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16.01.2010
 

Krise am Arbeitsmarkt

IG Metall sieht 650.000 Jobs in Gefahr

IG-Metall-Protest (bei Daimler im Dezember): "Äußerst schwierige Situation"Zur Großansicht
REUTERS

IG-Metall-Protest (bei Daimler im Dezember): "Äußerst schwierige Situation"

Dramatische Warnung der IG Metall: Die Gewerkschaft fürchtet den Verlust von 650.000 Arbeitsplätzen - allein in der Metall- und Elektrobranche. Spitzenfunktionär Berthold Huber fordert nun Staatshilfe, um bedrohte Industriefirmen zu retten.

Frankfurt am Main - Die IG Metall fürchtet massive Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt. Sollten die aktuellen Konjunkturprognosen eintreten, seien dieses Jahr allein in der Metall- und Elektroindustrie bis zu 650.000 Arbeitsplätze in Gefahr, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber der Nachrichtenagentur DAPD.

Bislang sei in der deutschen Schlüsselindustrie das Schlimmste abgewendet worden. Vor allem die Kurzarbeit habe Massenentlassungen verhindert, derzeit befänden sich rund 700.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Doch je länger die Krise dauere, desto schwieriger werde die Lage, sagte Huber. Die Metall- und Elektroindustrie befinde sich in einer äußerst schwierigen Situation.

Der Gewerkschaftschef erneuerte seine Forderung nach einem öffentlichen Beteiligungsfonds. Der Fonds soll Betrieben helfen, deren Eigenkapitalquote im Zuge der Krise bedrohlich geschrumpft sei. Der Fonds solle Firmen mit nachhaltigen Zukunftskonzepten und guten Produkten Kapital zur Verfügung stellen. Dabei dürfe es kein Tabu für eine vorübergehende Beteiligung der öffentlichen Hand geben, sagte Huber. Viele mittelständische Maschinenbauer stünden kurz vor der Insolvenz, mindestens jedes vierte Unternehmen habe Probleme.

"Wer Banken mit Milliarden hilft, kann sich nicht aus der Verantwortung für die Arbeitsplätze von Hunderttausenden Beschäftigten in den Industriebetrieben stehlen", sagte Huber. Die Metall- und Elektroindustrie mit ihren rund 3,4 Millionen Beschäftigten sei für den Wohlstand in Deutschland "von überragender Bedeutung".

Höhere Löhne für die Binnennachfrage?

Optimistischer gibt sich die Bundesregierung. Trotz Wirtschaftskrise rechnet sie nach SPIEGEL-Informationen auch in diesem Jahr mit keinem dramatischen Einbruch am Arbeitsmarkt. In ihrem neuen Jahreswirtschaftsbericht sagt sie voraus, dass die Zahl der Erwerbstätigen über 40 Millionen liegen werde. Die Arbeitslosigkeit werde im Jahresdurchschnitt unter vier Millionen bleiben. Insgesamt erwarten die Experten von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent.

Huber hingegen fordert weitere Maßnahmen der Bundesregierung. So forderte er Nachbesserungen bei der Kurzarbeit. Zwar sei die Maßnahme zuletzt auf 18 Monate verlängert worden, doch stehe eine Verlängerung der Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen noch aus. "An dieser Stelle zu taktieren ist falsch, weil es verheerende Folgen für die Betriebe und ihre Bereitschaft hat, Kurzarbeit zu fahren", sagte der IG-Metall-Vorsitzende.

Huber nannte es die Kernfrage des Jahres 2010, "ob es gelingt, die Menschen in den Betrieben zu halten". Die düsteren Prognosen müssten nicht eintreten: "Wir glauben, wenn alle zusammenarbeiten, kann man eine solche Erosion verhindern."

Zur anstehenden Tarifrunde sagte Huber, eine Lohnpause werde es nicht geben: "Wir werden selbstverständlich mit den Arbeitgebern über Entgelterhöhungen sprechen." Die Binnennachfrage müsse gestärkt werden, um die Krise zu überwinden. Der Schwerpunkt liege aber auf der Sicherung von Beschäftigung. Zu diesem Thema liefen bereits Gespräche mit den Arbeitgebern, um auch für die Zeit vorzusorgen, wenn Kurzarbeit nicht mehr möglich sei.

Die IG Metall habe dazu vorgeschlagen, den Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung auszuweiten, um Arbeitszeiten unter 30 Stunden zu ermöglichen. Gleichzeitig verlange die Gewerkschaft aber einen teilweisen Lohnausgleich für die Beschäftigten: "Das ist für die Betriebe und die Gesellschaft nicht nur billiger, sondern auch humaner und zielführender als Arbeitslosigkeit." Über den Stand der Gespräche und die Erfolgsaussichten wollte sich Huber nicht äußern. Der Entgelt-Tarifvertrag läuft Ende April aus.

wal/apn

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20.01.2011 von yougotowned:

Und Ihr Beitrag besteht nur aus Pseudo-Flames! Shame on you. mehr...

20.01.2011 von leistungsempfaenger: Nein ...

mein Job ist schon lange weg ! So einen finde ich auch nicht wieder, weil sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mit einflussreichen Betriebsräten, Anspruch auf Sonderurlaub, Sonderzahlungen und [...] mehr...

20.01.2011 von D50:

Heute Hüh, morgen hott. Gestern Aufschwung, heute schrumpfende Löhne. Wer liest diesen Unsinn eigentlich noch? Zum Glück steht der Link zum Forum schon auf der Titelseite. So erspar ich mir den Umweg über den Artikel. mehr...

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WOher haben Sie die Zahl "10.000" und woher die Sicherheit, dass es nicht 10.001 oder 9.999 sind? Sind Sie der Eliteverwalter? Niemals, denn wir schreiben nun mal das Jahr 2011. Sie können aber zum Islam [...] mehr...

20.01.2011 von christiane006: Ausbeuter

Es wird Zeit, dass die Gewerkschaften wieder den Job machen für den sie bezahlt werden. Andernfalls ist der Wutbürger gefragt, wie man weiss, können die Rahmenbedingungen, wie Mindestlöhne sehr wohl von der Politik festgelegt [...] mehr...

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