Mittwoch, 10. Februar 2010

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18.11.2009
 

Selbstkritik

JP-Morgan-Chef fordert Umbau des Bankensystems

JP-Morgan-Chef Dimon: Banken zur Not in den Bankrott schicken
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REUTERS

JP-Morgan-Chef Dimon: Banken zur Not in den Bankrott schicken

Bei einigen wenigen Bankmanagern reift inzwischen die Einsicht, dass grundsätzliche Veränderungen des Finanzsystems notwendig sind. Ähnlich wie Deutschbanker Josef Ackermann plädiert jetzt auch JP-Morgan-Chef Jamie Dimon dafür, auch große Banken im Ernstfall in den Bankrott zu schicken.

Frankfurt am Main - Der Chef der amerikanischen Großbank JP Morgan Chase Chart zeigen, Jamie Dimon, hat sich für einen weitreichenden Umbau des internationalen Finanzsystems ausgesprochen. "Niemand kann ein Interesse daran haben, dass das Finanzsystem die Weltwirtschaft noch einmal beinahe in die Knie zwingt. Also müssen wir es reparieren", sagte Dimon dem manager magazin.

Als wichtigsten Schritt, um die von der Bankenbranche ausgehenden Gefahren zu mindern, nannte Dimon die Errichtung einer "starken Aufsicht, die verhindert, dass aus einzelnen Bankpleiten Risiken für das Gesamtsystem entstehen. Wir müssen dafür sorgen, dass auch eine große Bank wieder bankrottgehen kann." Dann müsse man das Institut abwickeln können, ohne dass die gesamte Wirtschaft und der Steuerzahler Schaden nähmen, sagte er.

Eine ähnliche Forderung hatte am Montag der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Chart zeigen, Josef Ackermann, auf einem Bankenkongress in Frankfurt am Main erhoben. Der Chef der größten deutschen Privatbank sprach sich für Arrangements aus, mit denen im Krisenfall notfalls auch große Institutionen abgewickelt werden könnten. Dazu sei eine internationale Angleichung des Insolvenzrechts notwendig, "auch wenn das schwierig ist".

Dimon bezeichnete die von verschiedenen Regierungen geplanten Maßnahmen zur Eindämmung exzessiver Gehälter im Bankgewerbe als nachvollziehbar. "Die meisten Vorschläge, die ich von Politikern und Regulatoren zu diesem Thema gehört habe, sind ganz vernünftig", sagte er. JP Morgan habe vieles davon bereits umgesetzt: "Unsere Boni zahlen wir zu einem großen Teil in Aktien aus, und wir bemessen sie am langfristigen Erfolg unserer Mitarbeiter."

Die geplanten strengeren Anforderungen an das Eigenkapital der Banken sieht Dimon hingegen kritisch: "Prinzipiell halte ich es für richtig, auf diese Weise allzu riskante Geschäfte zu erschweren oder sogar zu eliminieren. Aber die Regulatoren müssen aufpassen, dass diese Maßnahmen nicht zu Lasten der Kreditvergabe gehen", warnte der Top-Banker. Dann zahle am Ende der Kunde einen unverhältnismäßig hohen Preis für die zusätzlich gewonnene Sicherheit.

mik/AP

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