausgerechnet in den Ländern, die vorher absolute Staatsferne hochgehalten haben.
Das gilt auch für Deutschland, wo innerhalb weniger Wochen ein gigantisches Konjunkturprogramm beschlossen, ein Gesetz zur Bankenverstaatlichung verabschiedet und nicht zuletzt ein milliardenschwerer Rettungsschirm für Banken in Not gespannt wurde. Die genauen Folgen des viel gegeißelten Vorgehens sind noch nicht absehbar. Klar ist aber auch hier: Aus der Rezession heraus wird ein neues Wirtschaftssystem entstehen, das im besten Fall Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit zieht und damit krisenfester und zukunftsgewandter wird.
Wie diese neue Form der Wirtschaft aussehen könnte und wie sich die Gesellschaft durch den Crash der Finanzsysteme und die tiefe Rezession verändern wird, hat Eike Wenzel vom Zukunftsinstitut untersucht. Unter dem Motto "Deutschland 2014 - Wie geht's weiter" hat er vier Szenarien für die Wirtschaftsgesellschaft der Zukunft entworfen.
SPIEGEL ONLINE stellt sie vor:
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Genau da liegt der Hase im Pfeffer: In die Zukunft schauen kann eine Hexe mit der Glaskugel aber kein Bänker. Wenn ich "Visionen" habe, dann mutiert der DAX zur Wette auf die zukünftigen Umsätze und gehört eher an die [...] mehr...
....... Die Finanzmärkte leben von Visionen und Erwartungen, sie haben mit dem BSP absolut nichts zu tun. Zinsen können durch Wertschöpfung bezahlt werden, das hat mit Wachstum nicht unbedingt etwas zu tun. Derivate haben [...] mehr...
Szenario 3 wäre machbar: Zuerst muß dieZockerei ein Ende finden. Wie bitte schön kann sich ein DAX stärker Expandieren als das BIP? Die Blase ist nun geplatzt und nichtvorhandenes Wind-Geld ist nun wieder da, wo es hingehört: [...] mehr...
..... Es ist ja eins der Hauptprobleme mit der Ökonomie, daß stets weitergemacht wird, was irgendwie läuft. Aus lauter Angst, Änderungen könnten zu weiteren Verschlechterungen führen. Deswegen wurde ja auch aus der letzten [...] mehr...
Revolution ist keine Göttin, sondern eine Hure. Und wenn sie nicht baumeln, dürfen sie zumindest arbeiten, das würde man schon hinkriegen. Aber das wollen sie ja auch, oder? mehr...
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