Berlin/Nürtingen - Nach mehreren Monaten mit robusten Auftragsdaten zeigt nun auch die deutsche Gesamtproduktion Anzeichen einer Belebung. Die Industriebetriebe steigerten ihre Produktion im August preis- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent zum Vormonat, wie das Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Es ist der sechste Anstieg der Industrieproduktion in Folge.
"Impulse kommen nun auch aus dem Baugewerbe, in dem die konjunkturellen Maßnahmen zunehmend Wirkung zeigen", schrieb das Ministerium. Die Bundesregierung hatte in ihren beiden Konjunkturprogrammen milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur beschlossen.
Auch die Aussichten für die Industrie haben sich angesichts der seit sechs Monaten steigenden Auftragseingänge aufgehellt. Vor allem aus dem Ausland kamen mehr Bestellungen an. Das Ministerium rechnet deshalb "für das gesamte dritte Quartal mit einer spürbaren Erhöhung der Industrieproduktion".
Experten sehen sich durch die Zahlen in ihren Einschätzungen bestätigt. "Auch wenn man eine unveränderte Produktion im September unterstellt, wird die Industrie eines ihrer besten Quartale seit der Wiedervereinigung erleben", kommentierte die UniCredit die jüngsten Zahlen. Auch die Postbank rechnet mit einem deutlichen Wachstumsbeitrag der Industrie im dritten Quartal. Die Konjunkturerholung setze sich fort.
Bauproduktion stark
Etwas verhaltener zeigte sich die Commerzbank: "Der Trend bei der Produktion zeigt nach oben, allerdings ist die Dynamik deutlich geringer als bei den Aufträgen."
Auch das Ministerium relativierte das August-Ergebnis leicht: "Die aktuellen Ergebnisse sind durch einen Ferientage-Effekt leicht überzeichnet." Darüber hinaus wurde das Produktionsminus vom Vormonat noch etwas stärker als bislang ausgewiesen: Anstatt eines Produktionsrückgangs um 0,9 Prozent meldet das Ministerium nun ein Minus von 1,1 Prozent. Gleichwohl sei für das gesamte dritte Quartal mit einer "spürbaren" Erhöhung der Industrieproduktion zu rechnen, bekräftigte das Ministerium.
Besonders stark zog im August die Bauproduktion an. Sie legte kräftig um 4,2 Prozent zu. Auch der wichtige Industriesektor weitete seine Produktion spürbar um 2,0 Prozent aus, während die Energieerzeugung das Gesamtergebnis mit einem Minus von 2,6 Prozent dämpfte. Innerhalb der industriellen Hauptgruppen legte die Produktion von Vorleistungsgütern mit plus 3,4 Prozent am deutlichsten zu, gefolgt von den Investitionsgütern (plus 1,5 Prozent). Die Produktion von Konsumgütern stagnierte indes (plus 0,1 Prozent).
Winterkorn warnt vor verfrühtem Optimismus
Die Gesamtbilanz belasten könnte nach wie vor auch die Autoindustrie. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn warnte trotz der ersten Zeichen für ein Ende der Wirtschaftskrise vor verfrühtem Optimismus. Es sei schwer abzusehen, wie belastbar der Aufschwung sei, sagte Winterkorn am Donnerstag beim 10. Tag der Automobilwirtschaft im baden-württembergischen Nürtingen. "Das Jahr 2010 wird ein sehr schwieriges Jahr, gerade in Deutschland." Der weltweite Absatz werde im kommenden Jahr stagnieren. Auch der neue Mercedes-Benz-Vertriebschef Joachim Schmidt zeigte sich kritisch: "Kurzfristig wird es hart bleiben", erklärte er für die Märkte in Deutschland und Westeuropa.
Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (Juli/August gegenüber Mai/Juni) legte die Gesamtproduktion nur leicht um 0,2 Prozent zu. Im Jahresvergleich war die Produktion weiter rückläufig. Sie sank im August um 16,8 Prozent, nach minus 17,0 Prozent im Vormonat. Im Zweimonatsvergleich (Juli/August) ging die Produktion um 16,9 Prozent zurück.
mik/dpa-AFX/dpa/Reuters
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wird nicht passieren. Man wird dem kleinen Mann noch ein paar Steuern aufbrummen für Dank der grenzenlosen Dummheit diese Lobbyisten gewählt zu haben. mehr...
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Was soll das denn für ein ökonomischer Erfolg sein, wenn nun die Steuerzahler sich selbst in der Gestalt als Neuwagenanschaffer unter die Arme gegriffen haben? Wenn etwas keinen Sinn macht, dann macht es keinen Sinn. Das ganze [...] mehr...
Sehe ich auch so. Insbesondere gebe ich gerne zu, dass ich vorab ein Gegner der Prämie war, und nicht an einen Erfolg geglaubt habe. Tatsächlich ist der wirtschaftliche Erfolg enorm gewesen und wird sich auch nicht all zu sehr [...] mehr...
Fricke hat mal interessante Ansatzepunkt in seinem Kolumnen teil angeschupst.. Thomas Fricke - Noch schöner als Steuern senken [...] mehr...
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