Samstag, 21. November 2009

Wirtschaft



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29.10.2009
 

Online-Stellenbörse

Datenschützer kritisiert sorglose Bundesagentur

Arbeitsagentur in Gladbeck: Daten der Online-Stellenbörse sind schlecht abgesichert
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ddp

Arbeitsagentur in Gladbeck: Daten der Online-Stellenbörse sind schlecht abgesichert

Die Internet-Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit hat nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ein ernstes Datenschutzproblem. Demnach kann sich praktisch jeder illegal Zugang zu vertraulichen Bewerbungsunterlagen verschaffen, Kontrollen finden nicht statt.

München - Datendieben macht es die Bundesagentur für Arbeit (BA) all zu einfach, kritisieren Datenschützer: Deutschlands größtes Stellenportal im Internet lade "zum Missbrauch geradezu ein", sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar der "Süddeutschen Zeitung". Kriminelle könnten über das Portal zu Unrecht an Bewerberdaten gelangen, "etwa um persönliche Kontakte anzubahnen". Dass sensible Daten der 3,8 Millionen Registrierten möglicherweise in falsche Hände gerieten, lasse sich mit dem Sozialdatenschutz in keiner Weise vereinbaren.

Schaar hält insbesondere die Kontrollmechanismen der BA für ungenügend. Bei der Jobbörse müssten Arbeitgeber lediglich den Firmennamen, die Branche sowie Anschrift und Ansprechpartner angeben. Die Identität prüfe die Bundesagentur nicht. Nach der Anmeldung bekomme der Arbeitgeber eine persönliche Identifikationsnummer zugeschickt, mit dieser könne bereits ein Teil der Bewerberdaten in nicht mehr anonymisierter Form eingesehen werden. Jeder könne so Bewerbungsunterlagen anfordern, mit Adresse, Telefonnummer, Geburtsdaten, Zeugnissen und Lebenslauf - egal, ob er einen Job zu vergeben habe oder nicht.

Schaar forderte die Bundesagentur auf, "dieses Einfallstor für Datenmissbrauch unverzüglich zu schließen". Besonders gravierend sei, dass die Opfer gerade solche Menschen sind, die sich wegen eines Arbeitsplatzverlusts "in einer persönlichen Notlage" befinden. Die Behörde erklärte dem Bericht zufolge, sie habe im Hinblick auf die "Engpässe am Arbeitsmarkt" eine Erhöhung der Einstiegsbarrieren für die Jobbörse vermeiden wollen - und lehne eine Verschärfung der Kontrollen ab.

ore/AFP

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