Wirtschaft


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20.11.2009
 

Vorbehalte bei Kanzlerin Merkel

Hoteliers müssen um Steuerbonus bangen

Bundeskanzlerin Merkel: Distanz zu dem VorhabenZur Großansicht
DDP

Bundeskanzlerin Merkel: Distanz zu dem Vorhaben

Deutschlands Hotelbetreiber hatten schon gefeiert - vielleicht zu früh: Kanzlerin Merkel sieht den versprochenen Mehrwertsteuernachlass für die Branche laut einem Pressebericht kritisch. Sollte das Gesetz scheitern, wäre es eine schwere Schlappe für Bayerns Landeschef Seehofer.

Berlin - Die von Union und FDP versprochene Mehrwertsteuerermäßigung für Hotelübernachtungen steht laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" auf der Kippe. In der Bundestagsfraktion der Union und auch in der CDU-Führung gebe es erhebliche Vorbehalte gegen die Steuererleichterung, die Anfang 2010 in Kraft treten soll, berichtete die Zeitung am Freitag. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei in internen Gesprächen bereits auf Distanz zu dem Vorhaben gegangen.

Das Regierungskabinett hatte bei einer Sondersitzung das Gesetz auf den Weg gebracht: Vom nächsten Jahr an sollen Deutschlands Hoteliers nicht mehr den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent abführen. Stattdessen gilt der ermäßigte Satz von sieben Prozent.

Die Herbergsbranche hatte den Beschluss gefeiert. Funktionäre des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) hatten zur einer Party in die Parlamentarische Gesellschaft eingeladen. Doch sie könnten sich zu früh gefreut haben: Dem Bericht der "FTD" zufolge hat die Kanzlerin signalisiert, dass sie sich bei den Ministerpräsidenten nicht dafür einsetzen werde, die Mehrwertsteuersenkung um jeden Preis durch den Bundesrat zu bringen.

Ein Scheitern der Steuerermäßigung wäre eine schwere Niederlage für den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). Vor allem auf Druck von Bayern und Baden-Württemberg war dieser Punkt in den Koalitionsvertrag von Union und FDP aufgenommen worden.

Die Mehrwertsteuerermäßigung ist Bestandteil des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes, das bereits vom Kabinett verabschiedet wurde, aber noch durch Bundestag und Bundesrat muss. Das finanzschwache Schleswig-Holstein drohte laut "FTD" in der Länderkammer schon mit Blockade, falls es vom Bund keinen Ausgleich für die Mehrwertsteuerausfälle bekommen sollte. Der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD) kritisierte in der Zeitung, dass alle Länder für ein höchst umstrittenes Projekt zur Ader gelassen werden: "Das ist eine Steuerpolitik auf Kosten anderer."

fro/AP

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Die Mehrwertsteuer (auch Umsatzsteuer genannt) ist eine allgemeine Verbrauchsteuer, die auf nahezu alle Waren und Dienstleistungen erhoben wird. Der Normalsatz, dem die meisten Umsätze unterliegen, beträgt derzeit 19 Prozent des verlangten Preises. Bis Ende 2006 waren es noch 16 Prozent.

Der ermäßigte Satz von sieben Prozent wird vor allem bei den täglich benötigten Gütern angewandt. Rund 75 Prozent der ermäßigten Artikel sind Lebensmittel. Auch Bücher, Zeitschriften, Tageszeitungen, Schnittblumen und einige medizinische Geräte wie Hörgeräte werden niedriger besteuert.

Von der Steuer befreit sind Mieten sowie Umsätze im Gesundheits-, Bildungs- und Kulturbereich. Hierzu zählen ärztliche Behandlungen, Besuche von öffentlichen Museen, Theatern, Schulen, Universitäten oder auch Weiterbildungskurse.





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