Hamburg - Auf der Suche nach Geld gehen die US-Bundestaaten jetzt sogar bis zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück. Zur Kriegsfinanzierung gab die damalige Regierung unter Präsident Franklin D. Roosevelt vor fast 70 Jahren Staatsanleihen in Höhe von 16,7 Milliarden Dollar aus, wie die "Washington Post" berichtet. Eine Klausel ließ viele Besitzer ihre Anleihen aber vergessen: Das Geld sollte erst nach 40 Jahren zurückgezahlt werden.
Jetzt hofften sechs US-Bundesstaaten darauf, dass viele Eigentümer ihre Anleihe-Papiere verloren hätten, gestorben seien oder die Angelegenheit ganz einfach vergessen hätten, schreibt das Blatt weiter. Denn die Staaten gingen davon aus, dass sie Rechte auf das nicht beanspruchte Eigentum hätten.
In Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise wäre es für die geschundenen Länderhaushalte ein unerwarteter Geldsegen. Kalifornien und New York etwa könnten bis zu 1,6 Milliarden Dollar aus den Kriegsanleihen schöpfen.
Das US-Finanzministerium möchte das Geld allerdings behalten und verweigert die Auszahlung. Über die Gründe schweigt sich die Behörde indes aus. Ein bisschen Zeit bleibt den Anwälten noch, bis die Argumente sortiert sein müssen, denn in den kommenden Wochen soll ein Gericht über den Fall entscheiden. Falls die Bundesstaaten Recht bekommen, könnten sie damit in Zukunft auch weitere Staatsanleihen, die nicht zurückgefordert werden, einbehalten.
Das Finanzministerium verfügt zwar über eine Liste mit den Originaladressen der Anleihenbesitzer, hatte aber bisher noch nicht versucht, diese zu kontaktieren. Mittlerweile gibt es die Homepage treasurydirect.gov, die den Bürgern helfen soll herauszufinden, ob sie oder ihre Verwandten Anleihen besitzen. In vielen Fällen sind die eigentlichen Besitzer gestorben und die Rechte an die Erben übergangen.
jtg
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