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29.10.2009
 

Trotz Wirtschaftskrise

Arbeitslosenzahl sinkt stärker als erwartet

Arbeitssuchende in Dresden: Hohe Zahl von Kurzarbeitern entlastet den ArbeitsmarktZur Großansicht
AP

Arbeitssuchende in Dresden: Hohe Zahl von Kurzarbeitern entlastet den Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote ist im Oktober überraschend stark von 8,0 auf 7,7 Prozent zurückgegangen. Rund 3,3 Millionen Menschen waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ohne Job. Herbstaufschwung und Kurzarbeit entlasten den Arbeitsmarkt - doch der BA-Chef warnt vor verfrühten Hoffnungen.

Nürnberg - Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Oktober erneut überraschend deutlich gesunken. Die Zahl der Menschen ohne Job ging im Vergleich zum Vormonat auf 3,229 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Das seien 118.000 weniger als im Vormonat, allerdings 232.000 mehr als im Oktober 2008. Die Arbeitslosenquote habe sich damit im Vergleich zum Vormonat von 8,0 auf 7,7 Prozent verringert. Ohne Änderung der Statistik hätte die Abnahme im Vergleich zum Vormonat 112.000 betragen. Seit 1. Mai gelten von privaten Vermittlern betreute Jobsuchende nicht mehr als arbeitslos.

Ausschlaggebend dafür sei die übliche Herbstbelebung. "Die Wirtschaftskrise zeigt sich auch im Oktober auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings hat sich die Entwicklung in den letzten Monaten etwas beruhigt", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Eine Trendwende sei aber nicht erkennbar. Entlastet werde der Arbeitsmarkt durch die hohe Zahl von Kurzarbeitern. Diese lag nach letzten verfügbaren Zahlen im Juni bei gut 1,4 Millionen.

In Westdeutschland waren im Oktober 2.229.000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das waren 78.000 weniger als im September, aber 239.000 mehr als noch vor einem Jahr. In Ostdeutschland ist die Zahl der Erwerbslosen um 40.000 gesunken. Sie lag damit erstmals knapp unter der Marke von einer Million. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Rückgang um 7000. Die Arbeitslosenquote lag im Westen bei 6,6 Prozent, im Osten bei 11,8 Prozent.

Weniger Anträge auf Kurzarbeit

Weiter abgenommen hat im Oktober auch die Nachfrage nach Kurzarbeit. Im zu Ende gehenden Monat hätten Firmen für 85.000 bis 95.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld beantragt, berichtete die BA. Im September waren knapp 110.000 Anträge auf Kurzarbeit gestellt worden, im Juli hatte die Zahl noch bei 160.000 gelegen. BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise warnte allerdings vor einer Überbewertung dieser Entwicklung. In der Regel werde die Kurzarbeit für mehrere Monate im Voraus beantragt, die Zahl der Anträge sinke daher naturgemäß im Laufe des Jahres.

Nach Einschätzung der DekaBank ist der Arbeitsmarkt weiterhin erstaunlich robust. "Von der schärfsten Rezession in der Nachkriegsgeschichte kommt beim Arbeitsmarkt weiter so gut wie nichts an", sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. Neben der Statistikumstellung der Behörde begründet der Experte den unerwarteten Rückgang im Oktober mit der Kurzarbeit. "Dieses Instrument hat ganz stark geholfen".

Gleichwohl dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten eintrüben, erwartet Scheuerle. Der Stellenabbau dürfte aber insgesamt nicht so drastisch ausfallen, wie befürchtet. In der Krise dürften bereinigt lediglich gut 830.000 Personen ihren Arbeitsplatz verlieren. Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl sollte Ende 2010 ihren Höhepunkt erreichen und sich danach langsam wieder verbessern.

ore/AP/dpa/Reuters/dpa-AFX

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03.09.2009 von EU-Austretter:

Sie haben natürlich Recht, das hätte ich auch erwähnen sollen: Es ist deswegen nicht haarspalterisch, *weil mit dem gesetzlichen Status auch verbunden ist, wer das Geld erschafft, die Banken oder der Staat*. (Es sei denn, [...] mehr...

03.09.2009 von lateral:

Tja, "Aufschwung" auf Pump zum Zwecke des politischen Machterhalts: http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/der-geliehene-aufschwung-ist-da;2452316 Die Realität sieht anders aus: [...] mehr...

03.09.2009 von jinky:

Sie gehen neoliberaler Logik auf den Leim, wenn Sie einen Widerspruch zwischen Freiheit und Sicherheit konstruieren. Im Gegenteil entstehen Freiheiten erst durch Sicherheitsnetze. mehr...

03.09.2009 von andrejdelany: ;)

Nicht dass ich ein Fan der Nachtschwester wäre lieber EU-Austreter, aber ist das nicht ein wenig haarspalterisch ? Kein gesetzliches Zahlungsmittel, aber allgemeines Tauschmittel - also de facto Zahlungsmittel statt de jure aber [...] mehr...

02.09.2009 von rabenkrähe:

...... Die Lebensversicherer hatten ja 2003 ihre ganz große Krise, die der Staat heimlich still und leise mit etlichen Milliarden zustopfte. Und auch im letzten kam es zu einigen bedenklichen Nachrichten. Gleichwohl haben [...] mehr...

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