Berlin - Die Bundesrepublik feiert bald das 20-jährige Jubiläum der deutschen Einheit - doch vielen deutschen Managern und Politikern ist deshalb nicht unbedingt zum Jubeln zumute. Sie werten die Wiedervereinigung auch als Bremsklotz für die deutsche Wirtschaft.
38 Prozent der in einer Umfrage befragten Führungsspitzen aus Politik und Wirtschaft zeigten sich überzeugt, dass die alten Bundesländer ohne Einheit heute wirtschaftlich besser dastehen würden. Das geht aus einer Erhebung hervor, die das Magazin "Capital" am Montag veröffentlicht hat. Lediglich 23 Prozent der Befragten sahen dagegen einen positiven Effekt. Nach Ansicht von 30 Prozent der Top-Entscheider würde Westdeutschland heute wirtschaftlich genauso dastehen, wenn es die Einheit nicht gegeben hätte.
Die Ansichten unter den Führungskräften sind im Westen und Osten unterschiedlich. Während 42 Prozent der Top-Entscheider aus den alten Ländern die Wiedervereinigung als wirtschaftlichen Dämpfer beurteilen, sind es in den neuen Ländern nur zwölf Prozent.
Für das aktuelle "Capital-Elite-Panel" befragte das Institut Allensbach 658 Spitzenpolitiker, Unternehmenschefs und Behördenleiter, darunter 32 Minister und Ministerpräsidenten sowie 283 Vorstände und Geschäftsführer von Unternehmen mit mehr als tausend Mitarbeitern.
ssu/AFP/ddp
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