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22.10.2009
 

Studie

Gewerkschaftsbund meldet drei Millionen Jobverluste

Düstere Bilanz für den deutschen Arbeitsmarkt: Seit Herbst 2008 haben laut Deutschem Gewerkschaftsbund rund 3,2 Millionen Menschen ihren Job verloren - deutlich mehr als in früheren Zeiten.

Hamburg - Eine neue Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bereitet Arbeitnehmern Grund zur Sorge: Seit Herbst letzten Jahres haben ihr zufolge 3,258 Millionen Menschen ihren Job verloren. Sie mussten sich im Zeitraum von Oktober 2008 bis September dieses Jahres nach einer sozialversicherten Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt neu arbeitslos melden.

Das waren 492.000 Menschen mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, was einer Steigerung von 18 Prozent entspricht. Wie viele von ihnen eine neue Stelle gefunden haben, teilte der DGB nicht mit.

In den alten Bundesländern seien die Zuwächse noch höher, da die Krise bisher insbesondere die exportorientierten Sektoren getroffen habe. Dabei sei der Zuwachs der Arbeitslosigkeit bei den optierenden Kommunen dabei nicht einmal berücksichtigt, teilte der DGB mit. Optierende Kommunen sind solche, die die gesamten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende in Eigenregie verwalten.

Bundesweit seien bei Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im September 2008 noch 27,996 Millionen sozialversicherte Beschäftigte gezählt worden. 11,6 Prozent hätten seither ihren Job verloren. Entgegen der weit verbreiteten Annahme vom vermeintlich restriktiven Kündigungsschutz in Deutschland seien die Fluktuation und das Entlassungsrisiko äußerst groß: Jeder neunte sozialversicherte Beschäftigte habe innerhalb eines Jahres den Job verloren.

Dabei seien weitere Entlassungen durch Kurzarbeit noch verhindert worden. Insgesamt arbeite jeder 20. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte derzeit kurz. Allein im verarbeitenden Gewerbe seien seit Mitte des Jahres 1,1 Millionen Kurzarbeiter gezählt worden.

Zuwachs der Arbeitslosigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt*
Branche Steigerung Veränderung zum Vorjahr in Prozent
Verarbeitendes Gewerbe 458.550 +161.586 +54,4
Baugewerbe 289.861 +2.570 +0,9
Handel, Instandhaltung 358.722 +38.927 +12,2
Verkehr und Lagerei 173.532 +34.005 +24,4
Gastgewerbe 169.869 +11.527 +7,3
Finanzen und Versicherungen 26.651 +3.374 +14,5
Dienstleistungen ohne Leiharbeit 326.651 +46.148 +16,5
keine Zuordnung 536.579 +44.945 +9,1
*Zeitraum Oktober 2008 – September 2009; Quelle: BA-Bericht zur Differenzierung des Zugangs aus Erwerbstätigkeit nach Wirtschaftszweigen

ssu

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