Berlin - Die Wirtschaftskrise hat Folgen für die Ruhestandsbezüge der Deutschen. Die zu erwartende gesetzliche Rente von Millionen Arbeitnehmern in Deutschland wird sinken, schreibt die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Berechnungen des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA).
Die Bezieher einer Standardrente, die sogenannten Eckrentner, werden bis zu acht Prozent weniger bekommen als vor der Krise prognostiziert. Dies bedeute bei einem Renteneintritt im Jahr 2040 ein monatliches Minus von bis zu 194 Euro. Wer im nächsten Jahr in die Rente eintrete, bekomme wegen der Krise bis zu 33 Euro weniger als prognostiziert (siehe Tabelle links).
MEA-Rentenexperte Martin Gasche begründet dies mit den zu erwartenden geringen Lohnsteigerungen in den kommenden Jahren. "Die Arbeitnehmer und Beitragszahler werden wegen der Wirtschaftskrise Lohneinbußen hinnehmen müssen", zitiert ihn die Zeitung. "Langfristig können die Einkommen bis zu acht Prozent niedriger liegen als vor der Krise erwartet." Da die Rentenentwicklung an die Lohnentwicklung gekoppelt sei, "werden sich auch die Renten entsprechend schlechter entwickeln".
Tatsächlich hat die Große Koalition vor Monaten beschlossen, dass Renten in Deutschland nicht sinken dürfen - selbst wenn die Löhne sinken, nach denen sich die Rentenhöhe eigentlich richtet. Das von den Forschern beschriebene Problem wird davon aber nicht berührt. Ihnen geht es darum, dass vor der Wirtschaftskrise größere Lohn- und damit Rentensteigerungen vorhergesagt wurden als jetzt. Diese Diskrepanz in den Prognosen (langfristig laut den Forschern bis zu acht Prozent) bedeutet faktisch Einbußen für heutige und künftige Rentner gegenüber den Erwartungen vor der Krise.
Der Sozialverband VdK fordert wegen des Problems deutliche Lohnsteigerungen in den kommenden Jahren. "Nach der Krise müssen Arbeitnehmer wieder über spürbare Lohnerhöhungen am Aufschwung beteiligt werden. Dann können sich auch die Renten entsprechend gut entwickeln", betonte Verbandschefin Ulrike Mascher.
ore/AP
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