Hamburg - Erst vor kurzem polarisierte das "Time"-Magazin die Wirtschaftswelt: Die mächtige Wochenzeitschrift kürte Ben Bernanke, den Chef der amerikanischen Notenbank Fed, zur Person des Jahres. Dabei ist sein Wirken stark umstritten - zeitweise war sogar seine Wiederwahl als Fed-Chef in Gefahr.
Ein
Bericht der "Washington Post" von diesem Dienstag dürfte die Diskussion, ob Bernanke einen guten Job macht, neu befeuern: Berechnungen der Zeitung zufolge hat die US-Notenbank ausgerechnet im Rekordkrisenjahr 2009 einen Rekordprofit eingefahren. Rund 45 Milliarden Dollar sollen es sein. Es wäre der größte Gewinn, den die Fed in ihrer 96-jährigen Geschichte je gemacht hat. Und er wäre größer als der Profit von Goldman Sachs
, JPMorgan Chase
und der Bank of America
zusammen.
Die Sache hat nur einen Haken: Der astronomische Gewinn geht größtenteils auf Zinszahlungen aus Schuldnergeschäften zurück. Um die schwächelnde Konjunktur zu beleben, hat die US-Notenbank massenweise amerikanische Staatsanleihen und Immobilien-Wertpapiere aufgekauft. Ende 2009 besaß die Fed laut "Post" eine gigantische Menge davon, geschätzter Gesamtwert: 1,8 Billionen Dollar. 2008 waren es noch 497 Milliarden.
Der massenhafte Wertpapierkauf ist für die Fed durchaus riskant: Sobald die Konjunktur wieder anspringt, muss die Notenbank beginnen, die Papiere schnell zu verkaufen. Tut sie das nicht, zirkuliert bald zu viel Geld im Markt - die Folge wäre eine rasch steigende Inflation. Die Fed ist also gezwungen, einen Teil der Papiere bald abzustoßen - bekommt sie zu diesem Zeitpunkt weniger Geld als sie beim Einkauf selbst gezahlt hat, drohen ihr hohe Verluste.
Wie hoch diese Ausfallrisiken sind, kann niemand beziffern. Experten sind sich daher uneins, ob die Notenbank in der Krise das Richtige getan hat. Vincent Reinhart, Wissenschaftler am American Enterprise Institute und früherer Fed-Mitarbeiter, sagte, der hohe Gewinn sei ein Beweis dafür, dass das Zentralbankengeschäft vor allem in der Krise lukrativ sei.
Die Fed besitze im Vergleich zum Vorjahr wesentlich mehr riskante Anlagen, sagte dagegen Diane Swonk, Chefökonomin von Mesirow Financial, der "Washington Post". Ähnlich sieht das Michael Feroli, Ökonom bei der Großbank JPMorgan Chase: Entwickle sich das Geldmarktgeschäft ungünstig, seien künftige Profite "substantiell" bedroht.
ssu
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Funktioniert anders herum genauso. Wenn die FED hohe Verluste aus den zweifelhaften Sicherheiten einfährt, dann zahlen die nicht die Eigentümerbanken, sondern das Finanzministerium, also der amerikanische Bürger oder besser, [...] mehr...
Dass die FED Gewinne macht, ist doch Quatsch. Sie hat jetzt von den erfundenen Dollars ein paar wieder eingesammelt. mehr...
Ist doch gut. Her mit dem Geld und verteilen an die Opfer der Krise. Wo ist das Problem? mehr...
....und Zinseszins abschaffen - der Grund allen Übels in dieser Welt! Realwirtschaft einführen - Ware gegen reales und nicht fiktives Geld! Unendliches Wachstum wird's dann zwar nicht mehr geben, warum auch? Aber die Welt würde um [...] mehr...
Danke pigeon. Wollte ich auch gerade sagen. Da sieht man mal wieder: Wir vergessen nur zu schnell, was eigentlich passiert ist. Stattdessen wird wild herumfabuliert, die FED sei der Kern des Bösen. Alles Quatsch. mehr...
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