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14.12.2009
 

Britische Studie

Ökonomen preisen die Putzfrauen

Reinigungskraft: Kein Zusammenhang zwischen Bezahlung und gesellschaftlicher LeistungZur Großansicht
DPA

Reinigungskraft: Kein Zusammenhang zwischen Bezahlung und gesellschaftlicher Leistung

Sind Putzfrauen und Müllmänner wichtiger für die Gesellschaft als Banker? Das behaupten jetzt britische Ökonomen - und brechen mit dem alten Lehrsatz: Wer viel verdient, hat auch viel geleistet. Die schlimmsten Wertvernichter sind der Studie zufolge Steuerberater.

Hamburg - Die Boni-Banker in der Londoner City haben einen schweren Stand: Erst haben sie mit ihren Spekulationen das Land in eine Krise gestürzt und den Zorn der Briten auf sich gezogen. Zur Strafe will die Regierung jetzt die Hälfte ihrer Bonuszahlungen kassieren - was in der Branche als unfair und vollkommen überzogen empfunden wird. Und nun zeigt eine neue Studie (PDF) auch noch, dass die Arbeit der Banker verzichtbar wäre. Eine Reinigungskraft in einem Krankenhaus leistet demnach mehr für die Gesellschaft als ein Spitzenbanker im Finanzdistrikt.

Die Fragestellung der Analyse hat es in sich: Experten der New Economics Foundation (NEF) wollten wissen, welche Jobs mehr zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen. Im Falle der Banker verglichen sie deren Einkommen mit der Wirtschaftsleistung der Finanzexperten, also mit ihren Steuerzahlungen und der Anzahl der geschaffenen Jobs. Das Ergebnis fällt negativ aus: Für jedes Pfund, das die Spitzenbanker verdienen, zahlt die Gesellschaft sieben Pfund drauf.

Noch verheerender fällt die Bilanz bei Steuerberatern aus: 47 Pfund kostet es die Gesellschaft, wenn einer der Steuerspargehilfen ein Pfund verdient. Der "Guardian" wird in seiner Analyse der Studie noch etwas deutlicher: Die Führungskräfte von Werbeagenturen "zerstören" mit jedem verdienten Pfund Werte der Gesellschaft in Höhe von elf Pfund.

Müllmänner sind gut für die Umwelt

Bei vielen Jobs im Niedriglohnsektor fällt die Rechnung ganz anders aus, nämlich positiv. So liege das Verhältnis zwischen Einkommen und gesellschaftlicher Wertschöpfung bei Müllmännern bei eins zu zwölf. Müllmänner helfen demnach, durch Recycling CO2-Emissionen einzusparen und Rohstoffverbrauch zu verringern. Die hochbezahlten Banker hingegen hätten mit fehlgeschlagenen Spekulationen hohen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet.

In der Kinderbetreuung steht einem Pfund Einkommen ein zusätzlicher Gewinn zwischen 7,00 und 9,50 Pfund gegenüber - unter anderem, weil Eltern weiterhin arbeiten können, weil Kinder bei guter Betreuung zusätzliche Lernanreize erhalten und so in ihrer Entwicklung gefördert werden.

Selbst Reinigungskräfte in einem Krankenhaus tragen laut der Studie mehr zum Wohl der Gesellschaft bei als die geschmähten Banker. "Für jedes Pfund, das wir ihnen zahlen, generieren sie mehr als zehn Pfund an gesellschaftlichem Wert", schreiben die Autoren. Die gesellschaftliche Anerkennung für ihre Leistungen bliebe den Putzkräften aber verwehrt, die Löhne extrem niedrig.

Was bringt ein hoher finanzieller Anreiz für die Allgemeinheit?

Es sei daher schlicht falsch, von einer hohen Bezahlung auf die gesellschaftliche Leistung zu schließen. Der oftmals angenommene Zusammenhang zwischen hohen finanziellen Anreizen und Beiträge zum Allgemeinwohl müsse vielmehr in Frage gestellt werden, schreiben die Autoren. Sie argumentieren, dass gerade diejenigen Wirtschaftszweige mit den höchsten Einkommen sich nicht an den Kosten beteiligen, die der Gesellschaft tatsächlich durch sie entstehen.

Die New Economics Foundation ist eine nach eigenen Angaben unabhängige Denkfabrik, deren Forscher über soziales und nachhaltiges Wirtschaften nachdenken. 2006 stellten sie einen eigenen Index vor, mit dem sich der wirtschaftliche Erfolg eines Landes messen lassen soll: Der "Happy Planet Index" fragt nicht nach schieren Zahlen, sondern untersucht, ob die Menschen in einem Land glücklich sind.

ore

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30.06.2010 von Demos: Der Firmeninhaber der Reinigungsfirma!

Und zwar aus seinem Überschuss! Da werden Löhne von 5 €/h bezahlt und Überstunden einfach nicht angerechnet während die Firmeninhaber Zehntausende EURO mtl. Gewinn machen. Warum muss der Macker der lediglich ein paar [...] mehr...

30.06.2010 von Betonia: Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Wenn es denn so wäre. Aber zurzeit sieht es so aus, dass Banken ruiniert wurden und der Manager, der seine Bank in den Ruin geführt hat, noch die Dreistigkeit besitzt, auf Einhaltung der vertraglich zugesicherten Zahlungen und [...] mehr...

30.06.2010 von Betonia: Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Die höchste Leistung in einer Gesellschaft dürfte doch wohl im Kümmern um den Fortbestand dieser Gesellschaft bestehen. Dementsprechend müssten Mütter das höchste Einkommen erzielen. mehr...

20.12.2009 von Rainer Daeschler: Elite

So neu ist die Erkenntnis nicht. Schon die Höflinge in Versailles sahen die einzige Funktion des Pöbels außerhalb der Schloßmauern darin, Frankreich zu verschmutzen. Der modernen Banker lässt sich von der Politik als systemisch [...] mehr...

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In dem neuen Vergütungssystem, das die Commerzbank 2010 einführt, bekommen Mitarbeiter der ersten und der zweiten Führungsebene einen Teil ihrer variablen Bezüge erst nach drei Jahren ausbezahlt. Die Höhe der Auszahlung hängt dann von der mittelfristigen Entwicklung des Aktienkurses ab. Ansprüche können auch komplett verfallen, etwa wenn zu hohe Risiken eingegangen wurden.

In den kapitalmarktnahen Bereichen wie dem Investmentbanking ist der variable Anteil der Gesamtvergütung höher als in den anderen Geschäftsfeldern. Er wird dort deshalb zu zwei Dritteln mit zeitlicher Verzögerung ausbezahlt. Ein Drittel wird dabei vorübergehend in eine sogenannte Bonus-Bank einbezahlt. Die dort gelagerten Beträge gehen nach einem bestimmten Rechenmodell verloren, wenn übermäßige Risiken eingegangen wurden und die Ergebnisse schlecht sind.

Das neue Vergütungsmodell für die Vorstände dürfte sich an ähnlichen Kriterien orientieren.





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