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11.11.2009
 

Umfrage

Eltern wollen Extra-Kindergeld dem Nachwuchs vorenthalten

Kindertagesstätte in Mainz: Die Hälfte der Eltern braucht das Geld für andere ZweckeZur Großansicht
ddp

Kindertagesstätte in Mainz: Die Hälfte der Eltern braucht das Geld für andere Zwecke

Schwarz-Gelb erhöht das Kindergeld - doch die Hälfte der Eltern will die zusätzlichen Mittel nicht direkt für ihren Nachwuchs ausgeben. Laut einer Forsa-Umfrage wollen vor allem Beamte das Geld für ganz andere Dinge ausgeben - zum Beispiel für Urlaub oder Schuldenabbau.

Hamburg - Diese Studie dürfte der schwarz-gelben Regierung gar nicht gefallen: Das zusätzliche Kindergeld, das die Bundesregierung Familien ab kommendem Jahr zur Verfügung stellt, wird die Kleinen in der Hälfte aller Familien höchstens auf Umwegen erreichen. Über diese Zweckentfremdung berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD"), die eine Umfrage beim Forsa-Institut in Auftrag gegeben hatte.

Das ernüchternde Ergebnis der Studie: 48 Prozent der Eltern planen, mit dem zusätzlichen Geld den täglichen Bedarf zu bestreiten, es anzusparen oder für Urlaub, Schuldentilgung oder Renovierungen zu verwenden. Nur jede zweite befragte Familie will das Geld in der Haushaltskasse direkt für die Belange ihrer Kinder ausgeben.

Nicht bestätigt wurde die in der Politik verbreitete Meinung, vor allem ärmere und weniger gut gebildete Familien würden die zusätzlichen Mittel für andere Zwecke einsetzen. Stattdessen gaben vor allem Beamte an, das Geld anderweitig einzusetzen.

Dass von dem monatlichen Extrageld viele Kinder nicht direkt profitieren, hält Forsa-Chef Manfred Güllner für bedenklich. Die Politik müsse ihre "geldfixierte Familienpolitik überdenken", sagte er der "FTD". Unterstützt wird er vom Chef des Deutschen Jugendinstituts, Thomas Rauschenbach. Er forderte in der Zeitung, stattdessen mehr kostenlose Angebote für Kinder bereitzustellen. Als Beispiele nannte er Schwimmunterricht und Mittagessen in der Schule.

Am Montag hatte die Bundesregierung beschlossen, das Kindergeld für den Familiennachwuchs um jeweils 20 Euro zu erhöhen. Außerdem ist ein Betreuungsgeld geplant, wonach Eltern ab dem Jahr 2013 Geld bekommen, wenn sie ihre Kinder zu Hause betreuen.

Für einkommensschwache Eltern überlegt die Bundesregierung allerdings, statt des Geldes Bildungsgutscheine auszugeben. Der Vorschlag von Kanzlerin Merkel hatte zu heftiger Kritik geführt. Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht darin eine "beispiellose Diskriminierung einkommensschwacher Eltern".

ore

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Die neuesten Beiträge:
16.11.2009 von peter09:

Und für viele, die Kinder haben, sind Kinder eine Einnahmequelle, ein Kostenfaktor, eine Belastung, ein Unfall und etwas worum sich der Staat kümmern soll. mehr...

16.11.2009 von Nachtschwester Ingeborg:

Unsinnige Vorschriften zu umgehen ist eine wichtige Qualifikation für Erfolg. ---Zitatende--- Es gibt sicher Menschen die das Verbot von Kinderpornografie für eine unsinnige Vorschrift ansehen, andere halten sicher das [...] mehr...

16.11.2009 von Steve Holmes:

Kindererziehung als Leistung für die Gesellschaft hinzustellen ist Unsinn. Die Welt leidet an Überbevölkerung. Kinder bekommen und aufziehen ist ein sehr schönes Hobby. Meine Frau und ich leisten uns das auch. Wir machen das [...] mehr...

16.11.2009 von Steve Holmes:

Unsinnige Vorschriften zu umgehen ist eine wichtige Qualifikation für Erfolg. mehr...

16.11.2009 von wunhtx: Kinderfeindliche Gesellschaft

Unsere Gesellschaft ist kinderfeindlich. Menschen mit Kindern finden kaum vernünftige Wohnungen zu angemessenen Preisen. In den Gaststätten fühlen sich einige unwohl, wenn Kinder sich bewegen. Kinder sollen nicht spielen, sie [...] mehr...

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300.000 123.008 122.540 467
500.000 217.958 217.490 467
Quelle: Karl-Bräuer-Institut des Bundes der Steuerzahler. Einkommensteuerbelastung inkl. ggf. Solidaritätszuschlag; Steuertarif 2010 Basis zu versteuerndes Einkommen (ZVE); Be- und Entlastung inkl. Kindergeld. Auswirkungen der Anhebung des Kinderfreibetrags von 6024 Euro auf 7008 Euro und des Kindergelds von monatlich 164 Euro auf 184 Euro.
*ggf. abzüglich Kindergeld
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