Hamburg - Das wird die stets selbstbewussten Bayern mächtig ärgern: Ausgerechnet das eher nüchterne Hamburg und das als arm verschriene Berlin sind von allen deutschen Städten und Regionen am besten für die Zukunft gerüstet. Das geht aus einer Erhebung des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos im Auftrag des "Handelsblatts" hervor.
München, in der Vergangenheit häufig Spitzenreiter diverser Städtevergleiche, muss sich dieses Mal nach Hamburg und Berlin mit Platz drei begnügen. "Berlin ist deutlich besser als sein Ruf, allerdings zeichnet sich neben Hamburg auch München durch einen guten Mix an starken Zukunftsbranchen aus", sagte Studienleiter Peter Kaiser gegenüber SPIEGEL ONLINE.
Das Prognos-Institut hatte alle 413 Kreise und kreisfreien Städte auf ihre Wachstumspotentiale untersucht. Der "Zukunftsatlas Branchen 2009" zeigt, welche Standorte in Deutschland künftig zu den wettbewerbsstärksten Regionen zählen. Die "Schaffe, schaffe"-Metropole Stuttgart schafft es in der Untersuchung nur auf Rang sechs - dicht gefolgt von der Region Hannover, die bislang ein ziemliches Langweiler-Image hatte, das in dem Spruch gipfelte: "Wer aus Hannover kommt, der findet's überall schön."
Diese Branchen haben Wachstumspotential
Dass das öffentliche Bild und tatsächliche Zukunftsfähigkeit derart auseinanderfallen, hat auch mit der Fokussierung der Studie zu tun: Prognos filterte aus allen Wirtschaftszweigen die sieben zukunftsträchtigsten Branchen heraus, die unabhängig von der aktuellen Wirtschaftskrise langfristig über Wachstumspotential verfügen. Dazu zählen die Gesundheitswirtschaft, die Informations- und Kommunikationstechnologie, der Fahrzeugbau, die Logistik, hochwertige Unternehmens- und Forschungsdienstleistungen (etwa Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Werber und nicht-universitäre wissenschaftliche Einrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft), der Maschinenbau sowie die Mess-, Steuer- und Regeltechnik, die etwa Mikrosysteme für den Betrieb von Anlagen herstellt.
| Die Top-Regionen der Republik: Wo die Zukunft wohnt | |
| Rang | Kreis |
| 1 | Hamburg |
| 2 | Berlin |
| 3 | München |
| 4 | Frankfurt am Main |
| 5 | Köln |
| 6 | Stuttgart |
| 7 | Region Hannover |
| 8 | Düsseldorf |
| 9 | Biberach |
| 10 | Esslingen |
Im Gesamt-Ranking schaffte es das schwäbische Städtchen dank eines hohen Anteils an Gesundheitsdienstleistungen und Maschinenbau immerhin auf Rang neun. Damit ist es Teil des wirtschaftlichen Kraftzentrums Deutschlands, das trotz der vorderen Plätze Berlins und Hamburgs laut Studie noch immer im Südwesten der Republik liegt. Von den 25 deutschen Top-Regionen mit zukunftsfähigen Branchen befinden sich allein zehn Standorte in Baden-Württemberg. Diese "Zukunftsachse"der Republik beginnt damit in Frankfurt am Main, verläuft dann von Mannheim, Stuttgart über Biberach und Tuttlingen bis hin zum Bodensee.
böl/AP
Auf anderen Social Networks posten:
Anlaesslich ihrer vielen Dichtemessungen sollten Sie gelegentlich die Realitaet zur Kenntnis nehmen. Die Stasi ist bereits seit zwanzig Jahren abgewickelt und Hartz IV-Empaenger gibt es anderswo auch zuviel, in Berlin eben ein [...] mehr...
... so daß man an der Spree besonders weite Wege in Kauf zu nehmen hat. mehr...
Nein, gemeint war schon der höchste _Anteil_ oder die höchste Dichte - Berlin hat die höchste Hartz IV-Dichte, die höchste Stasi-Dichte etc. mehr...
Mathe war mein Lieblingsfach! Sorry, aber unterschiedliche Dinge vergleichen Sie. Nur weil es in anderern Ländern keine "groß-London"-,"Größ-Berlin"- und "Groß-Hamburg"-Gesetze gegeben hat, muss [...] mehr...
Statistiken und Zahlenreihen scheinen fuer Sie der Lebensinhalt zu sein. Gelegentlich vergleichen Sie unterschiedliche Dinge oder schmuggeln bei einem nicht bequemen Ergebnis irgendwas dazu. Also gut, halten Sie meinetwegen [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Hamburg | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH