Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will nach einem Bericht der " Bild"-Zeitung den Kampf gegen die Schwarzarbeit verschärfen. Wie das Blatt meldet, soll die zuständige Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) in diesem Jahr 200 zusätzliche Planstellen erhalten.
Die Stellen sollen überwiegend mit Fahndern, sogenannten Prüfern, besetzt werden. Insgesamt steige die Zahl der FKS-Mitarbeiter dadurch auf rund 6700, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Angaben aus dem Ministerium. Hauptaufgaben seien die Bekämpfung der Schwarzarbeit und die Überwachung der Mindestlohnbestimmungen.
Die Schattenwirtschaft ist nach Expertenangaben wegen der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr um rund fünf Milliarden Euro auf 253 Milliarden Euro angewachsen. Für 2010 erwartet der Linzer Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider dem Blatt zufolge einen erneuten Anstieg um bis zu acht Milliarden Euro.
Das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen rechnet damit, dass die Schattenwirtschaft 2010 zwischen sechs und zehn Milliarden Euro an Volumen gewinnt. Das wäre gegenüber 2009 ein Plus um zwei Prozent.
Unter Schattenwirtschaft verstehen die Experten vor allem Schwarzarbeit, aber auch alle kriminellen Aktivitäten. Wer seinen Job verloren habe oder nur tageweise in die Firma kommen könne, habe viel Zeit, aber wenig Einkommen, so die Experten in ihrer Analyse. Dadurch steige die Bereitschaft, am Staat vorbei Geld zu verdienen. Auf der anderen Seite werde legale Arbeit durch das Bürgerentlastungsgesetz wieder attraktiver, weil weniger Abgaben gezahlt werden müssten.
fro/dpa
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