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08.11.2009
 

Spezielle Entwicklungshilfe

China verspricht Afrika Milliardenkredite

Eine klassische Industrienation ist China noch nicht, trotzdem vergibt das Land schon Entwicklungshilfe: Afrikanische Staaten sollen Kredite über zehn Milliarden Dollar erhalten, verspricht Regierungschef Wen. Kritiker fürchten den Einfluss der Volksrepublik auf dem Kontinent.

Scharm el Scheich - China hat den afrikanischen Staaten Kredite in Höhe von zehn Milliarden Dollar zugesagt. Damit solle geholfen werden, die "finanziellen Kapazitäten" Afrikas zu verbessern, sagte Regierungschef Wen Jiabao am Sonntag auf dem China-Afrika-Forum (FOCAC) im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich.

Zugleich versprach Wen, einigen afrikanischen Ländern die Schulden zu erlassen. Die Maßnahmen sollen in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden. China sei bereit, die "konkrete Zusammenarbeit" mit Afrika zu vertiefen. Das umfasse auch Fragen der Sicherheit und des Friedens auf dem Kontinent. Wen kündigte zudem den Aufbau zahlreicher Umweltprojekte in Afrika an, darunter 100 Projekte im Bereich erneuerbare Energien.

Auf dem China-Afrika-Forum 2006 in Peking hatte China den Ländern des afrikanischen Kontinents bereits fünf Milliarden Dollar an Finanzhilfen zugesagt und mit 31 Ländern Abkommen zur Reduzierung oder zum Erlass von Schulden geschlossen.

Die Volksrepublik ist in Afrika stark engagiert

Die Delegationen von China und rund 50 afrikanischen Ländern beraten seit Sonntag bei dem zweitägigen Treffen in Ägypten über eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit. Es ist das vierte Treffen dieser Art.

China ist seit Jahren stark in Afrika engagiert. Der Kontinent ist für die Volksrepublik ein wichtiger Rohstofflieferant und Absatzmarkt. Das Handelsvolumen zwischen China und Afrika verzehnfachte sich in den vergangenen acht Jahren und betrug 2008 mehr als hundert Milliarden Dollar.

Begleitet werden die wirtschaftlichen Beziehungen von zahlreichen chinesischen Entwicklungshilfeprojekten in Afrika, etwa dem Bau von Schulen und Krankenhäusern und der Vergabe von Stipendien für ein Studium in China.

China unterstützt auch einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher

Allerdings wird immer wieder Kritik laut, China unterstütze dabei auch Regierungen, die die Menschenrechte missachten. Peking weist die Vorwürfe mit dem Hinweis zurück, sich nicht in die inneren Angelegenheiten der afrikanischen Staaten einzumischen. Westliche Regierungen sehen das kritischer. So unterstützt China offen das Regime im Sudan.

Der Präsident des Sudan, Omar al-Baschir, dankte Peking denn auch für die Hilfe bei der Beilegung der inneren Konflikte in seinem Land. Er wolle seine "äußerste Wertschätzung" für die Unterstützung Chinas zum Ausdruck bringen, sagte Baschir.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat gegen Baschir einen Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur ausgestellt.

wal/AFP

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