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Berlin - Die wirtschaftliche Entwicklung wird 2010 voraussichtlich positiver ausfallen als von Bundesregierung und Forschungsinstituten bislang prognostiziert. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" wollen die führenden Institute in ihrem Herbstgutachten ein Wachstum von etwa 1,3 Prozent vorhersagen. Die Bundesregierung rechnet bislang offiziell noch mit einem Plus von 0,5 Prozent, will ihre Vorhersage aber schon am Freitag ebenfalls nach oben korrigieren, angeblich auf 0,75 Prozent. Das Gutachten der Experten wird am Donnerstag offiziell vorgestellt, die Prognose kann bis dahin theoretisch noch geringfügig angepasst werden, berichtet die "FTD".
In ihrem Frühjahrsgutachten waren die Wirtschaftsforscher für 2010 noch von einer Schrumpfung der Wirtschaft um 0,5 Prozent ausgegangen. Die neue Prognose sei vor allem Ausdruck der starken Verbesserung der deutschen Konjunktur im zweiten Halbjahr 2009, schreibt die Zeitung unter Berufung auf namentlich nicht genannte Institutsmitarbeiter. Da die Wirtschaftsleistung entgegen der bisherigen Annahme der Institute schon im dritten Quartal wieder kräftig gestiegen sein dürfte, verbessere sich allein statistisch die Ausgangsbasis für 2010. Das erhöht die Wachstumsrate ganz automatisch.
Trotz zunehmender Zuversicht liegen die Institute immer noch deutlich hinter den Optimisten unter den Konjunkturexperten. Die Allianz hatte zuletzt für 2010 sogar ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent prognostiziert. Nach gängigen Faustformeln würde dies die öffentlichen Haushalte gesamtwirtschaftlich um noch einmal rund 30 Milliarden Euro entlasten.
Für 2009 rechnet Regierung mit geringerem Minus
Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung laut "Bild"-Zeitung nur noch mit einem Minus der Wirtschaftsleistung von 4,5 Prozent. Bislang hatte die Regierung ein Minus von sechs Prozent kalkuliert. Trotzdem brechen die Steuereinnahmen weiter ein. Im September sanken sie laut "Handelsblatt" um 7,4 Prozent gegenüber 2008.
Demnach fehlten nach neun Monaten bereits 22 Milliarden Euro in den öffentlichen Etats. Dazu kämen noch Milliardenausfälle aus Kommunalsteuern, insbesondere der Gewerbesteuer.
ZEW-Konjunkturindex sinkt stärker als erwartet
Finanzexperten misstrauen allerdings dem Aufschwung. Ihre Konjunkturzuversicht hat sich im Oktober verschlechtert. Der Index des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sank um 1,7 Punkte auf 56 Punkte, teilte das Institut am Dienstag in Mannheim mit. Grund sei der schwächelnde Export.
Experten hatten zuvor im Schnitt mit einer Stagnation gerechnet. Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als ein wichtiges Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.
cte/Reuters/dpa
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