Nürnberg - Das Konsumklima in Deutschland kühlt sich weiter ab. Der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte Konsumklimaindex sinkt nach 3,4 Punkten im Januar auf 3,2 Punkte für Februar, wie das Martkforschungsunternehmen am Montag mitteilte. Es ist der vierte Rückgang in Folge.
Laut GfK ist vor allem die gefallene Einkommenserwartung für den Rückgang verantwortlich. Die Konjunkturerwartungen hätten sich hingegen stabil entwickelt, während die Anschaffungsneigung sogar leicht zulegte. Letzteres sei vor allem auf die Rabattaktionen im Einzelhandel zurückzuführen.
Der drohende Anstieg der Arbeitslosigkeit und die voraussichtlich nur verhaltene Konjunkturentwicklung dürften nach Einschätzung der GfK das Konsumklima im laufenden Jahr belasten. "Da allgemein ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit als sicher gilt, dürfte sich der Konsum im Jahr 2010 etwas schwerer tun als noch im vergangenen Jahr, sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. In 2009 war der private Konsum um 0,4 Prozent gestiegen.
Geld aus Steuersenkung wird gespart
Die steigende Arbeitslosigkeit dürfte vor allem die Anschaffungsneigung dämpfen, so Bürkl. Dabei spielen in der Wahrnehmung der Verbraucher Schwellenwerte wie die Vier-Millionen-Grenze eine wichtige Rolle. "Bleiben wir unter dieser psychologisch wichtigen Marke, wäre dies ein positives Signal für die Konsumstimmung." Arbeitsministerin Ursula von der Leyen geht nicht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr die Vier-Millionen-Marke überschreiten wird.
Von einem Einbruch der Konsumentwicklung geht die GfK jedoch nicht aus. "Die zu erwartende sehr verhaltene Preisentwicklung dürfte sich auch im laufenden Jahr stabilisierend auf das Konsumklima auswirken", sagte Bürkl. So war die Anschaffungsneigung im Januar wegen Rabattaktionen im Einzelhandel gestiegen. "Die Preiskämpfe vor allem im Lebensmittelhandel werden sich vermutlich im laufenden Jahr fortsetzen."
Klaus Schrüfer von der SEB sah in den Ergebnissen eine "Bestätigung dafür, dass vom privaten Konsum in diesem Jahr keine Wachstumsimpulse ausgehen werden." Die Einkommen würden nicht steigen, weil die Arbeitslosigkeit zunehme und die Löhne nur moderat zulegen würden. "Die Steuersenkungen wirken sicher stabilisierend, aber einen Großteil davon werden die Verbraucher eher sparen als ausgeben", so der Experte.
Der monatlich ermittelte GfK-Konsumklimaindex basiert auf rund 2000 Verbraucherbefragungen. Er wird seit 1980 erhoben.
Böl/ddp/Dow Jones/dpa-AFX/Reuters
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