Mittwoch, 10. Februar 2010

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11.11.2009
 

Staatsschulden

EU gewährt Deutschland Defizit-Frist bis 2013

Bundesfinanzminister Schäuble: Haushaltsdisziplin zugesagt
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DPA

Bundesfinanzminister Schäuble: Haushaltsdisziplin zugesagt

Brüssel verordnet Deutschland einen Sparkurs: In den kommenden Jahren muss die Bundesregierung das Haushaltsdefizit wieder unter die Drei-Prozent-Marke drücken. Auch andere EU-Staaten müssen ihre Schulden radikal senken.

Brüssel - Die Europäische Kommission hat der Bundesregierung eine Frist zum Schuldenabbau bis 2013 gesetzt. Nach dem Beschluss der Brüsseler Behörde vom Mittwoch soll Deutschland seine Neuverschuldung in den kommenden vier Jahren wieder unter die EU-Höchstmarke von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes senken. Gegen neun EU-Länder, darunter Deutschland, läuft ein Defizitstrafverfahren, weil die Neuverschuldung aus dem Ruder gelaufen ist.

In diesem und im kommenden Jahr verstößt die Bundesrepublik deutlich gegen die Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspaktes. Nicht nur die Krise kostet den Staat Geld. Zusätzlich hat die schwarz-gelbe Regierung Entlastungen für Eltern, Unternehmen, Erben und die Hotelbranche ab dem kommenden Jahr beschlossen. Steuerausfälle: 8,5 Milliarden Euro. Die Pläne der FDP zur Einführung eines Steuerstufentarifs werden unterdessen vom Koalitionspartner CDU angezweifelt.

Wegen der hohen Staatsschulden empfiehlt die EU-Kommission Deutschland, 2011 mit dem Abbau der Verbindlichkeiten zu beginnen. Bis 2013 müsse die strukturelle Neuverschuldung jährlich um 0,5 Prozent des BIP gesenkt werden. Die EU-Finanzminister dürften die Kommissionsempfehlung Anfang Dezember beschließen.

Die deutsche Wirtschaft sei in einem starken Abschwung, erklärte die Kommission. Deshalb greift die Ausnahmeregel des Paktes, die den Staaten bei einer schweren Krise mehr Zeit gibt, die Neuverschuldung zu verringern. Die Regelung ist ein Zugeständnis an die außergewöhnlichen Umstände durch die Finanzkrise.

Deutschland steht im kommenden Jahr mit einem erwarteten Defizit von fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes noch besser da als Frankreich, Spanien oder Großbritannien mit acht, zehn und gar zwölf Prozent Neuverschuldung. Frankreich und Spanien müssen die Defizitgrenze des Stabilitätspakts ebenfalls erst 2013 wieder einhalten. Die Kommission verlangt von ihnen aber viel größere Konsolidierungsschritte als von Deutschland.

Daneben setzte die Kommission auch sechs weiteren Ländern eine Frist zum Defizitabbau bis 2013, darunter Österreich und die Niederlande. Italien und Belgien erhalten nur bis 2012 Zeit.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte der Kommission am Dienstag bei seinem Antrittsbesuch in Brüssel Haushaltsdisziplin zugesagt. Das heißt aber auch: Der Spielraum für Steuersenkungspläne der Bundesregierung bleibt weiterhin gering.

fro/AFP/Reuters

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DIE MAASTRICHT-KRITERIEN

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Die Teilnahme an der Europäischen Währungsunion ist nach dem Vertrag von Maastricht an fünf Kriterien geknüpft. Sie sollen sicherstellen, dass die Euro-Länder sich wirtschaftlich so angenähert haben, dass sie reif für eine gemeinsame Währung sind:

1. Die Neuverschuldung soll nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen.

2. Für die Staatsverschuldung gilt ein Richtwert von 60 Prozent des BIP, den die Länder einhalten oder dem sie sich annähern sollen.

3. Die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder liegen.

4. Die langfristigen Zinssätze dürfen nicht mehr als zwei Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei EU-Länder mit den niedrigsten Zinsen liegen.

5. Die Währung muß sich mindestens zwei Jahre spannungsfrei und ohne Abwertung im Europäischen Währungssystem bewegt haben.










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