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13.10.2009
 

ZEW-Index

Finanzexperten misstrauen Aufschwung

Bauarbeiter in Berlin: Beurteilung der aktuellen Lage nach wie vor desolatZur Großansicht
ddp

Bauarbeiter in Berlin: Beurteilung der aktuellen Lage nach wie vor desolat

Die Konjunkturzuversicht in Deutschland hat einen leichten Dämpfer erhalten. Die Stimmung deutscher Finanzexperten hat sich laut ZEW-Index im Oktober stärker als erwartet eingetrübt. Die aktuelle Lage beurteilen die Experten dagegen etwas besser als im Vormonat.

Mannheim - Der Rückgang der Exporte dämpft die Konjunkturerwartungen deutscher Anleger und Analysten. Der Index des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sank um 1,7 Punkte auf 56 Punkte, teilte das Institut am Dienstag in Mannheim mit.

Experten hatten im Schnitt mit einer Stagnation gerechnet. Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als ein wichtiges Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.

Positiv auf die Konjunkturerwartungen dürfte der erneute Anstieg der Auftragseingänge gewirkt haben, erläuterten die Wissenschaftler. Ungewiss sei jedoch, wie sich der private Konsum entwickeln wird. "Die Einschätzungen der Finanzmarktexperten entsprechen dem derzeitigen Meinungsbild. Die Konjunktur verbessert sich nur allmählich", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Immerhin: Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich im Oktober um 1,8 Punkte auf minus 72,2 Punkte. Sie sei aber nach wie vor desolat und verbessere sich nur allmählich, hieß es weiter.

"Das Barometer ist ein wenig gefallen. Das liegt an den jüngsten Konjunkturdaten, bei denen positive Überraschungen weitgehend ausgeblieben sind. Insbesondere die Exportzahlen waren enttäuschend. Die Analysten sind ein wenig vorsichtiger geworden", sagte Simon Junker von der Commerzbank. In den nächsten Monaten rechnet er wieder mit klaren Signalen, dass sich die Konjunktur aufhellt.

"Der Rückgang deckt sich mit unseren Erwartungen, dass die Konjunktur mittelfristig noch sehr holprig verlaufen wird. Wir werden im dritten Quartal ein etwas kräftigeres BIP-Wachstum haben, da könnten wir sogar ein Prozent erreichen", prognostizierte Gerd Hassel von der BHF-Bank.

"Die Erholung hat vor allem mit den fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen zu tun, aber diese Maßnahmen laufen irgendwann aus", sagte Hassel. "Wir sehen keinen richtigen Aufschwung, sondern eher eine Stabilisierung."

cte/dpa-AFX/ddp/Reuters

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