SPIEGEL ONLINE: Herr Präsident, im Sommer 2010 wird die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ausgerichtet. In Deutschland gibt es Bedenken wegen der hohen Kriminalität am Kap. Kann das Land den sicheren Verlauf des Turniers garantieren?
Donald Kaberuka: Das ist der typische Blick, den die Welt auf Afrika hat. Südafrika hat eine Menge Veranstaltungen von internationaler Bedeutung organisiert. Ich hoffe, dass die Fußballweltmeisterschaft der Region einen wirtschaftlichen Schub geben wird. Und nicht nur das: Die Welt sollte ein neues Bild unseres Kontinents bekommen.
SPIEGEL ONLINE: Was sollen die Menschen sehen?
Kaberuka: Afrika wird immer noch als bemitleidenswerter Elendshort wahrgenommen. Als ein Ort, dem man helfen muss oder wo man Mineralien oder Öl herbekommt. Vom ökonomischen Standpunkt aus denken viele Menschen, der Kontinent sei eine Risikozone. Aber in der Finanzkrise wurde an der Wall Street in wenigen Monaten sehr viel mehr Geld verbrannt, als in ganz Afrika. Unser Bankensystem dagegen hat sich als stabil erwiesen. Und vor der Finanzkrise war der Kontinent die am stärksten prosperierende Region, nach Asien, mit Wachstumsraten von fünf oder sechs Prozent.
SPIEGEL ONLINE: Auch Afrika leidet unter der Finanzkrise. Die Weltbank warnte Anfang 2009, dass 30 Millionen Afrikaner in die Armut getrieben werden könnten. Ist dieser Albtraum wahr geworden?
Kaberuka: Infolge der Krise sank die Nachfrage nach unseren Rohstoffen, von Öl und Mineralien über Holz bis zu Diamanten. Das Wachstum wurde so gewissermaßen unterbrochen. Der Investitionsfluss stockte, die Geldtransfers afrikanischer Migranten in ihre Heimat, die in einigen Ländern ziemlich wichtig sind, gingen zurück. So fiel das Wachstum auf drei Prozent. Aber der Einbruch war nicht so schlimm wie befürchtet. Ich glaube, 2010 werden wir wieder ein Wachstum von fünf Prozent erleben. Nächstes Jahr erwarte ich sogar sechseinhalb Prozent.
SPIEGEL ONLINE: In jüngster Zeit hat China Afrika für sich entdeckt. Das Land hat Experten zufolge mehr als 50 Milliarden Dollar in Form von Investitionen oder Krediten auf den Kontinent transferiert, und es ist vor allem an Ihren Rohstoffen interessiert. Viele westliche Länder sehen dieses Engagement mit Sorge.
Kaberuka: Stellen Sie sich einmal eine Kupfermine vor, die 20 Jahre geschlossen war. Und plötzlich kommt die Nachricht, dass sie wieder eröffnet wird. Die Menschen in der Umgebung sind sehr froh. Man kann ihnen nicht erzählen, dass diese chinesischen Investments schlecht seien. Und wenn Chinesen kommen und eine Eisenbahnstrecke bauen, weil sie in der Gegend Geschäfte machen wollen, kann man auch nicht sagen, dass das schlecht ist.
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sie fragen in welcher welt ich lebe? in einer welt in der die chinesen die neuen imperialisten und kolonialisten sind. und sie verhalten sich mit derselben überheblichen arroganz wie ihre kolonialen vorgänger. afrika bietet sich [...] mehr...
In welcher Welt leben Sie? Ich bin schwarz und lebe in China und noch nie im Laben war meine Hautfarbe so Nebensaechlich wie hier. In deutschalnd war es genau andersrum. Klar sagt Ihnen jeder Afrikaner was Sie hoeren wollen, [...] mehr...
gratuliere, punktgenau formuliert. ich kann ihrer einschätzung nur zustimmen!!! mehr...
Das Problem sind weniger die Kupferminen sondern die Argrarwirtschaft. Das hat schon die Hungersnot in Äthopien 1984 (die schlimmste in der TV Geschichte) ausgelöst. Und trotzdem konnte man damals überall Rosinen aus dem Land [...] mehr...
Chinesen "einen guten Deal" machen? Haben das nicht schon viele gedacht? Wenn selbst Konzerne wie VW und Siemens/Thyssen (Transrapid) dort nicht das erreichen was sie sicher erhofft haben sondern stattdessen nur [...] mehr...
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