Göteborg - Deutschland wird schon bald wieder am Brüsseler Defizitpranger stehen. Dazu will die EU-Kommission im November ein neues Strafverfahren eröffnen. Das verlautete am Donnerstag in Göteborg am Rande des EU-Finanzministertreffens.
SPIEGEL ONLINE hatte am Mittwoch berichtet, dass das Finanzministerium für dieses Jahr mit einer Neuverschuldung in Höhe von 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) rechnet und diesen Wert auch an die EU-Kommission nach Brüssel gemeldet hat. Erlaubt sind höchstens drei Prozent. Für das kommende Jahr werden rund sechs Prozent angenommen.
Deutschland war bereits Mitte des Jahrzehnts mit einer Brüsseler Strafprozedur konfrontiert, die 2007 wegen guter Führung abgeschlossen wurde. Bei den Verfahren drohen in letzter Konsequenz hohe Geldbußen, die in der Praxis aber bisher nicht verhängt wurden. 2008 hatte Berlin nur ein minimales Defizit von 0,1 Prozent ausgewiesen.
Wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise steigen die Defizite in der EU dramatisch an. EU-Währungskommissar Joaquín Almunia kündigte in Göteborg neue Strafverfahren an, nannte aber keine Ländernamen.
Nach Angaben des schwedischen Finanzministers Anders Borg kommen 20 von 27 EU-Ländern auf überhöhte Defizite. Der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, sagte: "Der Stabilitätspakt wird angewandt - mit Flexibilität."
böl/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
Rein monetär betrachtet ist der Saldo 0! Die Schulden sind genau so hoch wie die Guthaben, den nur Guthaben kommt nur durch Schulden anderer zustande. mehr...
Dies Betrachtung ist für die Güter- und Warenproduktion teilweise korrekt. Es wirken allerdings auch zwei Strömungen entgegen. 1. Es entstehen neue Produktionsfelder mit neuen Arbeitsplätzen (z. B. die gesamte IT-Branche, [...] mehr...
äh, revolvierende Kredite. Da gab es mal den Münnemann, der machte das auch. >Ob er schlussendlich zum Revolver griff, weiss ich nicht mehr, aber er war pleite. zum Grusse mehr...
Ich werde Sie wohl leider nicht in gleichem Umfang erwidern können. Teilen Sie das WeltBIP durch die Anzahl der Menschen. Rund 8.000 $ pro Nase und Jahr. Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten diese Summe zu erhöhen. Weniger Menschen [...] mehr...
Zu dem 'Fakt', dass sich in diesen Tagen ein Hartz4-Bezieher gegebenenfalls einen 30 Zoll Flachbildschirm (wird ja immer gern zum Hartz-bashing heran gezogen :-D und beruht leider natürlich auch auf menschenverachtende, [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema EU-Kommission | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH