Donnerstag, 18. März 2010

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04.12.2009
 

Neue Bundesländer

Lobbygruppe lobt dynamischen Osten

Sortieranlage in Landsberg bei Halle/Saale: Die Arbeitgeberlobby ist zufrieden
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dpa

Sortieranlage in Landsberg bei Halle/Saale: Die Arbeitgeberlobby ist zufrieden

Der Osten holt angeblich nicht nur auf - er hat die alten Bundesländern zum Teil schon abgehängt: Wirtschaftliches Wachstum und Dynamik sind in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Co. höher als im Westen, zeigt eine Studie der Arbeitgeberlobby. Bei der Wirtschaftskraft soll es hingegen anders aussehen.

Köln/Berlin - Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben einer Studie zufolge überraschend stark bei Wirtschaftskraft und Standortqualität aufgeholt. 20 Jahre nach dem Mauerfall zeige sich, dass alle ostdeutschen Länder inklusive Berlin stark vom Aufschwung profitierten und sich von 2005 bis 2008 besonders dynamisch entwickelten. Das geht aus einem Ranking hervor, das die arbeitgeberfinanzierte "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) und die "Wirtschaftswoche" vorlegen.

Gemessen an Wirtschaftskraft und Wohlstand liegen jedoch aktuell Bayern und Baden-Württemberg vorne, gefolgt von Hamburg und Hessen. Schlusslicht der Liste ist Berlin. Die Hauptstadt hat die meisten "Hartz IV"-Empfänger, den geringsten Anteil an Erwerbstätigen in der Bevölkerung und die meisten Arbeitslosen unter 24 Jahre.

Besser abgeschnitten hat die deutsche Hauptstadt im sogenannten Dynamikranking. Da belegt Berlin Platz sechs im Bundesländervergleich. Die Rangliste spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2008 wider.

Eine ähnlich positive Entwicklung haben auch die anderen Ostländer zu verzeichnen. "Das Dynamik-Ranking zeigt, dass alle ostdeutschen Bundesländer inklusive Berlins am meisten vom Aufschwung der vergangenen Jahre profitiert haben. Getrieben wurde der Aufschwung Ost in den neuen Ländern vor allem vom verarbeitenden Gewerbe und den damit verbundenen Dienstleistungen", sagte INSM-Geschäftsführer Max Höfer.

Bundesländer-Ranking der Arbeitgeber-Lobby
nach Dynamik nach Wirtschaftskraft
1. Sachsen-Anhalt 59,1 Bayern 64,9
2. Brandenburg 56,2 Baden-Württemberg 64,3
3. Mecklenburg-Vorpommern 55,3 Hamburg 62,5
4. Sachsen 55,0 Hessen 58,5
5. Thüringen 54,9 Rheinland-Pfalz 54,7
6. Berlin 52,3 Schleswig-Holstein 51,1
7. Bayern 50,5 Niedersachsen 50,1
8. Baden-Württemberg 50,2 Nordrhein-Westfalen 49,5
9. Bremen 49,6 Saarland 47,1
10. Niedersachsen 47,4 Bremen 46,5
11. Hessen 46,6 Thüringen 45,8
12. Rheinland-Pfalz 46,5 Sachsen 44,1
13. Schleswig-Holstein 45,9 Brandenburg 43,6
14. Hamburg 45,6 Mecklenburg-Vorpommern 40,1
15. Nordrhein-Westfalen 42,9 Sachsen-Anhalt 39,3
16. Saarland 41,7 Berlin 37,8
Quelle: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

In den neuen Bundesländern seien von 2005 bis 2008 knapp 250.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Der größte Sprung nach vorn sei Sachsen-Anhalt gelungen, wo die Arbeitslosenquote um 6,2 Prozentpunkte sank. Bundesweit fiel der Rückgang zwischen 2005 und 2008 mit 3,9 Punkten geringer aus.

"Bei aller Freude über die überraschend positive Entwicklung Ostdeutschlands ist allerdings zu betonen, dass der Osten bei Wohlstandsindikatoren wie dem verfügbaren Einkommen durchweg noch hinter Westdeutschland liegt", sagte Höfer. Sieht man auf das derzeitige Niveau bei Wirtschaftskraft und Wohlstand, bleiben die ostdeutschen Länder hinter den alten Bundesländern zurück.

Erstmals wurde auch ein "Krisenindex" ermittelt, der zeigt, wo die Wirtschaftskrise von Juni 2008 bis Juni 2009 wie stark durchschlug. Demnach sind bei Wirtschaftsleistung und Arbeitslosenquote Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg weniger betroffen. Dagegen erwischte die Krise Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Thüringen, NRW und das Saarland wegen ihrer exportorientierten Industrie besonders stark.

ore/dpa/ddp

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SO RANKT DIE LOBBY

Die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und die "Wirtschaftswoche" führen jährlich eine Studie über den wirtschaftlichen Erfolg der Bundesländer durch und erstellen auf Grundlage der Ergebnisse eine Rangliste.

Die Autoren unterscheiden ein "Bestands-Ranking" und ein "Dynamik-Ranking". Das "Bestands-Ranking" dokumentiert das absolute Niveau bei Wirtschaftskraft und Wohlstand auf Basis von Daten aus 2008. Das "Dynamik-Ranking" bildet die relative Veränderung im Zeitraum von 2005 bis 2008 ab.

In die Erhebung gingen insgesamt 100 ökonomische und strukturelle Indikatoren ein, wie Bruttoinlandsprodukt, Kaufkraft, Kitabetreuungsquote oder Investitionsquote.










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