Von Ole Reißmann
Hamburg - Angesagtes Schuhwerk von Marken wie Etnies, Vans oder Fila kostet im Laden schon Mal hundert Euro - für arme Familien heranwachsender Kinder schlicht unbezahlbar. Damit Kinder und Jugendliche nicht in kaputten Tretern rumlaufen müssen und wegen ihrer uncoolen Schuhe auf dem Schulhof gemobbt werden, gibt es jetzt das Spendenprojekt "Turnschuhklappe".
Mit der Hilfsaktion will der Schuhshop-Besitzer Andre Heller unkompliziert helfen. Er lief als Kind jahrelang in denselben ausgelatschten Schuhen herum, weil das Geld knapp war. Heute betreibt Heller in Frankfurt seinen eigenen Sneaker-Laden, wie die Sport- und Freizeitschuhe genannt werden. Er kontaktierte die Hersteller, die binnen eines Monats rund 3000 Paar Markenschuhe schickten.
Noch stapeln sich die Kartons mit den gespendeten Edel-Tretern in Berlin. Dort sollen die ersten 1000 Sneaker-Paare noch vor Weihnachten verteilt werden - aber nur an Bedürftige. Zuständig dafür ist das Kinderhilfswerk Arche. "Wir kennen die Kinder und die Familien aus unserer Arbeit und damit auch den Bedarf", sagt Paul Höltge von der Arche. Anfang nächsten Jahres sollen weitere 1000 Paar Markenschuhe in Frankfurt verteilt werden.
Arme Familien sparten am Schuhwerk ihrer Kinder, kommentiert Arche-Botschafterin Elke Volk in einem Sneaker-Blog. Oftmals würden nur Billigschuhe gekauft, "die zu schwitzigen Füßen führen". Oder "günstige Modelle ausgewählt, die schnell abgenutzt sind". Glücklicher durch Markenschuhe - dieses Image der Hersteller bedient die Hilfsaktion. Die Firmen brauchen diesen Mythos, um ihre Markenschuhe zu einem Vielfachen der Herstellungskosten in die Läden zu bringen.
Sind kostenlose Edel-Treter also ein falsches Signal an die Kinder, denen damit die Wertlosigkeit von preiswerten Schuhen suggeriert wird?
Markenschuhe als Symbol der Abgrenzung
Jugendforscher Claus Tully gibt Entwarnung. Zwar zeigen Jugendliche mit ihrer Mode, zu welcher Gruppe sie gehören. "Aber nach meiner Beobachtung hat Markenkleidung in den vergangenen zehn Jahren an Bedeutung verloren", sagt Tully. Was an Markenideologie noch übrig sei, werde durch die Schuh-Spenden gekontert. "Wenn jetzt auch Ärmere mit teuren Schuhen rumlaufen, führt das bei denen zu Irritationen, die sich damit vorher abgrenzen wollten", so der Münchener Jugendforscher.
Auch die Initiatoren der Sneaker-Spende verteidigen ihre weihnachtliche Geschenkaktion gegen Konsumkritik, wie sie schon in einer Berliner Zeitung laut wurde. "Wir können die Welt nicht grundlegend ändern", sagt Christoph Becker, der die Pressearbeit für die Turnschuhklappemacht. Dafür wolle man direkt helfen, mit vernünftigem Schuhwerk. "Marke hin oder her."
Es sind zwar nicht die allerneuesten Modelle, welche die Arche verteilt, manche Schuhe haben auch kleinere Produktionsfehler, aber "Schrott ist nicht darunter", sagt Becker. "Das sind tolle Sneaker." Ein Paar hat er selbst am Montagabend getragen, als die erste Schuhspende auf der Party an das Kinderhilfswerk Arche übergeben wurde. Dresscode der "Kick-off"-Veranstaltung in Berlin-Mitte: Turnschuhe zu schicken Klamotten.
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Wenn ich mich nicht total täusche, dann hat der Sneaker Shop von <a href="http://purchaze.com/de/">Purchaze</a> damals mit einer ganzen Menge an Schuhen beigetragen. Habe den Artikel jetzt erst auf Spiegel [...] mehr...
Die Idee ist toll doch wieso bei Sneaker Schluss machen?? Mann könnte <a href="http://www.zalando.de/>zalando</a>, <a href="http://welovesneaker.com/">welovesneaker</a> auch fragen wie es mit [...] mehr...
Wäre aus meiner Sicht auf jeden Fall zu begrüßen. Habe letztens mit dem Betreiber von <a href="http://welovesneaker.com/">welovesneaker</a> gesprochen, der kann sich sehr gut vorstellen, dass <a [...] mehr...
Weiß jemand schon, ob diese Aktion auch 2011 wieder stattfindet? Dann sollte man auch die Sneaker Shops wie z.B. zalando oder <a href="http://www.ilovesneaker.de">ilovesneaker</a> mal anschreiben, die haben [...] mehr...
So eng würde ich die Sache nicht sehen. Wenn ich heute auf deutsche Schulhöfe schauen, sehe ich sehr viele junge Menschen in H&M Bekleidung. Ich kann mit diesem Beispiel nur von Gymnasien sprechen, aber da hat sich im [...] mehr...
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