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Wirtschaft nach der Krise Eine Zukunft, vier Szenarien

Demonstrant am Jahrestag der Lehman-Pleite: Greenomics oder Sozialstaat 2.0Zur Großansicht
dpa

Demonstrant am Jahrestag der Lehman-Pleite: Greenomics oder Sozialstaat 2.0

5. Teil: Viertes Szenario: Verzichtskapitalismus

Wesentlich radikaler ist wiederum das vierte Szenario, das die Zukunftsforscher entwerfen. Unter dem Stichwort "Verzichtskapitalismus" zeichnen sie das Bild einer entschleunigten Ökonomie, die das bedingungslose Wachstum nicht mehr als oberstes Ziel begreift. Grundidee ist dabei, dass der Wachstumsgedanke der vergangenen Jahrzehnte den Planeten bereits über Gebühr belastet habe und weitere fatale Konsequenzen des Klimawandels verhindert werden müssen.

Dafür aber werden radikale Maßnahmen ergriffen: So wird für jeden Haushalt eine CO2-Bilanz errechnet und es gibt eine Beschränkung bei der Nutzung von Autos oder Flugzeugen. "Die Ökologisierung der Wirtschaft ist die zentrale Herausforderung", schreibt Studienautor Eike Wenzel. Gleichzeitig setzt man auf die Impulse aus dem Mittelstand - denn nur der sei strukturell in der Lage, eine grüne und ethisch verantwortungsvolle Wirtschaft in die Tat umzusetzen. Um den ökologischen Ansatz nicht zu verwässern, will man gleichzeitig verhindern, dass Großunternehmen - etwa Energieriesen - in die Wachstumsfelder der erneuerbaren Energien eindringen.

Trotzdem setzt man darauf, Wachstum zu generieren - denn auch "Gutes und Richtiges" führt zu Wohlstand. Deshalb will man mit Hilfe von vorausschauender Subventionspolitik Zukunftsbranchen entwickeln und damit lange Anlaufzeiten von neuen Technologien in die Wachstumsstrategie integrieren. Außerdem wird die Perfektion von Recycling-Prozessen gefördert, und es gilt das Prinzip der Nahversorgung. Das heißt konkret: Zwischenhändler sollen entmachtet werden, dafür werden Märkte, Bioläden, Vorort-Konsum und die Selbstversorgung gestärkt.

Das Problem dieses von den Autoren als "Ökosoziales Gewächshaus" bezeichneten Szenarios liegt in der Engstirnigkeit: Die "Verzichtsideologie der Nachhaltigkeitsbüßer" führe zu "engstirnigem Öko-Spießertum" und sei eine "naive Vision einer Heidi-Gutmenschenrepublik".

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insgesamt 64 Beiträge
paul sartre 18.09.2009
Alle vier Szenarien sind sehr naiv. Sie gehen völlig am "Leben" vorbei. Die Krise ist noch nicht richtig vorbei und alles läuft wie gehabt. Für die meisten hat es diese Krise auch nie gegeben und vielleicht gab es sie [...]
Zitat von sysopÜbernimmt der Staat die Macht in der Industrie? Kann die soziale Marktwirtschaft überleben, kommt der grüne Turbokapitalismus oder muss die Ökonomie ganz auf Wachstum verzichten? Das Zukunftsinstitut hat vier Szenarien für die Welt nach der Finanzkrise entwickelt - SPIEGEL ONLINE stellt sie vor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,649675,00.html
Alle vier Szenarien sind sehr naiv. Sie gehen völlig am "Leben" vorbei. Die Krise ist noch nicht richtig vorbei und alles läuft wie gehabt. Für die meisten hat es diese Krise auch nie gegeben und vielleicht gab es sie auch gar nicht. Was uns da von dem "Zukunftsinstitut" vorgestellt wird, hat den Charakter einer Märchenstunde.
christiane006 18.09.2009
ich habe mir die Szenarien durchgelesen und bei dem Big-Brother-System gleich eine Schlampigkeit bei der Aufarbeitung dieses Modells gesehen. Wir spielen unterschiedlichen Ländern in die Hände? Genannt wird z.B auch Russland. [...]
Zitat von sysopÜbernimmt der Staat die Macht in der Industrie? Kann die soziale Marktwirtschaft überleben, kommt der grüne Turbokapitalismus oder muss die Ökonomie ganz auf Wachstum verzichten? Das Zukunftsinstitut hat vier Szenarien für die Welt nach der Finanzkrise entwickelt - SPIEGEL ONLINE stellt sie vor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,649675,00.html
ich habe mir die Szenarien durchgelesen und bei dem Big-Brother-System gleich eine Schlampigkeit bei der Aufarbeitung dieses Modells gesehen. Wir spielen unterschiedlichen Ländern in die Hände? Genannt wird z.B auch Russland. Das ist doch wohl nicht ernst gemeint. Russland hat genau dieses Modell bereits umgesetzt und ein deutlich schlimmeres Demografie-Problem als wir. Die russischen Männer sterben im Durchschnitt bevor sie das 60igste Lebensjahr vollendet haben. Hier spielt auch der Vodka Konsum eine entscheidende Rolle. Russland im Erbhof anzusiedeln ist doch grober Unfug.
Wolfghar 18.09.2009
"dass der Wirtschaftsliberalismus keineswegs gescheitert ist, dass er aber "verantwortlicher" und "nachhaltiger" werden muss" Das ist die Lösung wie sie auch von unserer Buzelkanlerin proklamiert [...]
"dass der Wirtschaftsliberalismus keineswegs gescheitert ist, dass er aber "verantwortlicher" und "nachhaltiger" werden muss" Das ist die Lösung wie sie auch von unserer Buzelkanlerin proklamiert wird. Wir müssen eine gemeinsame, nachhaltige Lösung finden. Das wahrscheinlichste und realistischste Szenario lassen ma einfach weg. Hauptsache nachhaltig und verantwortlich. mfg Ihr Zukunftsinstitut
Dunstmokel 18.09.2009
4 Szenarien die von Theoretikern entworfen wurden um ihren eigenen Arbeitsplatz zu rechtfertigen. Die sind genauso schlimm wie Anlageberater, machen Prognosen und … nix trifft davon ein! Es geht doch bereits wieder weiter wie [...]
4 Szenarien die von Theoretikern entworfen wurden um ihren eigenen Arbeitsplatz zu rechtfertigen. Die sind genauso schlimm wie Anlageberater, machen Prognosen und … nix trifft davon ein! Es geht doch bereits wieder weiter wie gehabt (siehe akt. Print-Spiegel) und daran wird sich nichts ändern. Die Zukunft sieht so aus: Wer sich’s leisten kann fliegt mehrmals im Jahr in den Urlaub, verlagert die Wintersportorte weiter nach oben, fährt weiterhin zum Biomarkt mit 400PS.SUVs (Ökobilanz ist nicht für diese Zielgruppe gedacht!), verdient das am Tag was viele im Jahr verdienen usw. Die nächste Krise kommt bald, mit den gleichen Vorzeichen die die bekannten Herren wieder nicht sehen werden und die Krise wird wieder so gelöst wie jetzt, nur das die, die die Krise bezahlen noch weniger verdienen werden als heute. Wer ist noch so naiv und glaubt Wirtschaftsforschern, Journalisten ; Politiker oder Wirtschaftwaisen (allen schon das Wort!). „JUMP! FUCKERS!“ so sieht doch eine akt. SPIEGEL-Werbung aus! Schade, sie werden es nicht tun und die RAF ist untergetaucht, denn machen Berater und Banker sind schlimmer. Bis zur nächsten Krise, hier im SPON-Forum!
tomrobert 18.09.2009
Von der Nachkriegszeit bis jetzt hatten wir es überwiegend mit einem Nachtwächterstaat zutun. Das wird sich daramatisch ändern müssen, ohne dabei unternehmerische Freiheiten zu beschneiden. Anders sind die Probleme und der [...]
Von der Nachkriegszeit bis jetzt hatten wir es überwiegend mit einem Nachtwächterstaat zutun. Das wird sich daramatisch ändern müssen, ohne dabei unternehmerische Freiheiten zu beschneiden. Anders sind die Probleme und der Fortschritt auf dieser Welt nicht zu bewerkstelligen. Unternehmersiches Wirken wird nicht mehr den Hauptbestandteil in privaten Unternehmungen finden,die rein auf Profit ausgerichtet sind.
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