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27.01.2010
 

Kampf gegen Schulden

Griechenland dementiert Staatsanleihen-Deal mit China

Griechenlands Schuldenproblem ist noch nicht gelöst: Die Regierung in Athen weist Berichte zurück, denen zufolge sie mit China über den Verkauf von Staatsanleihen in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro verhandelt. Die Risikoaufschläge für griechische Bonds schnellten in die Höhe.

Athen/Luxemburg - Es klang nach einem spektakulären Geschäft: Griechenland wolle Staatsanleihen im Wert von bis zu 25 Milliarden Euro an China verkaufen, berichteten die "Financial Times" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Verhandlungs-Insider.

Jetzt hat das hoch verschuldete Land den Bericht hart dementiert. Ein derartiger Deal sei nicht abgeschlossen worden, teilte das Finanzministerium in Athen am Mittwoch mit. Man weise die Angaben "kategorisch" zurück. Goldman Sachs sei "nicht damit beauftragt, irgendeine Vereinbarung mit China auszuhandeln".

An den Geldmärkten zeigte das Dementi sofort Wirkung: Die Risikoaufschläge für griechische Anleihen schnellten in die Höhe. Händler hatten darauf gehofft, dass ein Großgeschäft mit China Griechenlands Finanznot lindern könnte: Allein im April und Mai werden Anleihen im Volumen von 20 Milliarden Euro fällig.

Griechenland will bei Investoren in Ostasien, darunter auch China, und den USA für seine Anleihen werben. Ein Zeitpunkt für einen entsprechenden Werbefeldzug stehe aber noch nicht fest, sagte Spyros Papanicolaou, Chef der Finanzagentur, die mit dem Schuldenmanagement beauftragt ist. Vertreter des Finanzministeriums haben Ende Februar oder März als möglichen Termin genannt, abhängig vom Emissionskalender Griechenlands, der noch nicht abschließend feststehe.

Milliardenschwerer Finanzbedarf

Das südosteuropäische Land hat nach Einschätzung der Regierung in diesem Jahr einen Finanzbedarf von 53 Milliarden Euro. Erst am Montag nahm Griechenland acht Milliarden Euro am Markt auf, für Februar ist eine zehnjährige Staatsanleihe mit einem Volumen von drei bis fünf Milliarden Euro geplant.

Experten begrüßen das Vorhaben der Regierung, den Kreis der Investoren zu erweitern. Zwischen 2005 und 2009 hielten asiatische Anleger lediglich zwei Prozent der griechischen Staatsanleihen, US-Investoren machten weitere drei Prozent aus.

"Das ist fruchtbarer Boden, wenn wir sie davon überzeugen, zu investieren", sagte Panagiotis Dimitropoulos von der Millenium Bank. Der größte Teil der Emissionen ging in den vergangenen Jahren an Investoren aus Europa.

Dimitropoulos und andere Fachleute halten aber einen Ankauf im Volumen von 20 bis 25 Milliarden Euro durch ein einzelnes Land für unwahrscheinlich. Zwar hält China die größten Währungsreserven der Welt und hat eine stärkere Diversifizierung angekündigt. Dabei geht die Regierung in Peking aber schrittweise vor und steht zudem angesichts von Verlusten im Zuge der Finanzkrise unter Druck.

Strikter Sparplan

"Ich denke, Peking wird die Vor- und Nachteile abwägen, bevor eine Entscheidung getroffen wird", sagte Zhang Xiaojing, Direktor des Instituts für Wirtschaft bei der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften. "Schließlich besteht Unsicherheit, ob Griechenland in der Lage ist, seine Schulden zu bezahlen."

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker zeigte sich dagegen von der Finanzstabilität Griechenlands überzeugt: Griechenland werde weder pleitegehen noch die Euro-Zone verlassen, sagte er. "Ich schließe diese Hypothese vollständig aus."

Immerhin habe die Regierung in Athen einen strikten Sparplan vorgelegt. Bis 2012 soll demnach das Haushaltsdefizit auf 2,8 Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden von 12,7 Prozent im vergangenen Jahr. Dabei sollen unter anderem die Sozialleistungen reduziert, die Steuern reformiert und bei den Gehältern im öffentlichen Dienst gespart werden. Die Gewerkschaften haben bereits Widerstand angekündigt.

ssu/AFP/Reuters

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