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16.10.2009
 

Erfolg der Apothekerlobby

Union und FDP wollen Wettbewerb einschränken

Schlecker-Filiale: Auch die Drogeriekette war in den Handel mit Arzneimitteln eingestiegenZur Großansicht
AP

Schlecker-Filiale: Auch die Drogeriekette war in den Handel mit Arzneimitteln eingestiegen

Da freuen sich die Apotheker: Union und FDP wollen die Abgabe von Medikamenten über Drogerien und andere Geschäfte wieder verbieten. Diese Möglichkeit gab es seit 2004.

Berlin - Union und FDP scheinen sich einig zu sein: Eine Abgabe von Arzneimitteln über sogenannte Pick-Up-Stellen in Drogerien und Supermärkten soll es künftig nicht mehr geben. Ziel sei es, "Auswüchse" beim Versandhandel zu bekämpfen, heißt es im Entwurf der Arbeitsgruppe Gesundheit für den Koalitionsvertrag. Die letzte Entscheidung darüber liegt bei der großen Koalitionsrunde.

Drogeriemärkte und andere Geschäfte können seit 2004 Medikamente bei Versandapotheken bestellen und sie an "Pick-up"-Stellen an ihre Kunden abgeben. Vor allem die Apotheker fürchten sich jedoch vor dieser Konkurrenz und hatten stets behauptet, durch die Abgabe von Medikamenten durch fachfremde Stellen sei die Arzneimittelsicherheit gefährdet.

Künftige Finanzierung des Gesundheitwesens strittig

Union und FDP wollen zudem die Preise für neue Arzneimittel stärker am Nutzen des Medikaments ausrichten. Künftig müssten Kosten und Nutzen "nach klaren, eindeutigen Kriterien" bewertet werden, heißt es in dem Papier. Die bisherigen Verfahren dazu müssten überprüft werden, um sie stringenter zu gestalten.

Zudem setzen beide Parteien verstärkt auf Vereinbarungen zwischen Krankenkassen und Pharmaherstellern über den Preis für innovative Medikamente. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern ist der Preis patentgeschützter Medikamente in Deutschland im internationalen Vergleich zu hoch und der zusätzliche Nutzen neuer Präparate teils fraglich. Der Übertritt in die private Krankenversicherung soll nach dem Willen der künftigen Koalitionäre wieder erleichtert werden.

Weil die künftige Finanzierung des Gesundheitswesens bislang strittig ist, müssen darüber die drei Parteichefs Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Guido Westerwelle (FDP) am Wochenende entscheiden.

böl/Reuters

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insgesamt 1429 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.10.2010 von zara.amy: Das wichtigste wird mal wieder übersehen!

Der wichtigste Hauptsinn des Gesundheitsfonds ist gemäß der EU-Menschenrechte zu verhindern dass es Leute (vor allem chronisch Kranke in schwierigen Lebenslagen waren hochgefährdet und ja ich wäre es auch gewesen wenn es den [...] mehr...

14.10.2010 von katzenliebhaber1:

Sehr geehrter Forist, Gleich heute früh hatte ich Ihnen eine Antwort geschrieben. Die Veröffentlichung blieb aus. Warum auch immer. .... mehr...

13.10.2010 von Neuer Debattierer:

Das wird die zusätzliche Bürokratie wg. Datenübermittlung etc. auch nicht wesentlich verringern. Ein automatischer Sozialausgleich über einkommensabhängige Beiträge ist noch immer der praktikabelste Weg. In der Schweiz [...] mehr...

12.10.2010 von katzenliebhaber1:

Nochmal, meiner Meinung nach sollte das Finanzamt zur Datenerfassung zuständig sein. Wissen Sie wie der Sozialausgleich in anderen Ländern bewerkstelligt wird, zB in der Schweiz? mehr...

10.10.2010 von Neuer Debattierer:

Mit "Befreiungskarte" meinen Sie wohl die Befreiung von weiteren Zuzahlungen. Die gibt es jedoch erst, wenn ein Versicherter zwei Prozent (chronisch Kranke ein Prozent) seines jährlichen Bruttohaushaltseinkommens für [...] mehr...

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Der Gesundheitsfonds

In den Gesundheitsfonds fließen alle Beiträge der 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten. Für die rund 150 gesetzlichen Kassen setzt die Bundesregierung seit 2009 einen einheitlichen Beitragssatz fest. Zum 1. Januar 2011 wurde er von 14,9 Prozent auf 15,5 Prozent des Bruttolohns erhöht. Die Arbeitnehmer zahlen davon 8,2 Prozent. Der Anteil der Arbeitgeber wurde unabhängig von künftigen Beitragserhöhungen auf 7,3 Prozent eingefroren.

Aus den Einnahmen des Fonds wird den Kassen das Geld dann zugewiesen. Das Volumen ist für ein Jahr im Voraus fixiert. 2011 bekommen sie 178,9 Milliarden Euro. Für jeden Versicherten erhalten die Kassen je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand Zu- und Abschläge. Krankenkassen mit älteren und kranken Versicherten erhalten mehr Geld als Kassen mit einer Vielzahl an jungen und gesunden Versicherten.

Erzielen die Kassen einen Überschuss, können sie eine Prämie an ihre Versicherten ausschütten. Die Entscheidung über deren Höhe und den Zeitpunkt der Ausschüttung, monatlich oder jährlich, bleibt der Kasse überlassen.

Kassen, die mit den zugeteilten Mitteln nicht auskommen, dürfen einen Zusatzbeitrag verlangen. Er wird vom Versicherten als feste Summe gezahlt. Theoretisch können die Kassen die Zusatzbeiträge in beliebiger Höhe festsetzen. Mitglieder haben aber ein Sonderkündigungsrecht, wenn Zusatzbeiträge erhoben oder erhöht werden, und können zu einer günstigeren Kasse wechseln.







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