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30.09.2009
 

Prognose 2010

IWF prophezeit globalen Konjunkturschub

Stahlarbeiter in Duisburg: Konjunkturaussichten verbessern sichZur Großansicht
dpa

Stahlarbeiter in Duisburg: Konjunkturaussichten verbessern sich

Die Wirtschaftsaussichten verbessern sich stark. Einem Zeitungsbericht zufolge wird der Internationale Währungsfonds seine Prognose für 2010 deutlich nach oben korrigieren: Die Weltwirtschaft wird demnach um 3,1 Prozent wachsen - und vor allem Deutschland vom globalen Aufschwung profitieren.

Berlin - Die Weltwirtschaft erholt sich von den Auswirkungen der Finanzkrise offenbar schneller als bisher von vielen Experten erwartet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in seinem aktuellen Weltwirtschaftsbericht eine Zunahme der globalen Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent im kommenden Jahr. Das erfuhr das "Handelsblatt" aus dem IWF und von der Bundesregierung.

Bisher waren die Experten für 2010 von einem Wachstum von 2,5 Prozent für die Weltwirtschaft ausgegangen. Die neuen Schätzungen stehen dem Bericht zufolge im Entwurf zur neuen IWF-Prognose, in dem sich auch eine Korrektur der globalen Prognose für dieses Jahr finden soll - auf minus 1,1 statt minus 1,4 Prozent.

Der Währungsfonds will den Bericht am Donnerstag in Istanbul offiziell präsentieren. Am Wochenende halten IWF und Weltbank in der türkischen Metropole ihre Jahrestagung ab.

Von den positiven Entwicklungen auf den globalen Märkten profitiert vor allem auch Deutschland. Der Währungsfonds erwartet einen leichten Aufschwung von 0,3 Prozent im kommenden Jahr. Nach der bisherigen Prognose sollte das deutsche Bruttoinlandsprodukt noch um 0,4 Prozent schrumpfen. Für 2009 erwarten die IWF-Experten, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland nunmehr um 5,3 Prozent unter Vorjahresniveau liegen werde.

Die scheidende schwarz-rote Bundesregierung blickt sogar noch etwas optimistischer in die Zukunft. Sie geht von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent im kommenden Jahr aus. Ende Oktober soll diese Schätzung noch einmal aktualisiert werden - sie dient als Grundlage einer neuen Haushaltsplanung für die künftige Bundesregierung.

DIW senkt Wachstumsprognose für Deutschland im dritten Quartal leicht

Während IWF und Regierung mittelfristig einen deutlich stärkeren Aufschwung erwarten, blickt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) verhalten in die unmittelbare Zukunft. Es hat seine Wachstumsprognose für Deutschland im dritten Quartal leicht gesenkt, von 0,8 Prozent im April auf nun 0,7.

Hauptgrund dafür sei die Entwicklung im Dienstleistungssektor, speziell in den Bereichen "Handel, Gaststätten und Verkehr" sowie "Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister". Trotz der leichten Abwärtsrevision werde sich das Wachstum im dritten Quartal beschleunigen, sagte DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths. Schon im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft nach Angaben der Bundesregierung um 0,3 Prozent gewachsen, im Jahresvergleich ist sie dagegen um mehr als fünf Prozent geschrumpft.

Auch für Gesamteuropa hellen sich die Konjunkturaussichten auf: Die Wirtschaftsstimmung in der Euro-Zone hellte sich im September den sechsten Monat in Folge aus. Der Economic Sentiment Index (ESI) stieg von 80,8 Punkten im Vormonat auf 82,8 Punkte, wie die Europäische Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte. Volkswirte hatten eine Aufhellung auf lediglich 82,5 Punkte erwartet. Trotz der abermaligen Verbesserung liegt der Indikator aber noch deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt.

In der Industrie, im Dienstleistungssektor und auch in der Bauwirtschaft verbesserte sich das Vertrauen. Besonders deutlich war die Erholung des Verbrauchervertrauens. Lediglich im Einzelhandel trübte sich die Stimmung etwas ein. In den ESI gehen das Industrievertrauen mit 40 Prozent und das Dienstleistungsvertrauen mit 30 Prozent ein. Das Verbrauchervertrauen steuert 20 Prozent bei. Das Vertrauen in Bauwirtschaft und Einzelhandel werden zu jeweils fünf Prozent gewichtet.

ssu/dpa-AFX

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