Wiesbaden - Die Hoffnung, sinkende Energiepreise und die geringe Inflation könnten zu einem Anstieg der Reallöhne führen, hat sich nicht erfüllt. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, lag der entsprechende Wert im zweiten Quartal um durchschnittlich 1,2 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang resultiere vor allem aus der Verringerung der nominalen Bruttoverdienste um rund ein Prozent. Die Verbraucherpreise seien im gleichen Zeitraum im 0,3 Prozent gestiegen.
Die Ursache für den Verdienstrückgang im Vergleich zum zweiten Quartal 2008 sehen die Statistiker vor allem in der Kurzarbeit und den um 9,2 Prozent niedrigeren Sonderzahlungen. Die Bruttomonatsverdienste ohne Sonderzahlungen stiegen im gleichen Zeitraum um 0,9 Prozent.
Die Verdienste sanken der Behörde zufolge nicht auf breiter Front, sondern in wenigen, aber bedeutsamen Branchen. Im Verarbeitenden Gewerbe etwa verringerte sich der Bruttomonatsverdienst im zweiten Quartal aufgrund des verbreiteten Einsatzes von Kurzarbeit um fünf Prozent. Beschäftigte in der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie der Autoindustrie waren mit minus zwölf Prozent beziehungsweise 8,8 Prozent am stärksten betroffen. Die Verdiensteinbußen wurden dabei zum Teil durch das staatliche Kurzarbeitergeld ausgeglichen.
In anderen Branchen seien die Verdienste hingegen gestiegen. So erhöhten sich zum Beispiel im Bereich Erziehung und Unterricht die Bruttomonatsverdienste aufgrund wirksam gewordener Tariferhöhungen um fünf Prozent.
mik/ddp
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