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10.11.2009
 

Prämiensystem

Experten zerpflücken schwarz-gelbe Gesundheitspläne

Operation: Sozialausgleich zu Lasten der StaatskasseZur Großansicht
Corbis

Operation: Sozialausgleich zu Lasten der Staatskasse

Es ist eines der wichtigsten Projekte von Union und FDP: Die Bundesregierung will das Gesundheitssystem durch Prämien finanzieren, die Versicherte unabhängig von den Löhnen zahlen sollen. Jetzt haben Experten ausgerechnet, dass die Reform den Staat mit 22 Milliarden Euro zusätzlich belasten würde.

Düsseldorf - Die Reformpläne des neuen Bundesgesundheitsministers Philipp Rösler (FDP) sind nach Einschätzung führender Fachleute kurz- und mittelfristig nicht zu realisieren. Das berichtete das Düsseldorfer "Handelsblatt" vorab unter Berufung auf Modellrechnungen, die das IGES-Institut für Gesundheits- und Gesellschaftsforschung für die Zeitung erarbeitet hat.

Rösler strebt an, die Gesundheitskosten durch Umwandlung des prozentualen Arbeitnehmerbeitrags von 7,9 Prozent in eine Gesundheitsprämie vom Lohn abzukoppeln. Der IGES-Studie zufolge würde die neue Gesundheitsprämie pro Monat 140 bis 154 Euro kosten, sofern Kinder und nicht erwerbstätige Ehepartner weiter beitragsfrei versichert wären. Diesen Beitrag müsste künftig jedes Krankenkassenmitglied unabhängig von der Höhe des Einkommens zahlen. Die Kosten für den Sozialausgleich für Bezieher niedriger Einkommen summieren sich der Studie zufolge auf 22 Milliarden Euro. Allein 14,9 Milliarden Euro davon müssten zusätzlich zu den bereits heute gezahlten Steuerzuschüssen an die Krankenkassen finanziert werden.

In dieser Legislaturperiode ausgeschlossen

IGES-Geschäftsführer Martin Albrecht sagte: "Angesichts der gegenwärtigen Haushaltslage, der bereits gesetzten Ausgabenprioritäten der neuen Regierung, zum Beispiel im Bildungsbereich und der am Montag beschlossenen Steuerermäßigungen im Wachstumsbeschleunigungsgesetz, wäre die Gesundheitsprämie kaum darstellbar." Er halte eine Umsetzung der Pläne daher in dieser Legislaturperiode für nahezu ausgeschlossen.

Ähnlich sieht dies auch der ehemalige Chef des Sachverständigenrats Bert Rürup. "Die Idee einkommensunabhängiger Beiträge war und ist richtig. Die IGES-Zahlen zeigen jedoch, dass ein Umstieg in einem Schritt wegen der beachtlichen Kosten des unverzichtbaren Sozialausgleichs weder mit der prekären Haushaltslage noch mit den weiteren Steuersenkungsversprechen vereinbar sein dürfte", sagte er der Zeitung.

Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) warnte vor einer noch stärkeren Steuerfinanzierung der Kassen. "Wir haben schon große Probleme bei der Frage, wie wir eine große Steuerreform besonders mit Blick auf das Jahr 2011 finanzieren sollen. Diese Milliardenbeträge kämen ja noch mal on top", sagte Müller dem Blatt.

mik/ddp

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14.03.2010 von zahlenmeister:

Es gibt in Deutschland ebenso wenig wie in den NL ein Gestz, das eine AU bereits am erstenTag der Erkrankung vorschreibt. Das Gesetz (Entgeltfortzahlungsgesetz) scheibt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch [...] mehr...

27.02.2010 von oldrag: Gips nicht

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27.02.2010 von oldrag: der Käufer zahlt alles

Wir brauchen also ein Gesetz, das die "Käufer" verpflichtet die durch gestiegene Kosten erhöhten Preise zu bezahlen, koste es was es wolle. mehr...

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Das ist völlig unbestritten. Mir ging es nur um eins: wenn die Krankenkassenbeiträge um einen Prozentpunkt steigen, steigen (jedenfalls im System der "paritätischen" Finanzierung, wobei "paritätisch" in [...] mehr...

26.02.2010 von Silverhair: Wirtschaft Teil 2

Vielleicht ist es ja mal aufgefallen was die EU bei der Schweine Grippe äusserte. Nämlich das man befürchtungen hätte das ein "Zuhausebleiben" der AN jeden Tag über 20 Mrd. Ausfall kosten könnte, und das natürlich [...] mehr...

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Die bisherigen Gesundheitsreformen

1977: Die Kürzungen beginnen

Es dauert fast drei Jahrzehnte, bis es in der Bundesrepublik zur ersten größeren Gesundheitsreform kommt: Mit dem "Kostendämpfungsgesetz" der sozial-liberalen Koalition versucht die Regierung, die Inanspruchnahme von Leistungen zu steuern: Sie führt Zuzahlungen bei Arznei-, Verbands- und Heilmitteln ein - in Höhe des aus heutiger Sicht niedlichen Betrags von einer Mark pro Medikament.

1983: Auch die Rentner müssen zahlen

1989: Der erste Rundumschlag

1993: Die Leistungen werden budgetiert

1997: Zahnersatz bitte selbst zahlen

1999: Rot-Grün wagt den Leistungsausbau

2004: SPD und Union bitten zur Kasse

2005: Paritätische Finanzierung am Ende

2009: Der Gesundheitsfonds kommt







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