Wirtschaft


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12.01.2010
 

Gesundheitsministerium

Rösler lässt Reform von Lobbyisten erarbeiten

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler: Lobbyist soll an Gesundheitsreform mitarbeitenZur Großansicht
dpa

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler: Lobbyist soll an Gesundheitsreform mitarbeiten

Das dürfte einen Aufschrei in der Opposition geben: Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler will sich laut einem Zeitungsbericht Unterstützung von einem Lobbyisten holen. Ausgerechnet der stellvertretende Direktor des Verbands der Privaten Krankenversicherungen soll sich um die Gesundheitsreform kümmern.

Hamburg - Das Bundesgesundheitsministerium holt sich fachkundige Hilfe für die Erarbeitung der Gesundheitsreform. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") berichtet in ihrer Ausgabe am Dienstag, Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) wolle Christian Weber zum neuen Abteilungsleiter für Grundsatzfragen im Ministerium machen. Die Zeitung beruft sich dabei auf "sichere Quellen in Berlin". Derzeit ist der 53-Jährige stellvertretender Direktor des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Der Lobbyist soll sich nach Angaben der Zeitung mit der Umstellung der beitragsfinanzierten Krankenversicherung auf Prämien befassen. Außerdem soll er für die Pflegeversicherung zuständig sein.

Die Ernennung Webers dürfte in der Opposition und bei den Kassen auf scharfe Kritik stoßen. Auch wenn die Sozialdemokraten in der Vergangenheit dieselbe Strategie genutzt haben. Bereits Ex-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte 2004 ihren Abteilungsleiter Kranken- und Pflegeversicherung vom Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) abgeworben.

Nach Angaben der "FAZ" wird Weber im Ministerium von der Volkswirtin Birgit Naase als Unterabteilungsleiterin unterstützt werden. Auch für Naase ist die Ernennung ein Seitenwechsel. Sie war einmal stellvertretende Vorsitzende einer gesetzlichen Krankenkasse.

fro

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Es dauert fast drei Jahrzehnte, bis es in der Bundesrepublik zur ersten größeren Gesundheitsreform kommt: Mit dem "Kostendämpfungsgesetz" der sozial-liberalen Koalition versucht die Regierung, die Inanspruchnahme von Leistungen zu steuern: Sie führt Zuzahlungen bei Arznei-, Verbands- und Heilmitteln ein - in Höhe des aus heutiger Sicht niedlichen Betrags von einer Mark pro Medikament.

1983: Auch die Rentner müssen zahlen

1989: Der erste Rundumschlag

1993: Die Leistungen werden budgetiert

1997: Zahnersatz bitte selbst zahlen

1999: Rot-Grün wagt den Leistungsausbau

2004: SPD und Union bitten zur Kasse

2005: Paritätische Finanzierung am Ende

2009: Der Gesundheitsfonds kommt







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